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Heilbronn: Deutsch-russische Städtepartnerschaft durch Ukraine-Konflikt auf dem Prüfstand

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Das Rathaus im Herzen von Heilbronn.
Im Heilbronner Rathaus soll über die bestehende Städtepartnerschaft zur russischen Stadt Novorossijsk diskutiert werden. Novorossijsks Bürgermeister hatte sich für den Ukraine-Krieg ausgesprochen. © Violetta Sadri

Die Städtepartnerschaft zwischen Heilbronn und der russischen Stadt Novorossijsk steht auf der Kippe. Letztere hat sich als Unterstützer des Krieges in der Ukraine gezeigt.

Heilbronn (dpa/lsw) - Weil sich der Bürgermeister der russischen Stadt Novorossijsk öffentlich als Unterstützer des Krieges in der Ukraine präsentiert, könnte Heilbronns Städtepartnerstadt mit der Kommune auf der Kippe stehen. Die Äußerungen der Novorossijsker Stadtspitze belasteten die aktuellen Beziehungen schwer, sagte eine Sprecherin der Stadt Heilbronn am Mittwoch auf Anfrage. Oberbürgermeister Harry Mergel (SPD) wolle Anfang kommender Woche im Ältestenrat mit den Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats abstimmen, wie sich Heilbronn zur Städtepartnerschaft verhalten werde.

Mergel hatte zuletzt noch betont, er wolle den Gesprächsfaden mit der Zivilbevölkerung in Novorossijsk nicht abreißen lassen. Nun hat Andrej Kravchenko, das Stadtoberhaupt von Novorossijsk, in einer offiziellen Stellungnahme zum Krieg und anderem geschrieben: «Heute befreien unsere Truppen das ukrainische Land von den Nationalisten.» Den Angriff bezeichnete er als «Teilnahme unseres Landes an der Sonderoperation in der Ukraine», der notwendig geworden sei, um «die vom achtjährigen Krieg erschöpfte Bevölkerung von Donbass zu befreien».

Seit 2019 Partnerstadt von Heilbronn

Die südrussische Hafenstadt Novorossijsk mit ihren 240 000 Einwohnern ist Heilbronns jüngste Partnerstadt. Die Zusammenarbeit wurde im Jahr 2019 besiegelt. Seit Ende 2021 ist Andrej Kravchenko dort Bürgermeister. Über seine Äußerungen auf Instagram hatte zuvor die «Heilbronner Stimme» berichtet.

Wegen des russischen Angriffs hat Karlsruhe seine offiziellen Kontakte zur Partnerstadt Krasnodar in Südrussland bereits ausgesetzt. In der aktuellen Situation sei es unvorstellbar, die durch die Städtepartnerschaft geschaffenen «Brücken und Anker der Zuversicht, des Vertrauens und des Friedens weiter zu nutzen», teilte die Stadt am Freitag vergangener Woche mit. Jubiläen ließen sich keine feiern, offizielle Kontakte nicht pflegen und Delegationsbesuche nicht planen.

Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine ist auch immer mehr in Deutschland spürbar. Durch den Ukraine-Krieg nehmen verbale Übergriffen gegen Deutsche aus Russland zu. Auch auf Baden-Württemberg hat der Ukraine-Russland-Konflikt Auswirkungen.

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