Streit mit dem Ordnungsamt

5.000 Euro Bußgeld angedroht: Alpaka-Farm muss schließen, während Zoos öffnen - „einfach nicht zu fassen“

Melanie Weigl, Betreiberin der Alpakafarm „Hirtenaue“, füttert ein Alpaka
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Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Melanie Weigel füttert eines ihrer Alpakas.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Riesen-Zoff wegen einer Alpaka-Wanderung in Heidelberg: Die Verwaltung fordert ein sofortiges Verbot, die Besitzerin wehrt sich.

Heidelberg - Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg sind die meisten Freizeiteinrichtungen aktuell geschlossen - so auch offiziell die Alpaka-Farm Hirtenaue bei Heidelberg. Dass ihr Angebot, das in Kleinstgruppen an der frischen Luft und mit FFP2-Masken stattfindet, verboten ist, während viel größere Einrichtungen wie Zoos wieder geöffnet haben, kann die Besitzerin nicht fassen. Nun eskalierte ein Streit mit der Verwaltung.

Während der Besuch von Zoos in Baden-Württemberg in Orten mit einer Inzidenz von unter 100 wieder möglich ist und auch andere Bereiche Lockerungen erfahren haben, sieht sich Melanie Weigl ungerecht behandelt. Obwohl kontaktarmer Sport im Freien mit bis zu zehn Personen erlaubt ist, darf sie nach Angaben des Heidelberger Ordnungsamtes mit ihren Alpakas keine Wanderungen machen.

Alpaka-Farm Hirtenaue: Inhaberin macht ihre Situation auf Facebook öffentlich

In einem Facebook-Posting schildert die verzweifelte Farm-Besitzerin ihre Situation. Demnach habe das Ordnungsamt Heidelberg eine sofortige Schließung ihrer Alpaka-Farm verordnet. Zuvor war Weigel trotz Verbot mit fünf Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren spazieren gewesen - „bei einer Inzidenz in Heidelberg unter 50“, wie sie (Stand 14. März) betont.

Die Stadt sei mit ihren Drohungen sogar so weit gegangen, dass sie ein Bußgeld von 5.000 Euro ankündigte, falls Weigel sich nicht an das Verbot halte. „Begründet wurde die Schließung der Alpakafarm Hirtenaue mit der gestiegenen Inzidenz auf über 50, aber vor allem mit dem alten Totschlagargument: Bei meiner Alpaka-Farm handele es sich um eine Freizeiteinrichtung laut Corona-Verordnung - und Freizeiteinrichtungen müssen demnach schließen.“

Alpakafarm Hirtenaue: Facebook-Posting erreicht zahlreiche Menschen - „Einfach nicht zu fassen“

Es sei schließlich erwiesen, „dass in Freizeiteinrichtungen eine Vielzahl von Menschen zusammenkommen, die engen körperlichen Kontakt zueinander haben“, wie es in der Corona-Verordnung heißt. Das Posting der Farm-Besitzerin erreichte auf Facebook zahlreiche Menschen, die bestürzt reagierten und den Beitrag teilten:

„Es ist einfach nicht zu fassen“, kommentierte eine Facebook-Nutzerin. „Reine Willkür und Fehlentscheidung, liebe Stadt Heidelberg.“ Andere schlugen vor, eine Petition zu starten, um Weigel zu unterstützen. Diese bat um Verständnis, dass sie sich aufgrund der Überwachung durch das Ordnungsamt Heidelberg in nächster Zeit auf Facebook zu der bestehenden Situation nicht mehr äußern werde.

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