Kreuzotter, Aspisviper und Co.

Giftschlangen lauern in Baden-Württemberg - für einige Menschen sind sie besonders gefährlich

Kreuzotter liegt auf dem Boden
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Die Kreuzotter ist eine von zwei Giftschlangen in Baden-Württemberg.
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
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Schlangen begegnet man in Baden-Württemberg vergleichsweise selten. Sechs der weltweit rund 2.700 Arten kriechen jedoch auch durchs Ländle - zwei davon sind sogar ziemlich giftig.

Stuttgart - Schlangen rufen bei vielen Ekel hervor, andere finden die Tiere hingegen faszinierend schön - und das obwohl die wenigsten Menschen in den europäischen Industriestaaten einer Schlange in freier Wildbahn begegnen. Die Reptilien kriechen zwar auch hierzulande über den Boden. Der Anblick einer Natter oder einer Kreuzotter in der Natur ist jedoch eine Seltenheit.

In Baden-Württemberg halten sich sechs der weltweit insgesamt 2.700 Schlangenarten auf: die Ringelnatter, die Barren-Ringelnatter, die Äskulapnatter, die Schlingnatter, die Kreuzotter und die Aspisviper. Am ehesten begegnen ihnen noch Wanderer. Die Reptilien halten sich weitab von großen Ballungsräumen wie der Landeshauptstadt Stuttgart* (BW24* berichtete) überwiegend in den Tälern des Schwarzwaldes, auf der schwäbischen Alb und auch im Allgäu auf.

Schlangen in Baden-Württemberg: Die Ringelnatter ist die bekannteste Schlange

Die Ringelnatter gehört dabei zu bekanntesten Arten im Südwesten. Sie sind vollkommen harmlos und haben überwiegend eine graue oder bräunliche Färbung. Ihr wichtigstes Erkennungsmerkmal sind die gelb bis weißen Nackenflecken. Eine Unterart von ihr ist die sogenannte Barren-Ringelnatter, die etwas heller gefärbt ist. Ausgewachsen wird sie 160 Zentimeter lang - und ist damit 30 Zentimeter länger als die Ringelnatter.

Die Barren-Ringelnatter ist die zweitlängste Schlange im Südwesten.

Die längste Schlange im Südwesten ist sie damit allerdings nicht. Die Äskupalnatter ist 20 Zentimeter länger und erreicht eine Körperlänge von 180 Zentimetern. Sie zählt laut Nabu zu den seltensten Reptilienarten in Deutschland und kann im südlichen Odenwald beobachtet werden. Die Natter hat einen schmalen, hellen Kopf, der Körper ist olivbraun, grünlich gefärbt.

Die kleinste Schlange in Baden-Württemberg wird 70 Zentimeter lang

Die kleinste Natter in Baden-Württemberg ist dagegen die Schling- oder Glattnatter. Sie wird gerade einmal 70 Zentimeter lang und hat einen kleinen, zugespitzt zulaufenden Kopf. Auffällig an der sonst gräulichen Schlange sind die dunklen Wangenstreifen, die sich vom Nasenloch durch das Auge bis über die Mundwinkel ziehen. Ihr Muster führt dazu, dass sie oft mit der Kreuzotter verwechselt wird. Schlingnattern haben im Gegensatz dazu aber runde Pupillen, und noch wichtiger: Sie sind völlig ungiftig.

Die Kreuzotter gehört nämlich neben der Aspisviper zu den zwei Arten in Baden-Württemberg, deren Biss für den Menschen unter Umständen gefährlich werden kann. Die Tiere halten sich in den höheren, kühlen Lagen des Schwarzwalds, im Allgäu und in Oberschwaben auf. Sie ist erkennbar durch ihre winkelförmige Kopfzeichnung und verfügt darüber hinaus ein Zickzack-Muster, das sich über den 75 Zentimeter langen Körper zieht. Echo24.de* berichtet darüber, wie giftig der Biss der Kreuzotter wirklich ist.

Die Schlingnatter ist die kleinste Schlange in Baden-Württemberg.

Die Aspisviper hält sich laut Nabu lediglich im südlichen Schwarzwald auf, in zwei tief eingeschnittenen Tälern mit ausgedehnten Felsgebieten. Sie steht wie die Kreuzotter auf der sogenannten Roten Liste, einer Ansammlung vom von Aussterben bedrohter Tierarten. Sie wird maximal 60 Zentimeter lang, hat einen gedrungenen Körper mit breitem, dreieckigen Kopf und einen kurzen Schwanz. Die Schnauzenspitze ist leicht erhöht und injiziert bei einem Biss ein Gift, das nur halb so stark wirkt wie das der Kreuzotter.

Das Schlangengift kann nur in Ausnahmefällen lebensgefährlich werden

Zur Beruhigung: Dass das Gift der Schlangen bei einem Biss zum Tod führt, ist unwahrscheinlich. Kinder und auch ältere Menschen sollten sich vor dem Giftvorrat der Schlangen aber durchaus in Acht nehmen. An der Bissstelle bildet sich etwa rund eine Stunde später eine große Schwellung, die sich bläulich verfärben kann. Unter Umständen kann das Gift dann zu Atemnot und Herzbeschwerden führen. In den meisten Fällen ist es aber so, dass Menschen oft nichts merken. Ein Arzt sollte nach einem Biss allerdings in jedem Fall aufgesucht werden.

Grundsätzlich sind Schlangen allerdings sehr scheue Tier. Auf Erschütterungen im Boden reagieren sie sehr sensibel und ziehen sich schnell zurück. Viele Menschen reagieren fatal, wenn sie Schlangen in Baden-Württemberg* sichten. Solange sie von Störern nicht in die Enge getrieben werden, fühlen sie sich nicht bedroht und attackieren auch nicht mit Bissen. Beobachter sollten auf das Warnverhalten der Reptilien achten. Rollen sich die Tiere zusammen und heben zischend den Vorderkörper, heißt es: Lieber Abstand halten. *BW24 und echo24 sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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