„Alles ist weg“

Nach tragischem Wohnungsbrand organisiert Enkelin bewegende Spendenaktion für ihre Oma

Zwei Feuerwehrleute schauen aus dem Fenster einer brennenden Wohnung.
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In Heilbronn brannte vergangene Woche eine Wohnung (Symbolbild).
  • vonEva Kaczmarczyk
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Eine 80-Jährige aus Heilbronn verliert bei einem Wohnungsbrand ihre gesamte Habe und erlebt durch die großherzige Spendenaktion ihrer Enkelin eine Welle an Solidarität.

Heilbronn - In Heilbronn brannte am vergangenen Donnerstag die Wohnung einer 80-Jährigen komplett aus. Die Bewohnerin kam zum Glück mit leichten Verletzungen davon und kam bei ihrer Familie unter. Ihre Enkelin legte sich schließlich richtig ins Zeug, um etwas für ihre Großmutter zu tun. Sie startete in den sozialen Netzwerken eine Spendenaktion, um ihrer Oma zu helfen.

Die 22-jährige Justine Deeg wollte sich nicht mit dem Schicksal ihrer Großmutter abfinden und stieß auf rege Anteilnahme. Die Welle der Solidarität verbreitete sich und bereits einen Tag nach dem Wohnungsbrand kam die unglaubliche Summe von 1.500 Euro zusammen. Die Familie war überrascht und hocherfreut. Sonst sei die Großmutter diejenige, die anderen hilft, sagte Justine Deeg im Gespräch mit stimme.de.

Die Wohnung der 80-Jährigen, die seit 30 Jahren dort gewohnt hatte, war durch das Feuer vorerst unbewohnbar geworden, wie stimme.de berichtet. Die Großmutter kam bei der Familie unter, doch der Wohnungsverlust war nicht alles: Persönliche Gegenstände wie Ausweis, Dokumente, Kleidung und Alltagssachen waren ebenso den Flammen zum Opfer gefallen. Auch geliebte Erinnerungsstücke konnten nicht gerettet werden. Der Sachschaden beläuft sich laut Polizei auf 200.000 Euro. Ausgelöst worden war der Brand von zu stark erhitztem Öl in einer Pfanne. 

Heilbronnn: Enkelin bekommt Hilfe in sozialen Netzwerken und sammelt Spenden

Den Schock musste die Großmutter nun erst einmal verdauen, sie wird liebevoll von ihrer Familie betreut. Justine Deeg betonte: „Alles ist weg, Ausweis, Dokumente, Kleidung, Alltagssachen, alles.“ Doch die 22-Jährige weigerte sich, die Lage hinzunehmen, ihr erster Schritt war sofort klar: „Meine Oma mag es eigentlich nicht, Hilfe anzunehmen, aber das ist mir egal. Sie muss auch mal an sich denken.“

Die Enkelin nutzte die sozialen Medien noch am Abend des Unglücks und rief zu einer Spendenaktion auf, bei der Freiwillige mit einer kleinen Summe aushelfen konnten. Das Geld sei für die Ersetzung verloren gegangener Dokumente und Dinge des alltäglichen Gebrauchst bestimmt, so die Enkelin. Deeg ging sogar noch einen Schritt weiter, schrieb Instagram-Accounts mit großer Reichweite an und sie erfuhr auf diesem Wege unerwartetes Mitgefühl. „Heilbronnmemes“, ein Instagram-Account mit 20.000 Abonnenten, teilte den Aufruf als erstes.

Spenden-Aktion im Internet sammelt schon nach wenigen Minuten 600 Euro ein

Die Aktion, die auf der Spendenwebsite „Go fund me“ eingerichtet worden war, stellte sich als voller Erfolg heraus und auch die junge Frau war überrascht, als wenige Minuten nach dem Aufruf bereits 600 Euro über den Online-Bezahldienst Paypal zusammengekommen waren. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell gehen würde“, sagte die Enkelin. Innerhalb von knapp einem Tag stieg die Summe auf 1.500 Euro an.

Deeg konnte ihre Freude kaum zügeln und sagte: „Ich bin vor allem Heilbronnmemes sehr dankbar, dass sie nicht lange gezögert haben und ihre Reichweite zur Verfügung stellen, um auf die Sache aufmerksam machen.“ Freunde, Bekannte und Nachbarn vollendeten die Welle an Solidarität mit angekündigten Sachspenden. Wie die Spenden übergeben werden sollen, überlege die 22-Jährige noch, der Schock sitze noch zu tief. Die Großmutter werde in die ausgebrannte Wohnung zunächst auch nicht zurückkehren, so die Enkelin. 

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