Drogeriekonzern aus Karlsruhe

dm-Gründer und Milliardär Götz Werner verschenkte sein Vermögen, kämpft für das Grundeinkommen

  • Marleen van de Camp
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Der dm-Gründer Götz Werner hat einen großen Teil seines Vermögens an eine wohltätige Stiftung gespendet. Bis heute setzt er sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen ein.

  • Der Drogeriekonzern dm hebt sich unter anderem durch die anthroposophischen Ideen von Gründer Götz Werner von der Konkurrenz ab.
  • Der Milliardär aus Karlsruhe spendete im Jahr 2010 seine Unternehmensanteile an eine wohltätige Stiftung.
  • Bis heute setzt sich Götz Werner für ein bedingungsloses Grundeinkommen in Deutschland ein.

Karlsruhe - Der Drogeriemarkt dm gehört zu den erfolgreichsten Drogerie-Discountern in ganz Europa. Der Konzern wurde im Jahr 1973 in Karlsruhe von Götz Werner (76) gegründet. Zuvor war Götz Werner wegen seiner „dummen Ideen“ vom eigenen Vater gefeuert worden. Doch sein Erfolg erklärt sich unter anderem durch diese Ideen. Sie haben eine anthroposophische Basis und sind häufig von Goethe inspiriert.

Die Unternehmensphilosophie von dm „Hier bin ich Mensch, hier kauf ich ein“ ist zum Beispiel eine Abwandlung von „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein“ aus Goethes Drama „Faust“. Die folgenden Überzeugungen seines dm-Gründers Götz Werner haben wesentlich dazu beigetragen, den Drogeriekonzern dm so erfolgreich zu machen, dass Rossmann und Müller keine Chance haben:

  • Discounter-Prinzip: Selbstbedienung und hohe Rabatte, um Drogerieartikel einer breiten Masse zugänglich zu machen
  • Mensch statt Ware im Vordergrund
  • Schwerpunkt auf Mitarbeiterzufriedenheit und Mitbestimmungsrecht der Mitarbeiter
  • Alle dm-Mitarbeiter sind zusammen für den Erfolg verantwortlich
  • Guter Umgang mit Mensch und Natur, daher zum Beispiel Schwerpunkt auf Bioprodukte

dm-Gründer Götz Werner und sein verschenktes Vermögen

Sowohl mit dem Drogeriemarkt dm als auch privat setzte Götz Werner schon immer auf wohltätige Aktionen, Spenden und anthroposophische Ideen. Seit dem Jahr 2008 ist Götz Werner nur noch im Aufsichtsrat von dm tätig. Der dm-Gründer gab die Unternehmensführung an seinen Sohn Christoph Werner ab. Persönlich setzt sich Götz Werner bis heute für ein Grundeinkommen in Deutschland ein.

Der dm-Gründer Götz Werner in einem dm-Drogeriemarkt in Karlsruhe.

Der Drogeriekonzern dm ist mit seinem Sortiment aus dmBio und Eigenmarken sehr erfolgreich. Jährlich macht dm rund zehn Milliarden Euro Umsatz. Das Magazin Forbes schätzt, dass der dm-Gründer Götz Werner ein Privatvermögen von etwa zwei Milliarden Euro besitzt. Im Jahr 2010 übertrug er seine Unternehmensanteile an eine gemeinnützige Stiftung und folgte damit dem Vorbild verschiedener Milliardäre aus den USA. 

Der Millardär aus Karlsruhe einen großen Teil seines mit dem Drogeriekonzern dm erworbenen Vermögens an die gemeinnützige dm-Werner-Stiftung übertragen. Es ist nicht bekannt, was der Zweck dieser Stiftung ist. Auch der genaue Betrag ist nicht öffentlich. Jedenfalls steht fest, dass der dm-Gründer Götz Werner seinen sieben Kindern nicht sein Vermögen vererbt. Trotzdem legt der dm-Gründer viel Wert darauf, ihnen die besten Chancen für die Zukunft zu eröffnen – und zwar durch eine hervorragende Bildung. Für Götz Werner ist es wichtig, dass sich jede Generation selbst beweist und sich nicht auf dem Reichtum der Eltern ausruht. 

Der dm-Gründer Götz Werner ist mit der Schwester des Biohändlers Götz Rehn verheiratet. Er wurde dessen Mentor. Da Götz Werner den Drogeriemarkt seines Vaters erfolgreich expandiert hatte, und unterstützte er Götz Rehn bei der Gründung der Biomarkt-Kette Alnatura. Die langjährige Partnerschaft von dm und Alnatura endete in einem erbitterten Streit.

dm-Gründer Götz Werner und sein Engagement für das bedigungslose Grundeinkommen

Das bedingungslose Grundeinkommen ist eine alte Idee, die auch dank des Engagements von Götz Werner in Deutschland immer wieder diskutiert wird. Der Gründer von dm ist davon überzeugt, dass es sich dabei um ein Menschenrecht handelt. Denn 1.000 Euro pro Monat, die an keine Bedingungen geknüpft sind, könnten es uns allen erlauben, bescheiden, aber menschenwürdig zu leben. Damit bezieht sich Götz Werner auf Artikel 1 des Grundgesetzes. 

Unter anderem zitiert Götz Werner dazu gern den Philosophen Jean-Jacques Rousseau: „Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern dass es nicht tun muss, was er nicht will.“ Laut Götz Werner soll das bedingungslose Grundeinkommen die Arbeit nicht ersetzen, sondern sie erst möglich machen. Menschen sollen ihre grundlegenden Bedürfnisse abdecken können, um sich dann eine Arbeit aussuchen zu können, die ihnen Spaß macht, sagt der dm-Gründer.

Das Grundeinkommen in Deutschland soll nach der Idee von Götz Werner mit einer Mehrwertsteuer (Konsumsteuer) von 50 Prozent finanziert werden. Bisher hat sich das bedingungslose Grundeinkommen noch nicht durchgesetzt. Aber der inzwischen 76-jährige dm-Gründer aus Karlsruhe gibt nicht auf.

Rubriklistenbild: © Uli Deck/dpa/picture alliance

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