Jetzt auch in Heddesheim und Dilsberg

Schon wieder Pferde verletzt! Treibt ein Tierquäler sein Unwesen?

Innerhalb von zwei Monaten werden fünf Pferde verletzt. Ein Tier muss sogar eingeschläfert werden. Entsprechend sind die Sorgen in den Reitställen groß. Treibt ein Tierquäler sein Unwesen?

  • In Heidelberg* und Oftersheim werden Pferde am Genitalbereich verletzt.
  • Wenige Wochen später ereignen sich erneute Vorfälle mit verletzten Tieren.
  • Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht Zeugen.
  • Treibt ein Tierquäler sein Unwesen in der Region?

Update vom 29. Juli: Erneut werden Pferde in der Umgebung von Heidelberg durch Schnittverletzungen verletzt! Wie das Polizeipräsidium am Mittwoch mitteilt, ereignet sich der erste Vorfall am Montag (27. Juli) zwischen 13 und 19 Uhr auf einem Hof auf dem Dilsberg. Hier wird ein Pferd an der linken Schulter durch Schnitte verletzt. Ein Veterinärmediziner behandelt das Pferd.

Der zweite Vorfall passiert in der Nacht von Montag auf Dienstag (28. Juli), in der Zeit von 19:30 Uhr bis 8 Uhr. Zwei Stuten werden auf einem Hof im Bereich Muckensturm (Heddesheim) am Genitalbereich verletzt. Beide Tiere werden ebenfalls von einem Veterinärmediziner behandelt.

In beiden Fällen haben Spezialisten des Fachbereichs Gewerbe und Umwelt des Polizeipräsidiums Mannheim die Ermittlungen aufgenommen. Ob zwischen den beiden genannten Taten ein Tatzusammenhang besteht, ist derzeit nicht bekannt. Auch ist
derzeit noch nicht bekannt, ob die beiden Fälle in Zusammenhang mit den verletzten Pferden auf Reiterhöfen in Heidelberg-Pfaffengrund und Oftersheim von vor wenigen Wochen stehen. Tatsache ist allerdings: In weniger als zwei Monaten sind nun schon fünf Pferde – darunter fast nur Stuten – verletzt!

Zeugen, die Hinweise zu den beiden Vorfällen geben können, oder verdächtige Personen und Fahrzeuge im Bereich der beiden Höfe gesehen haben, werden gebeten diese Hinweise dem Polizeirevier Ladenburg unter der Rufnummer 06203/93050, bzw. dem Polizeirevier Neckargemünd unter der Rufnummer 06223/92540 mitzuteilen.

Heidelberg/Oftersheim: Stuten werden auf Koppel verletzt – Polizei sieht keinen Zusammenhang

Meldung vom 18. Juni: Aufregung herrscht in den Reiterhöfen in Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis. Viele Pferdebesitzer machen sich Sorgen um ihre vierbeinigen Freunde, denn innerhalb weniger Wochen ereignen sich zwei schreckliche Fälle, bei denen Pferde verletzt werden. Ein Pferd muss sogar eingeschläfert werden. Die Frage, die jetzt im Raum steht und allen Tierhalten Bauchschmerzen bereitet: Treibt ein Tierquäler sein Unwesen in der Region?

Heidelberg: Pferd schwer verletzt auf Koppel gefunden – Stute muss erlöst werden

Der erste grausige Vorfall ereignet sich am 8. Juni in Heidelberg-Pfaffengrund. Als ein Besitzer am Morgen sein Pferd auf der Koppel besuchen will, muss er schwere Verletzungen an den Hinterbeinen und im Genitalbereich des Tieres* feststellen. Ein Tierarzt versucht noch die 33-jährige Stute zu verarzten, doch für die ältere Dame kommt jede Hoffnung zu spät – das Pferd muss eingeschläfert werden.

Zwei Stuten wurden in der Region im Genitalbereich verletzt (Symbolfoto)

Die Polizei nimmt sofort die Ermittlungen auf, sucht nach Zeugen und geht Hinweisen nach. Auch zehn Tage nach dem Vorfall steht noch nicht fest, ob es das Werk eines Pferdeschänders war. Auch eine Obduktion bringt kein eindeutiges Ergebnis. „Es könnte demnach möglich sein, dass die Verletzungen dem Pferd von außen zugefügt wurden, oder, dass das altersschwache Pferd mit den
Hinterläufen eingeknickt ist und die Verletzungen hierdurch entstanden sind“, heißt es in einem Polizeibericht. In einem Fall, der sich nun aber in Oftersheim ereignet hat, sind sich die Ermittler sicher – dieses Mal hat ein Mensch seine Finger im Spiel.

Oftersheim: Schon wieder wird eine Stute verletzt – Polizei sucht Pferde-Quäler

Wieder passiert es mitten in der Nacht, wieder muss am Montagmorgen ein Pferdebesitzer den puren Albtraum erleben und wieder fällt eine Stute zum Opfer. Wie die Polizei am Donnerstag (18. Mai) berichtet, wird auf einem Reiterhof, der sich in der Nähe des Straße „Im oberen Feld" befindet, das verletzte Tier gefunden. Das Pferd weist ebenfalls Verletzungen am Genitalbereich auf. Ein Tierarzt muss die Wunde versorgen, die Stute überlebt jedoch die Attacke des Tierquälers.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim und das Kriminalkommissariat Mannheim haben die Ermittlungen auch in diesem Fall aufgenommen. Sie suchen nun nach Zeugen. Wer Hinweise zu der Tat geben kann, soll sich bei den Beamten unter der Telefonnummer 0621/174-4444 melden.

Treibt ein Tierquäler sein Unwesen – Polizei rät Ruhe zu bewahren

Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mannheim, das für die beiden Fälle zuständig ist, auf Nachfrage erklärt, laufen die Ermittlungen nach dem Fund der verletzten Pferde auf Hochtouren. „Wir tappen noch im Dunkeln“, so der Polizeisprecher. Er zeigt sich im Gespräch aber optimistisch, man werde kommende Woche bereits „nachsteuern“. Was das konkret bedeutet, erklärt er allerdings nicht.

Man gehe nicht davon aus, dass die beiden Fälle im Zusammenhang stehen. Dass ein Pferdeschänder also Jagd auf Stuten macht, hält die Polizei für unwahrscheinlich, zumal in Heidelberg immer noch nicht feststeht, dass das Pferd durch einen Menschen verletzt wurde. Auch von einem Mann, der in Oftersheim oder Schriesheim sich nach Stuten erkundigt haben soll – wie es derzeit die Runde in manchen Ställen macht – habe die Polizei noch nichts gehört.

Der Sprecher versichert aber, dass die Polizei die Sorgen der Pferdebesitzer nachvollziehen könne. Er rät dennoch dazu, Ruhe zu bewahren. *HEIDELBERG24 ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetwerks. pol/jol

Rubriklistenbild: © Felix Kästle/picture-alliancedpa

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