Gegenspieler

Insekt aus China nistet sich im Herbst in deutschen Wohnungen ein - doch jetzt wehrt sich die Natur

Stinkwanze Plage Wand
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Im Herbst wird die Stinkwanze zur Plage in den eigenen vier Wänden (Symbolbild: dpa)
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    vonJulian Baumann
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Ein Schädling dringt in Baden-Württemberg in Wohnungen ein und wird zu Plage. Glücklicherweise wurde nun in Heidelberg erstmals ein natürlicher Gegenspieler entdeckt.

Heidelberg - Die Samurai galten im Japan der Feudalzeit als Krieger von hohem Rang. Oftmals setzten sie ihre Kampfkraft ein, um ihren Dienstherren oder Mitglieder der kaiserlichen Familie zu beschützen. Als eine Art Beschützer kann auch die Samuraiwespe bezeichnet werden, die in der Nähe von Heidelberg von Experten nachgewiesen wurde. Es handelt sich um das erste Auftauchen der rund zwei Millimeter großen Wespe in ganz Deutschland.

Die bei Heidelberg entdeckte Samuraiwespe wird wohl kaum zum Katana greifen, sich eine Rüstung anziehen und unter Berücksichtigung des berühmten Samurai-Kodex um Land und Familie kämpfen. Sie könnte Baden-Württemberg aber dennoch vor einer Plage durch ungebetene Gäste führen: Stinkwanzen, auch marmorierte Baumwanze genannt, dringen im Herbst in Wohnungen ein, um einen Platz zum Überwintern zu suchen. Dort hinterlassen sie einen üblen Geruch. Der Schädling führt außerdem zu hohen Verlusten in der Landwirtschaft.

Heidelberg: Samuraiwespe ist Gegenspieler eines besonders üblen Schädlings

Laut Angaben des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums Augustenberg in Karlsruhe ist das Auftauchen der Samuraiwespe vor allem für Landwirte eine gute Nachricht. Das kleine Insekt sei ein natürlicher Gegenspieler der Marmorierten Baumwanze. Dieser krabbelnde Schädling gefährdet laut dem Amt massiv den Obst- und Gemüseanbau.

Die Wanze sei im Jahr 2004 vermutlich aus China eingeschleppt worden, erklärt das Amt in einer Pressemitteilung. Der Schädling sauge an Blättern und Früchten von über 300 Pflanzenarten und richtet so massiven Schaden an. Allein in Südtirol habe die Baumwanze im Jahr 2019 einen Ernteverlust von über 500 Millionen Euro verursacht.

Heidelberg: Entdeckte Samuraiwespe könnte Baden-Württemberg vor hohem Verlust bewahren.

Der Schädling könne in Baden-Württemberg vor allem für die Regionen in Südbaden und am Bodensee gefährlich werden. Dort richtete er bereits in den letzten Jahren Schäden im Obst- und Gemüseanbau an. Während die Marmorierte Baumwanze in Asien eine Reihe von natürlichen Gegenspielern hat, waren die Landwirte in Deutschland bislang eher machtlos gegen das Insekt.

Die bei Heidelberg entdeckte Samuraiwespe könnte das nun ändern. Ziel des Technologiezentrums Augustenberg ist es nach eigenen Angaben, das kleine Samurai-Insekt in Deutschland zu etablieren, damit es die Baumwanze zukünftig in Schach halten kann.

Die Marmorierte Baumwanze ist jedoch nicht das einzige Insekt, das Baden-Württemberg bedroht. Bill Gates warnte bereits vor Jahren vor dem tödlichsten Tier der Welt, kürzlich wurde es in Stuttgart gesichtet. Ob die tapfere Samuraiwespe auch die gefährliche Asiatische Tigermücke in Schach halten kann, bleibt abzuwarten.

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