Vorwürfe gehen bis ins Jahr 2012

Boxverband unter Schock: Vorwürfe gegen Trainer – haben sie Sportlerinnen genötigt?

Hängende Boxhandschuhe
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Wurden Athletinnen des Boxverbandes BW sexuell genötigt? (Symbolfoto)

Heidelberg - Haben drei Boxtrainer des Landessportverbandes Baden-Württemberg Athletinnen sexuell genötigt? Diese Frage muss jetzt die Staatsanwaltschaft Heidelberg beantworten:

  • Drei Trainern des Boxverbandes Baden-Württemberg wird sexuelle Nötigung vorgeworfen.
  • Die Staatsanwaltschaft Heidelberg vertritt mehrere Athletinnen, die bis ins Jahr 2012 Opfer sexualisierter Gewalt wurden.
  • Nationalmannschafts-Boxerin Sarah Scheurich zeigt sich sehr betroffen.

Update vom 19. November: Nationalmannschafts-Boxerin Sarah Scheurich äußert sich zu den Vorwürfen der sexuellen Nötigung im Boxverband Baden-Württemberg. Ihrer Meinung nach begünstigen die Strukturen in ihrere Sportart sexualisierte Gewalt. „Ich weiß aus persönlichen Gesprächen, dass es natürlich auch in anderen Sportarten derartige Probleme gibt. Allerdings begünstigen die Strukturen im stark männerdominierten Boxen sexualisierte Gewalt ganz offensichtlich“, sagt die Athletin vom BC Traktor Schwerin einem Interview der „Stuttgarter Zeitung“ und der „Stuttgarter Nachrichten“.

Sarah Scheuerich zeigt sich betroffen über die Vorwürfe gegen die Boxtrainer. „Es spielt sich viel in alten Denkmustern ab, im Boxen sind Frauen immer noch das schwache Geschlecht, deshalb würde ich schon sagen, dass Chauvinismus und Sexismus im Boxen weiter verbreitet sind als im Rest der Gesellschaft“, betont die 27-Jährige. „In vielen Trainingshallen ist es unmöglich, sich als emanzipierte Frau wohlzufühlen.

Scheurich, die sich für die Olympischen Spiele 2021 in Tokio qualifizieren möchte, fordert von den Boxverbänden: „Wir brauchen
klare Regeln, die dafür sorgen, dass Täter auch mit ernsthaften Konsequenzen zu rechnen haben. Die Strafen müssen abschreckend sein.“

Boxverband schockiert: Haben sich Trainer an Atheltinnen vergangen?

Meldung vom 17. November: Es sind schwere Anschuldigungen: Haben Boxtrainer des Landessportverbandes Baden-Württemberg über Jahre Athletinnen sexuell genötigt? Die Staatsanwaltschaft Heidelberg vertritt mehrere Frauen, die gegen drei Boxtrainer Anzeige erstattet haben. Die Übergriffe auf die Sportlerinnen reichen laut Staatsanwaltschaft bis ins Jahr 2012 zurück. Darüber berichtet HEIDELBERG24*.

VerbandBox-Verband Baden-Württemberg (BVBW)
Vertrauensperson für sexualisierte GewaltFotini Böhme
PräsidentUwe Hamann

Heidelberg: Atheltinnen sexuell genötigt – im Oktober gehen erste Vorwürfe ein

Wie der Boxverband des Landes (BVBW) in einer Mitteilung in eigener Sache veröffentlicht, werden am 17. Oktober die ersten Vorwürfe bekannt. Zunächst wird ein Boxtrainer beschuldigt Sportlerinnen sexuell genötigt zu haben. Der Mann sei „mit sofortiger Wirkung“ beurlaubt worden, so der BVBW. Gemeinsam mit einer Psychologin führt die BVBW-Vertrauensperson Fotini Böhme ein Gespräch mit den Opfern. Kurz darauf fallen die Namen zweier weiterer Boxtrainer, die ebenfalls der sexuellen Nötigung beschuldigt werden. Am 22. Oktober wird bei der Polizei Anzeige erstattet.

Heidelberg: Vorwurf gegen drei Boxtrainer – haben sie seit acht Jahren Athletinnen sexuell genötigt?

Der Fall landet schließlich bei der Staatsanwaltschaft Heidelberg. Bislang richtet sich das Verfahren ausschließlich gegen die drei Boxtrainer. Sie sollen bis ins Jahr 2012 eine „Vielzahl von Athletinnen“ sexuell genötigt haben. „Diese Taten und deren rechtliche Einordnung werden derzeit durch die Staatsanwaltschaft überprüft“, heißt es am Dienstag (17. November) in einer Pressemitteilung. Weitere Ermittlungen übernimmt die Kripo Heidelberg und die Staatsanwaltschaft Heidelberg.

Heidelberg: Vorwurf der sexuellen Nötigung – Boxverband nimmt Stellung

Der BVBW nimmt Stellung zu den Vorwürfen der sexuellen Nötigung. Der geschäftsführende BVBW-Vorstand betont, von solchen Vorfällen vorher nichts gewusst zu haben: „Wir haben die Vorwürfe von Anfang an ernst genommen. Entsprechend schnell haben wir auch gehandelt.“ Vorderste Ziele der Verbandsführung seien nach wie vor der Opferschutz und die gründliche Aufklärung durch die dafür vorgesehenen staatlichen Stellen wie Polizei und Staatsanwaltschaft. Weitere Informationen zu den schweren Anschuldigen gegen die Boxtrainer liegen nicht vor. (jol) *HEIDELBERG24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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