Population wächst durch Klimawandel

Giftraupe in Baden-Württemberg: Allein der Kontakt ruft heftige Reaktionen hervor

Ein Nest des Eichenprozessionsspinner an einem Baumstamm.
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Neben den Raupen des Eichenprozessionsspinners (im Bild) breitet sich auch die Goldafterraupe in Baden-Württemberg aus.
  • Julian Baumann
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In Baden-Württemberg und Bayern ist eine Schmetterlingsart beheimatet, die in ihrem früheren Stadium ganz besonders gefährlich ist - allein der Kontakt ruft heftige Reaktionen hervor.

Stuttgart - Giftige Tiere wie die Basilisken-Klapperschlange oder die Wüsten-Hornviper sind in Baden-Württemberg in der freien Wildbahn glücklicherweise nicht anzutreffen, dafür jedoch im Schlangenhaus in der Wilhelma in der Landeshauptstadt Stuttgart. Trotzdem gibt es auch in der Natur, und immer öfter auch in bebauten Gebieten, Tiere, die auch dem Menschen gefährlich werden können. Bill Gates warnte bereits vor dem „tödlichsten Tier der Welt“, inzwischen wurde die asiatische Tigermücke bereits in mehreren Städten im Südwesten gesichtet. Zudem breitet sich eine gefährliche Giftspinne im Südwesten aus, beim Biss droht Kreislaufversagen.

Wenn bei schwülem Wetter länger Mal die Fenster offen stehen, kommt es auch in Baden-Württemberg vor, dass eine Spinne den Weg in die Wohnung findet. Viele Menschen ekeln sich jedoch vor den langbeinigen Krabbeltieren und manche leiden sogar unter Arachnophobie - einer panischen Angst vor Spinnen. Insekten, vor denen sich wohl nur wenige ekeln oder fürchten sind dagegen Schmetterlinge. Mit ihren bunten Farben verzücken sie im Sommer nicht nur Kinder. Eine auch in Baden-Württemberg heimische Schmetterlingsart ist in ihrem frühen Stadium jedoch hochgefährlich.

Giftraupe in Baden-Württemberg: Klimawandel begünstigt Population

Der Klimawandel nimmt aktuell eine brutale Gestalt an und führte beim Wetter in Deutschland in den vergangenen Tagen zu immer heftigeren Gewittern. Doch auch die hiesige Tierpopulation wird durch die warmen Winter deutlich verändert. Besonderen Einfluss hat das auf die Insekten, die normalerweise aufgrund der niedrigen Temperaturen im Winter absterben und sich erst im Frühjahr wieder ausbreiten. Durch den Klimawandel kann sich jedoch auch der Goldafter sehr schnell verbreiten, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. In Bayern ist der Goldafter bereits zur Plage für die Landwirtschaft geworden. Die Giftraupe ist jedoch auch im Kreis Heilbronn aktiv, wie echo24* berichtet.

Die Schmetterlinge sind mit über 160.000 beschriebenen Arten die artenreichste Insekten-Ordnung überhaupt. Der Goldafter ist zwar auch in seinem finalen Stadium kein bunt geschmückter klassischer Schmetterling, mit seinem namensgebenden goldenen Hinterteil jedoch ein ansehnlicher Nachtfalter. Gefährlich sind jedoch die Raupen, die sich immer mehr in Bayern und auch in Baden-Württemberg ausbreiten. In Anzing (Oberbayern) mussten Ende Mai sogar bereits umfassende Maßnahmen eingeleitet werden, um die Ausbreitung der Goldafterraupen einzudämmen, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Goldafterraupe: Brennhaar ruft heftige Hautreaktionen hervor

Besonders tückisch ist an den Raupen des Goldafters, dass sie ihre Nester in Baumwipfeln und Triebspitzen von Ästen haben. Dort weben sie im Sommer Blätter in einem acht bis zehn Zentimeter großen Gespinst zusammen. Von dort können sie unbemerkt auf unten vorbeigehende Menschen fallen und durch ihre Brennhaare mitunter heftige Hautausschläge hervorrufen. Die Reaktionen können tagelang anhalten und zeigen Symptome wie Quaddeln, rote Flecken, insektenstichartige Schwellungen und einen ausgeprägten Juckreiz. Im schlimmsten Fall kann ein Kontakt mit den Brennhaaren der Raupe sogar zu Schüttelfrost, Fieber und Atemnot führen.

Die Goldafterraupen sind jedoch nicht die einzigen Schmetterlingsraupen, vor denen man sich im Sommer in Acht nehmen sollte. Auch die zum Verwechseln ähnlichen Raupen des Eichenprozessionsspinners besitzen Brennhaare, die leicht abbrechen und ebenfalls zu heftigen Hautreaktionen führen können. Die Verbreitung dieser Schmetterlingsraupen ist sogar noch deutlich größer als beim Goldafter, berichtet wetter.de. Bei stärkeren Reaktionen auf das Gift in den Brennhaaren der Goldafter- und Eichenprozessionsspinnerraupen ist unbedingt ein Gang zum Arzt zu empfehlen. *echo24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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