Lecker und gesund

Heidelberger Studie: Mittel gegen Krebs ist fast in jedem Kühlschrank zu finden

Zu sehen ist eine Metallschüssel, die mit Brokkoli gefüllt ist und auf einem Holztisch steht (Symbolbild).
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Brokkoli ist reich an Ballaststoffen, Mineralien und Vitaminen - und ist wirksam gegen Krebs.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Gemüse essen ist gesund, das wird schon den Kleinsten gepredigt. Wie eine Studie aus Heidelberg herausgefunden hat, kann Brokkoli sogar vor Krebs schützen.

Heidelberg - Sogenannte Superfoods erobern seit Jahren den Markt. Diese Lebensmittel sollen einen besonders hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen aufweisen. Ein ganz besonderes Superfood ist in den meisten deutschen Kühlschränken zu finden: Brokkoli. Das Gemüse ist gut für die Verdauung, senkt den Cholesterinspiegel und kann das Immunsystem stärken.

Und noch eine Wirkung macht das Grünzeug so besonders: Sein Verzehr soll gegen Krebs schützen. Wissenschaftler der Universität Heidelberg in Baden-Württemberg haben dazu geforscht und Erstaunliches herausgefunden.

Studie aus Heidelberg beweist: Sulforaphan in Brokkoli hemmt Wachstum von Krebszellen

Wie der SWR berichtet, war Ingrid Herr Leiterin der Forschung. Sie erklärt, warum jeder Brokkoli auf dem Speiseplan haben sollte. „Zum einen ist Brokkoli ein Gemüse mit vielen Ballaststoffen, Mineralien und Vitaminen. Zudem hat man auch entdeckt, dass es viele sekundäre Pflanzenstoffe enthält.“ Einer dieser Stoffe ist Sulforaphan, ein Senföl. Und genau das ist es, was den Brokkoli für die Krebsforschung so interessant macht. „Vor Jahren haben wir herausgefunden, dass Sulforaphan gegen aggressive Krebsstammzellen wirkt“, erklärt die Professorin. „Sulforaphan ist ein kleines bioaktives Molekül mit einer entzündungshemmenden Wirkung. Das ist ganz wichtig, weil Entzündung die Achillesferse von vielen Tumorzellen ist.“

2019 führte Ingrid Herr diese Studie mit Krebskranken durch. Dabei mussten Patienten mit fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs täglich 15 Kapseln mit gefriergetrockneten Brokkoli-Sprossen essen. Das erstaunliche Ergebnis der Studie: Inhaltsstoffe aus Brokkoli und verwandtem Gemüse hemmten das Krebswachstum und verstärkten die Wirkung von Chemotherapien.

Noch ungeklärt ist bisher allerdings jedoch, wie viel Brokkoli genau gegessen werden sollte, um das beste Ergebnis zu erzielen. Denn zu viel kann unter Umständen auch schädlich sein. Dennoch spricht sich Ingrid Herr für eine tägliche Einnahme aus. Dabei kann man laut der Professorin auch zu Blumenkohl, Rettich, Radieschen, Kresse, Rucola, Senf und Rapsöl greifen. „Wenn man die täglich in den Speiseplan einbaut, denke ich, ist man auf der sicheren Seite. Das enthaltene Senföl wirkt entzündungshemmend und ich glaube, das kann man merken“, so die Wissenschaftlerin. Ein Stuttgarter Firmengründer hat eine Methode entwickelt, Krebs im Frühstadium zu erkennen.

Superfood Brokkoli: So sollte das Gemüse am besten zubereitet werden

Eine ausgewogene Ernährung, etwa ein gesundes Frühstück, ist essenziell für einen gesunden Körper. Die beste Zubereitung von Brokkoli wurde ebenfalls von Wissenschaftlern erforscht. Wichtig dabei: frisch zubereiten. Nur so können die Stoffe ihre volle Wirkung zeigen. „Man hat herausgefunden, dass die beste Zubereitungsart, um die Wirkung des Senföles zu erhalten, ein Anbraten in der Pfanne für fünf Minuten ist“, erklärt Ingrid Herr. Den Brokkoli sollte man hierfür in Röschen zerteilen und in einem Pflanzenöl knackig anbraten.

„Wenn man den Brokkoli in Wasser kochen möchte, geht das auch. Aber man sollte bedenken, dass die aktiven Stoffe in das Kochwasser auslaugen. Dann sollte man mit dem Kochwasser eine Soße zubereiten, statt es einfach nur wegzuschütten“, empfiehlt sie. Forscher aus Heidelberg haben auch herausgefunden, was genau Corona-Patienten mit schweren Verläufen tötet.

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