Anti-Covid-Box aus Güglingen

Anti-Covid-Box aus Raum Heilbronn: So soll Maschine gegen Coronavirus helfen

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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Die Anti-Covid-Box der Firma IKG aus Güglingen bei Heilbronn saugt Sars-CoV-2-Viren aus der Raumluft. Ist das Gerät die „Wunder-Waffe“ gegen das Coronavirus?

  • Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in Baden-Württemberg* steigt weiter sprunghaft an.
  • Im Zuge der Corona-Warnstufe wird die Maskenpflicht in Baden-Württemberg* ausgeweitet.
  • Start-up-Unternehmen aus Güglingen bei Heilbronn verkauft ein einzigartiges Lüftungssystem.

In vielen Regionen nimmt die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen wieder stark zu. echo24.de* berichtet aktuell über diverse Hotspots und Warnstufen in Esslingen, Ludwigsburg, Heilbronn oder auch Stuttgart. Immer mehr neue Maßnahmen müssen die Menschen in Baden-Württemberg beachten. Mittlerweile sind Begriffe wie Sperrstunde, Maskenpflicht oder Beherbergungsverbot ganz große Themen. Doch bald könnte ein neuer Begriff zum „Corona-Wörterbuch“ dazukommen.

Und dieser neue Begriff heißt vielleicht Anti-Covid-Box und hat seinen Ursprung im Herzen von Baden-Württemberg. „Das Gerät ist ungefähr so groß wie ein Kleiderschrank und kann problemlos in fast jeder Räumlichkeit installiert werden“, erklärt Geschäftsführer Marcus Eberhardt im Gespräch mit echo24.de.* Die Anti-Covid-Box von IKG aus Güglingen im Kreis Heilbronn saugt Sars-CoV-2-Viren aus der Raumluft ab und bläst circa drei Grad Celsius kältere Frischluft wieder in den Raum.

Anti-Covid-Box aus Güglingen bei Heilbronn: So soll Maschine gegen Coronavirus helfen

Die Anti-Covid-Box funktioniert nach dem Quellluftprinzip und tauscht kontaminierte Raumluft gegen Frischluft aus. „Es wäre aber falsch, die Anti-Covid-Box als Filteranlage zu bezeichnen“, sagt Eberhardt. Denn: Eine Filteranlage saugt Luft ein, filtert sie und bläst die saubere Luft wieder in Raum. Doch selbst der beste Filter könne nie alle Mikroorganismen aus der angesaugten Luft rausfiltern. Die Anti-Covid-Box aus Baden-Württemberg tauscht die kontaminierte Raumluft gegen Frischluft aus.

Die Funktionsweise der Anti-Covid-Box ist vergleichbar mit dem Lüften. Der Unterschied: Besonders im Winter ist die Luft bekanntermaßen kalt. Die ausgestoßene Frischluft der Anti-Covid-Box ist nur circa drei Grad kälter als die Raumtemperatur. Somit muss nicht ständig die Heizung auf Hochtouren laufen. Eberhardt: „Obendrein ist das Gerät auch gut für die Umwelt.“ Insbesondere für Klassenzimmer sei das Gerät ideal. Eben, weil das Lüften eine der wirksamsten Maßnahmen gegen das Coronavirus sei.

So funktioniert die Anti-Covid-Box aus Güglingen im Raum Heilbronn

Die Funktionsweise der Anti-Covid-Box hat gegenüber der Fensterlüftung entscheidende Vorteile. Denn das Gerät von IKG aus Baden-Württemberg arbeitet mit Thermik und Quellluftprinzip. Sprich: Von unten wird die kontaminierte Luft eingesaugt, von oben wird die frische Luft ausgeblasen. Zeitgleich wird die ausgeatmete Luft der Personen über das sogenannte Quellluftprinzip vom Gerät aufgenommen.

Was ist das Quellluftprinzip?

Die Frischluft wird bodennah ausgeblasen und bildet einen Frischluftsee am Boden. An warmen Flächen – zum Beispiel am Menschen – steigt die Frischluft nach oben. Die Frischluft wird also an die Stelle transportiert, wo sie gebraucht wird. Der Mensch atmet die Frischluft ein und gibt sie als kontaminierte Luft nach oben wieder ab.

Aber: Gerade, wenn in geschlossenen Räumen gesprochen wird, werden Tröpfchen unbeabsichtigt ausgestoßen. Hier hilft wirklich nur die Maske oder der Mindestabstand von 1,5 Metern. Umgekehrt verhindert eine Maske oder der Mindestabstand nicht, dass ausgeatmete Luft mit SARS-CoV-2 belastet ist.

Coronavirus Baden-Württemberg: Warum die Anti-Covid-Box noch nicht in Klassenzimmern steht

Insofern sei der Einsatz der Anti-Covid-Box zusammen mit Mindestabstand und gegebenenfalls Maskenpflicht die bessere Lösung, sagt Eberhardt. „Gerade in geschlossenen Räumen mit mehreren Personen ist unsere Anti-Covid-Box sinnvoll.“ Doch Schulen könnten sich das Gerät oft nicht leisten. Denn: Eine Anti-Covid-Box kosten derzeit rund 12.000 Euro pro Stück. Zwar gebe es vom Bund Fördermittel für solche Maßnahmen, die kämen aber an Schulen oft nicht an.

Fördermittel für die Anti-Covid-Box kommen bei Schulen oft nicht an.

Marcus Eberhardt, Geschäftsführer

Man sei in Gesprächen mit Kommunen, sagt Eberhardt. „Zumal sich die Kosten irgendwann rechnen werden. Zum Beispiel durch eingesparte Heizkosten.“ Auch der Umweltaspekt sei zu berücksichtigen. Und selbst nach der Coronavirus-Pandemie sei die Anti-Covid-Box von IKG aus Baden-Württemberg eine gute Investition.

Coronavirus Baden-Württemberg: Nicht nur Mikroorganismen saugt der Viren-Killer

Nicht nur Sars-CoV-2-Viren saugt das Gerät. Auch gegen andere in der Luft schwebende Bakterien und Viren lässt sich das Gerät einsetzen. Eberhardt: „Zudem werden schlechte Gerüche beseitigt und die Frischluft sorgt für mehr Konzentration.“ Noch ein Punkt, der für einen Einsatz in Klassenzimmern sprechen würde. Zumal man in Schulen oft das Problem habe, dass Fenster teilweise gar nicht vollständig geöffnet werden können. Auch in Büroräumen und in der Gastronomie könne sich Eberhardt das Gerät gut vorstellen.

Selbst in privaten Haushalten sei eine solche Anti-Covid-Box durchaus sinnvoll. Eberhardt: „Über einen längeren Zeitraum spart es Heizkosten. Zudem habe man in offenen Räumen oft auch Probleme mit Gerüchen.“ Auch hier schaffe die Anti-Covid-Box Abhilfe. Und dafür musste man nicht zwingend viel Geld ausgeben. Denn: „Für den privaten Gebrauch gibt es günstigere Lösungen.“ Vorrangig sei in Zeiten des Coronavirus aber die Ausstattung von Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen. *echo24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Martin Schutt/dpa/IKG

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