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Händler in Baden-Württemberg wollen Öffnungszeiten verkürzen, um Energie zu sparen

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Von: Nadja Pohr

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Beleuchtung in der Stuttgarter Königstraße
Noch zu später Stunde einkaufen zu gehen, könnte bald schwierig werden. Händler in Baden-Württemberg können sich vorstellen, ihre Öffnungszeiten zu verkürzen, um Energie zu sparen. © dpa/Christoph Schmidt

Der Discounter Aldi Nord kündigt an, die Öffnungszeiten zu verkürzen, um Energie zu sparen. Auch Händler in Baden-Württemberg spielen bereits mit dem Gedanken.

Stuttgart - Die Energiekrise in Deutschland forderte bereits die Umsetzung einiger neuer Maßnahmen. Die Bürger werden zum Sparen aufgerufen und sollen beispielsweise Heizungen runterdrehen und kürzer duschen. In Baden-Württemberg gibt sogar die Politik Ratschläge zum Thema Energiesparen. Mit der Kampagne „Cleverländ“ präsentierte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) weitere Tipps und Tricks - die Bürger fühlten sich dadurch jedoch für dumm verkauft.

Der Aufruf richtet sich jedoch nicht nur an die Bürger des Landes. Auch die Unternehmen und Händler sollen Einsparungen vornehmen. In Stuttgart verzichten einige Einzelhändler von 22 Uhr bis 16 Uhr auf die Schaufensterbeleuchtung und weitere Leuchtreklamen. Die Gewerbetreibenden der Region können sich jedoch auch vorstellen, noch weitere Maßnahmen zum Energiesparen zu treffen.

Baden-Württemberg: Händler sehen verkürzte Öffnungszeiten als Möglichkeit zum Energiesparen

Der Supermarkt-Discounter Aldi Nord will laut eigenen Angaben ab November in einem Großteil seiner Läden die Öffnungszeiten verkürzen, um Energie zu sparen. Statt um 21 oder 22 Uhr schließen einige Filialen nun um 20 Uhr. Das Pendant Aldi Süd, das auch im Südwesten verbreitet ist, hat sich dazu bisher noch nicht geäußert. Wie der SWR berichtet, können sich auch einige Händler in Baden-Württemberg vorstellen, dem Beispiel zu folgen.

Michael Heinle, Pressesprecher des Handelsverbands Baden-Württemberg (HBW), bestätigte, dass es bereits Betriebe gebe, die aufgrund der gestiegenen Energiepreise ihre Öffnungszeiten verkürzen. Dies zeige auch eine Umfrage unter den HBW-Mitgliedern: 20 Prozent schließen bereits früher, ein Drittel der befragten Unternehmen denkt noch darüber nach, heißt es.

Bürger im Netz zeigen Verständnis, fürchten aber auch Gefahren

Gegen die Idee, die Öffnungszeiten im Einzelhandel zu verkürzen, haben die Bürger im Netz grundsätzlich nichts einzuwenden. „Kenne noch Zeiten wo die Läden von 8h bis 18h geöffnet waren und ups keiner ist verhungert“, kommentiert ein Facebook-User. „Früher hat das auch gelangt. Es lässt sich alles planen“, argumentiert eine andere Nutzerin. Manche entgegnen jedoch, dass es für sie aufgrund von langen Arbeitszeiten schwierig werden könnte, wenn die Läden früher zu sind.

Obwohl man Verständnis hat, fürchten die User auch Gefahren und Konsequenzen durch die kürzeren Öffnungszeiten. „Dadurch werden noch mehr Kunden in den Onlinekauf getrieben. Die Innenstädte werden verwaisen“, vermutet ein Nutzer. „Die Händler gehen in die Insolvenz - das Internet ist rund um die Uhr geöffnet“, schreibt ein weiterer. „So ein Blödsinn, kostet nur Arbeitsplätze und Lohnkosten“, äußert ein User. Dass es bald gar nichts mehr gibt, braucht jedoch keiner fürchten: Der Edeka Verbund Südwest etwa plant keine Verkürzung. Auch die baden-württembergischen Unternehmen der Schwarz-Gruppe, Lidl und Kaufland, ließen bislang nichts Derartiges verlauten.

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