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Heidelberger OB nutzt rassistisches Wort für Schaumkuss in Podcast: „Darf nicht passieren“

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Von: Sina Alonso Garcia

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Oberbürgermeister von Heidelberg Würzner
In seinem Podcast „Let‘s talk, Eckart!“ bediente sich Heidelbergs OB Eckart Würzner rhetorisch in der Rassismus-Kiste. Inzwischen tut ihm die Äußerung leid (Symbolfoto). © Uwe Anspach/dpa

Der Heidelberger Oberbürgermeister Eckart Würzner hat in einem Podcast ein als rassistisch geltendes Wort für Schaumkuss benutzt. Nachdem Kritik an der Äußerung laut wurde, hat er sich öffentlich entschuldigt.

Heidelberg - Das N-Wort kam ihm offenbar locker über die Lippen - gleich darauf entschuldigte er sich. „Oh Gott, jetzt hab ich`s falsch gesagt“, erklärt Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner (parteilos), nachdem ihm in seinem Podcast „Let‘s talk, Eckart!“ statt Schaumkuss das N-Wort herausrutschte. Obwohl der Podcast nicht live aufgenommen wurde und die Äußerung im Nachhinein noch hätte entfernt werden können, ging die Folge so online - ein Fehler, wie der OB später selbst feststellt.

Als die Initiative AfD Watch Heidelberg Wind von Würzners Äußerung bekommt, kocht sie vor Wut. Sie teilt die Podcast-Folge auf Facebook und schreibt dazu: „Das N-Wort ist unangemessene Sprache. Immer.“ Die Initiative ist der Meinung, Eckart hätte den Podcast „vielleicht besser nochmal aufgenommen“. Dass er die Folge so hochgeladen hat, hält sie für „armselig“. „Deinen Unterstützern bei der CDU signalisierst du, dass du ja eigentlich auch gut findest, dass das ganze Gedöns um das N-Wort und das Paprikaschnitzel woker Unfug ist.“

Eckart Würzner entschuldigt sich auf Facebook und Instagram: „Habe in der Situation nicht nachgedacht“

Dem OB scheint seine Aussage im Nachhinein leid zu tun. Auf Facebook entschuldigt er sich und schreibt von einem „Fehler, der in dieser Form absolut nicht passieren darf.“ In der Podcast-Folge habe er einen Ausdruck für Schaumküsse verwendet, der in seiner Jugend häufig verwendet worden sei - „und schon damals genauso falsch war wie heute“.

„Ich möchte alle Personen, die sich durch meine Aussage angegriffen oder verletzt fühlen, um Entschuldigung bitten“, schreibt Würzner. „Ich habe in der Situation nicht nachgedacht und bereue die Aussage, weshalb ich den betreffenden Podcast umgehend aus allen Kanälen gelöscht habe.“ Gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) erklärte er, dass er es bei der Anzahl, die er täglich an Interviews und Podcasts mache, nicht geschafft habe, den Podcast vor Veröffentlichung nochmal anzuhören. Als es entsprechende Reaktionen gab, habe er gemerkt: „Hoppla, wenn man das aus dem Kontext reißt, ist das nicht gut.“

Patzer von Eckart Würzner erinnert an Debatte um Boris Palmer - auch er nutzte 2021 das N-Wort

Würzners Patzer erinnert stark an einen Facebook-Kommentar von Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne), der im vergangenen Jahr für Wirbel sorgte. Zu der Debatte um die Ex-Nationalspieler Dennis Aogo und Jens Lehmann schrieb Palmer: „Der Aogo ist ein schlimmer Rassist. Hat Frauen seinen N****schwanz angeboten.“ Auch gegen ihn wurden im Zuge dessen Rassismus-Vorwürfe laut. Palmer räumte den Fehler später ein und beteuerte, er hätte lieber „sein Handy weglegen sollen“.

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