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Heilbronn: Mutter vor Gericht - Sie soll ihr Baby zum Sterben auf einem Feldweg ausgesetzt haben

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Prozess in Heilbronn: Mutter setzt ihr Baby aus
Landgericht Heilbronn (Symbolbild) © Archiv

Zwei Funde innerhalb von nur 24 Stunden. Zwei Babys, die von ihren Müttern zurückgelassen werden. Eine der beiden Frauen sitzt deswegen auf der Heilbronner Anklagebank. Was hatte sie zu der Entscheidung getrieben?

Heilbronn (dpa/lsw) - Zwei Babys werden ausgesetzt, das eine auf einem Feldweg, das andere in einem Keller. Von den Müttern fehlt zunächst jede Spur, bis sich eine der beiden bei der Polizei meldet. Die Mutter des zweiten Neugeborenen wird nach zwei Wochen aufgespürt. Für eine der Frauen hat die Entscheidung nun auf Nachspiel. Wegen versuchten Totschlags muss sie sich von Freitag (09.00 Uhr) an vor dem Heilbronner Landgericht verantworten.

Ihr erst wenige Tage alter Säugling war Anfang September in einer weißen Plastikwanne entdeckt und ins Krankenhaus gebracht worden. Die damals 21-Jährige hatte sich fünf Wochen später bei der Polizei in Schwäbisch Hall gemeldet und eingeräumt, dass sie den Jungen ausgesetzt habe. Ermittlungen hatten dies nach Angaben der Staatsanwaltschaft bestätigt. Allerdings sind die Gründe für die Tat noch unklar.

Laut Staatsanwaltschaft hatte die Frau dem Jungen kurz vor dem Aussetzen auf dem Feldweg für ihn unverträgliche Kuhmilch zum Trinken gegeben. Als sie das Kind zurückgelassen habe, habe sie sich mit der Möglichkeit seines Todes zumindest abgefunden.

Prozess in Heilbronn: Fünf Verhandlungstage geplant

Für den Prozess vor der 1. Schwurgerichtskammer sind insgesamt fünf Verhandlungstage eingeplant sowie 17 Zeugen und zwei Sachverständige geladen. Die Frau sitzt seit Mitte Oktober in Untersuchungshaft.

Auch die Mutter des zweiten ausgesetzten Babys wird sich vermutlich noch vor Gericht verantworten müssen. Die Ermittlungen dazu seien aber noch nicht abgeschlossen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Hechingen auf Anfrage. Die Frau hatte nur einen Tag vor dem Fund des Babys auf dem Feldweg ihr eigenes Neugeborenes im Keller eines Mehrfamilienhauses im Landkreis Sigmaringen abgelegt. Der erst wenige Stunden alte Säugling war nach dem Fund in eine Klinik gebracht worden. Zwei Wochen später hatten Ermittler die Kindsmutter aufgespürt.

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