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Ministerin und Heidelberger OB-Kandidatin Bauer für Vernunft beim „Faulen Pelz“

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Ehemaliges Gefängnis „Fauler Pelz“
Ein Riegel ist in einem Gebäude des ehemaligen Gefängnisses „Fauler Pelz“ befestigt. © Uwe Anspach/dpa/Archivbild

Aus Sicht von Heidelbergs OB-Kandidatin Theresia Bauer sollten Stadt und Land in der Frage „Fauler Pelz“ an einen Tisch kommen und gemeinsam eine Lösung finden.

Heidelberg (dpa/lsw) – Im Streit um die Nutzung des Heidelberger Ex-Gefängnisses «Fauler Pelz» für den Maßregelvollzug plädiert Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) für Vernunft. Es gehe jetzt darum, dass Stadt und Land zusammenkämen und an einer Lösung arbeiteten, sagte Bauer, die zugleich Heidelberger OB-Kandidatin ist, der «Rhein-Neckar-Zeitung» (RNZ/Donnerstag).

Sie sei zwar weiter der Ansicht, dass das Gefängnis aus der Mitte des 19. Jahrhunderts nicht für einen Maßregelvollzug geeignet sei. Wenn aber sichergestellt werde, dass das Gebäude im August 2025 wieder frei sei und für die Geisteswissenschaften der Universität umgebaut werden könne, «könnte man auch mit einem zeitlich befristeten Maßregelvollzug an dieser Stelle leben», meinte sie.

Streit um „Faulen Pelz“ in Heidelberg: Land will Ex-Gefängnis wieder nutzen

Im Vertragsentwurf, den die Stadträte am Donnerstag vor einer Woche vorgelegt bekamen, hätte aus ihrer Sicht das klare Auszugsdatum genannt werden müssen. «Wenn all diese Punkte wasserdicht erfüllt wären, würden die Heidelberger vielleicht ihre Meinung ändern und dem zeitlich befristeten Maßregelvollzug zustimmen, weil diese provisorische Notlösung einer guten Sache dient.»

Bei den Abstimmungen im Kabinett habe sie sich enthalten. «Meine Kolleginnen und Kollegen können meine Distanzierung von diesen Beschlüssen nachvollziehen», so Bauer zur RNZ. Die Fronten sind in dem Streit verhärtet. Der Heidelberger Gemeinderat stimmte dafür, den Bauantrag des Landes für die Modernisierung des Ex-Knasts ein Jahr zurückzustellen. Käme es zur Verzögerung, könnte das der Todesstoß für die vom Sozialministerium angestrebte, auf drei Jahre begrenzte Zwischennutzung sein. Ressortchef Manne Lucha (Grüne) hofft, das mit Hilfe des Regierungspräsidiums Karlsruhe zu verhindern.

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