Elf Männer vor Gericht

Gruppenvergewaltigung in Freiburg: Verteidiger fordern Freispruch für Angeklagte

  • Marleen van de Camp
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Im Prozess wegen der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen in Freiburg haben Strafverteidiger für die elf Angeklagten überwiegend Freispruch gefordert.

Freiburg - Der Prozess wegen der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung vor einer Disco wird am Landgericht Freiburg trotz Coronavirus in Baden-Württemberg seit einigen Wochen fortgeführt. Wegen Covid-19 ergriff das Gericht im Prozess um die Gruppenvergewaltigung ungewöhnliche Maßnahmen.

Im Prozess wegen der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Freiburg haben Strafverteidiger für die Angeklagten überwiegend Freispruch gefordert, wie die dpa berichtet. Elf Männer werden beschuldigt, Mitte Oktober 2018 eine damals 18-Jährige vergewaltigt oder ihr keine Hilfe geleistet zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte mehrjährige Haftstrafen gefordert. 

Gruppenvergewaltigung in Freiburg: Urteil wird noch in diesem Monat verkündet

Einer der Angeklagten im Prozess wegen einer Gruppenvergewaltigung wird in Freiburg in den Gerichtssaal geführt.

Der Prozess am Landgericht Freiburg hatte Ende Juni 2019 begonnen. Das Urteil soll Ende Juli dieses Jahres verkündet werden. Das Opfer der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung ist als Nebenklägerin beteiligt. Elf Männer sind angeklagt, die junge Frau im Gebüsch nahe einer Disco vergewaltigt oder ihr keine Hilfe geleistet zu haben. Die Angeklagten waren zum Tatzeitpunkt zwischen 18 und 30 Jahre alt. Die meisten von ihnen sind Flüchtlinge. Sie bestreiten die Tat oder verweigern die Aussage.  

Gruppenvergewaltigung in Freiburg: Plädoyers unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Die Plädoyers der Strafverteidiger und letzten Worte der Angeklagten fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Durch diese Maßnahme sollten Persönlichkeitsrechte geschützt werden. Die Urteilsverkündung in dem Prozess um Gruppenvergewaltigung soll aber wieder öffentlich stattfinden. Das teilte ein Gerichtssprecher am Donnerstag in Freiburg mit.  

Gruppenvergewaltigung in Freiburg: Staatsanwaltschaft fordert drei bis fünfeinhalb Jahre Haft

Acht der wegen Gruppenvergewaltigung Angeklagten sind derzeit in Freiburg in Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte bei ihrem Plädoyer in der vergangenen Woche für die Älteren von ihnen Freiheitsstrafen zwischen drei und fünfeinhalb Jahren gefordert. Für die jüngeren Angeklagten beantragte die Staatsanwaltschaft Jugendstrafen von drei bis viereinhalb Jahren. Sieben Monate Haft und sieben Monate Jugendstrafe auf Bewährung beantragte die Anklage für zwei Männer, die wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt und derzeit in Freiheit sind. Für einen Angeklagten hatte auch die Staatsanwaltschaft auf Freispruch plädiert. Die Anwältin der Nebenklägerin forderte jeweils ein etwas höheres Strafmaß. 

Auch nach dem Ende des Prozesses in Freiburg und den Verurteilungen der meisten Täter ist der Leidensweg für das Opfer der Gruppenvergewaltigung nicht vorbei. Für Sie ist es ein nicht enden wollender Albtraum. Die junge Frau leidet auch heute noch sehr unter der Tat, die im Oktober 2018 vor einer Disco in Freiburg geschah.

In Baden-Baden wurde am Juli ein 63-Jähriger in Haft genommen, dem 180 Fälle sexuellen Missbrauchs vorgeworfen werden. Der 63-Jährige aus Bühl soll sich 14 Jahre lang an kleinen Mädchen vergangen haben.

Rubriklistenbild: © Patrick Seeger/dpa/picture alliance

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