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„Für den Notfall“: Tampon-Automat gibt gratis Menstruations-Produkte aus

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Von: Sina Alonso Garcia

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Josefine Hiersche vom Haus am Harbigweg (links) und Sarah Mühl, zweite Vorsitzende des Stadtjugendrings, präsentieren den Menstruations-Automaten.
Josefine Hiersche vom Haus am Harbigweg (links) und Sarah Mühl, 2. Vorsitzende des Stadtjugendrings, präsentieren den Menstruations-Automaten. © Stadtjugendring Heidelberg

Von der Monatsblutung überrascht zu werden, ohne Tampons dabeizuhaben, kann extrem unangenehm sein. Ein neuer Automat für Menstruationsartikel in Heidelberg schafft Abhilfe.

Heidelberg - Jede Frau kennt es: Man ist unterwegs, hat nicht mehr daran gedacht und plötzlich setzt die Periode ein. Insbesondere junge Mädchen, bei denen die Menstruation häufig noch ein Tabu-Thema ist, trauen sich oft nicht, in solchen Fällen nach Tampons und Binden zu fragen. Der Stadtjugendring in Heidelberg hat das Problem erkannt und bietet seit kurzem einen Automaten für Menstruationsprodukte in seinem Haus im Harbigweg an. Völlig kostenfrei und diskret können Mädchen und Frauen dort Tampons und Binden ziehen.

„Für uns ist die Unterstützung von Mädchen und Frauen in diesen Situationen von zentraler Bedeutung, weswegen wir mit dieser Initiative unseren Beitrag leisten möchten“, sagt Sara Mühl, Co-Vorsitzende des Stadtjugendrings. Der Automat sei vor allem „für den Notfall“ gedacht. Für die Zukunft sei ein Angebot an kostenlosen Menstruationsprodukten auch für weitere Einrichtungen des Stadtjugendrings angedacht.

Tampon-Automat in Heidelberg: Vorbild für andere Städte in Baden-Württemberg?

Laut Informationen der Rhein-Neckar-Zeitung plant auch die Stadt Heidelberg, bald kostenlose Tampons und Binden im Rahmen eines Pilotprojekts anzubieten. Derartige Aktionen seien zunächst im Rathaus, im Bürgeramt Mitte, der Geschwister-Scholl-Schule und im Karlstorbahnhof geplant.

Der Tampon-Automat vom Stadtjugendring in Heidelberg, über den auch unser Partnerportal Heidelberg24* berichtete, könnte ein Vorbild für andere Städte in Baden-Württemberg sein. Bislang wurden solche Automaten zwar auch schon an anderen Orten in Deutschland aufgestellt, weit verbreitet ist das Konzept jedoch - insbesondere im Ländle - noch nicht.

Periode als Tabu-Thema? Schmerzen sollten nicht unterschätzt werden

Dass die Periode bei manchen Menschen noch immer ein Tabu-Thema ist, zeigte sich kürzlich bei einem Vorfall in Kent (England). Dort verbot ein Lehrer seiner Schülerin aufs Klo zu gehen, als diese ihre Periode bekam. Dabei sollte das Thema generell nicht unterschätzt werden: Manche Frauen leiden unter ihrer Menstruation so sehr, dass sie vor Schmerzen ein bis drei Tage außer Gefecht gesetzt sind. Eine Autorin von zeit.de fordert deshalb Menstruationsurlaub für Frauen in Deutschland. *Heidelberg24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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