Milliardär aus Karlsruhe

dm-Gründer Götz Werner ist tot - „unmöglich, sein Lebenswerk nicht zu bewundern“

Dm-Gründer Götz Werner
+
dm-Gründer Götz Werner ist im Alter von 78 Jahren verstorben.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
    schließen

Der Gründer des Drogerieriesen dm, Götz Werner, ist am Dienstag (8. Februar) im Alter von 78 Jahren verstorben. Sein Tod bewegt viele Menschen in Deutschland.

Karlsruhe - Die Drogeriekette dm aus Karlsruhe ist der größte Drogeriekonzern Deutschlands. Der Konzern wurde im Jahr 1973 von Götz Werner gegründet. Zuvor war Götz Werner wegen seiner „dummen Ideen“ vom eigenen Vater gefeuert worden. Doch sein Erfolg erklärt sich unter anderem durch diese Ideen. Sie haben eine anthroposophische Basis und sind häufig von Goethe inspiriert. Der dm-Gründer wurde dadurch zum Milliardär und zu einem der reichsten Menschen des Landes. Trotz seines Reichtums zeigte sich Götz Werner innerhalb seines Unternehmens und auch nach außen immer sehr menschlich. Götz Werner verschenkte sein Vermögen und kämpfte für das Grundeinkommen.

Am Dienstag (8. Februar) verstarb der Gründer des baden-württembergischen Drogerieimperiums im Alter von 78 Jahren, wie das Unternehmen aus Karlsruhe mitteilte. Die Familie von Götz Werner erklärte, dass die Kraft des Milliardärs in den vergangenen Monaten immer weiter nachgelassen habe, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Der dm-Geschäftsführer Christoph Werner sagte, dass sein Vater friedlich verstorben sei.

dm-Gründer Götz Werner: Erschaffer eines „menschlichen“ Imperiums mit inzwischen 3.850 Filialen

Die Drogeriekette dm ist mit 3.850 Filialen und 66.000 Mitarbeitern nicht nur der größte Drogeriekonzern des Landes - dm ist auch der beliebteste Drogeriemarkt, Müller und Rossmann haben keine Chance. Kunden schätzen bei dm vor allem das erfolgreiche Sortiment aus dmBio und Eigenmarken. Die erste Filiale des heutigen Drogerieimperiums wurde vom gelernten Drogist und deutschen Jugendmeister im Rudern, Götz Werner, im Jahr 1973 in Karlsruhe eröffnet, wo der Konzern auch heute noch seinen Hauptsitz hat. Inzwischen ist die Drogeriekette in 14 europäischen Ländern aktiv, zudem expandierte dm auch nach China.

Für Götz Werner stand in seinem Drogerieimperium dm immer der Mensch im Fokus, was sich auch im Slogan „Hier bin ich Mensch, hier kauf ich ein“ widerspiegelt. Das zeigte der dm-Gründer auch nach außen. Werner kämpfte bereits seit Anfang der 1990er Jahre und besonders nach seinem Abschied aus der operativen Verantwortung seines Unternehmens für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Darin sah der Selfmade-Milliardär einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag, weswegen er auch in Vorträgen und Diskussionsrunden öffentlich für diese Idee warb.

Götz Werner ist tot: Viele Menschen trauern um den dm-Gründer - „toller Chef“ und „Pionier“

Auch im höheren Alter kämpfte dm-Gründer Götz Werner für das bedingungslose Grundeinkommen, obwohl er die Durchsetzung dieser Idee in seiner Lebensdauer selbst nicht erwartete. „Dass er die Vollendung dieser Idee nicht mehr erleben würde, war ihm stets bewusst“, heißt es in einem Nachruf von dm. Er habe jedoch so viel Energie und Kraft aufgewandt, weil er die Idee stets für richtig und sinnvoll ansah. In den sozialen Medien zeigt sich, wie beliebt der dm-Gründer bei vielen Menschen sowohl innerhalb des Drogerieimperiums, als auch außerhalb war. „Mein aufrichtiges Beileid gilt seiner Familie“, kommentiert eine Nutzerin auf Twitter.

Die große Beliebtheit des dm-Gründers geht offenbar auch auf sein großes Engagement zurück. „Er war ein spannender Mensch“, schreibt die besagte Twitter-Userin. „Er hat sich für das bedingungslose Grundeinkommen eingesetzt und noch unzählige andere gute Dinge getan.“ Auch bei seinen Mitarbeitern war Götz Werner, der sich im Jahr 2008 aus dem operativen Geschäft zurückzog, äußerst beliebt. „Götz Werner war ein toller, empathischer Chef, der sehr ‚gut‘ zu seinen Mitarbeitern war“, kommentiert ein Nutzer. „Es ist unmöglich, sein Lebenswerk nicht zu bewundern - zumal es meines Wissens nie einen Skandal im Hinblick darauf gegeben hat, wie die Mitarbeiter behandelt wurden“, schreibt ein anderer.

Zudem werden in Bezug auf den heute verstorbenen dm-Gründer Götz Werner auf Twitter Begriffe wie „Pionier“ und „Vordenker“ verwendet. Seit dem Jahr 2020 ist Christoph Werner der leitende Geschäftsführer der Drogeriekette dm aus Karlsruhe. Er wird demnach das Vermächtnis seines Vaters weiterführen.

Mehr zum Thema

Kommentare