Steigende Inzidenz in Stuttgart

Corona in Baden-Württemberg: Welche Regeln aktuell gelten - steigende Inzidenzen

„Wir freuen uns auf euch - euer Carls Team“ steht auf einer Tafel geschrieben, während Gäste daneben sitzen und in der Sonne ein Bier genießen.
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In Stuttgart hat die Gastronomie wieder uneingeschränkt geöffnet
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg nimmt in Baden-Württemberg wieder Fahrt auf. Einige Städte und Landkreise müssen sich auf neue Regeln einstellen.

Update vom 21. Juli, 09.17 Uhr: Unter anderem in der Landeshauptstadt Stuttgart werden die Regelungen nach steigender Inzidenzzahl wieder verschärft. Denn liegen die Werte an fünf aufeinanderfolgenden Tagen über einer Inzidenzmarke von 10, treten wieder die Regelungen der Inzidenzstufe zwei in Kraft. Der Stadtkreis Stuttgart hat aktuell eine 7-Tage-Inzidenz von 21,2 (Stand 20. Juli). In der Region Stuttgart liegen Stuttgart, Böblingen und Ludwigsburg derzeit über der 10er-Marke. Insgesamt sind 17 Kreise in Baden-Württemberg derzeit wieder über der Marke von zehn. Erste Landkreise in Baden-Württemberg steuern sogar auf die 35er-Marke zu, berichten die Stuttgarter Nachrichten. Ab einer Inzidenz von 35 gilt dann Inzidenzstufe drei.

Inzidenzstufe zwei: Das gilt für betroffene Städte und Kreise jetzt in Baden-Württemberg

Bei Inzidenzstufe zwei dürfen sich noch vier Haushalte, maximal aber 15 Personen treffen. Kinder dieser Haushalte und bis zu fünf weitere Kinder bis einschließlich 13 Jahre zählen hier nicht dazu. Bei privaten Veranstaltungen gilt: Im Freien dürfen maximal 200 Personen zusammenkommen, in geschlossenen Räumen ebenfalls 200, wenn diese getestet, geimpft oder genesen sind.

Bei öffentlichen Veranstaltungen im Freien sind maximal 750 Personen erlaubt, bei über 200 Personen muss ein Mund- und Nasenschutz getragen werden. In geschlossenen Räumen sind maximal 250 Menschen erlaubt. Alternativ dürfen auch 20 Prozent der Besucherkapazität kommen oder 60 Prozent, wenn diese getestet, geimpft oder genesen sind.

Diskotheken dürfen bei einer Inzidenzstufe zwei nicht öffnen. In einigen Bereichen verändert sich im Vergleich zu Inzidenzstufe eins nichts. So gelten für Kultureinrichtungen wie Galerien, Museen und Bibliotheken sowie für Sport im Freien, die Gastronomie, den Einzelhandel und den Tourismus die gleichen Beschränkungen wie bei Inzidenzstufe eins. Nur das Rauchen in der Gastronomie ist in geschlossenen Räumen bei Inzidenzstufe zwei nicht mehr gestattet.

Übersicht: Diese verschärften Corona-Regeln gelten bei Inzidenzstufe 2 (Inzidenz von 10 bis 35) - die Regeln der Inzidenzstufe 1 bleiben außerdem bestehen (siehe unten).

LebensbereicheBeschränkungen
KontaktbeschränkungenVier Haushalte, maximal 15 Personen
Private Veranstaltung (Hochzeiten, Geburtstage etc.)Maximal 200 Personen im Freien, in geschlossenen Räumen 200 Personen wenn geimpft, genesen oder getestet
Öffentliche Veranstaltungen (Theater, Konzert, Stadtfeste etc.)Im Freien maximal 750 Personen, bei über 200 Personen gilt Maskenpflicht. In geschlossenen Räumen maximal 250 Personen
Gastronomie und VergnügungsstättenOhne besondere Regelung, keine Begrenzung der Personenzahl. Aber: In geschlossenen Räumen gilt ein Rauchverbot
DiskothekenGeschlossen

Erstmeldung: Stuttgart - Seit inzwischen fast eineinhalb Jahren beschäftigt die Menschen das Coronavirus in Baden-Württemberg und ganz Deutschland. Und auch wenn die Delta-Variante des Coronavirus auf dem Vormarsch ist, kehren viele im Land nach und nach zu ihrem normalen Alltag zurück. Die Landesregierung hat am 28. Juni 2021 weitere Lockerungen auf den Weg gebracht. Doch prinzipiell gilt noch immer für alle: Abstand halten, Maske tragen und ans Hygienekonzept halten.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Neue Regeln sind in Kraft getreten - und Lockerungen

Bereits Mitte Mai hatte das Land Baden-Württemberg die Maskenpflicht gelockert. Trotzdem bleibt die medizinische Maskenpflicht für alle ab sechs Jahren weiterhin bestehen. Ausnahmen gibt es aber noch immer: Kinder bis einschließlich fünf Jahren sind vom Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung befreit. Aber auch Erwachsene, die aus gesundheitlichen Gründen keine Masken tragen können, sind hierzu nicht verpflichtet. Allerdings muss in diesem Fall eine ärztliche Bescheinigung zur Befreiung vorliegen.

Bei der Inzidenzstufe 1, wenn also die 7-Tage-Inzidenz in der Stadt oder im Landkreis bei unter zehn liegt, muss im Freien nur dann eine Maske getragen werden, wenn ein Mindestabstand von 1,50 Meter zu anderen nicht dauerhaft eingehalten werden kann. In geschlossenen Räumen, beispielsweise bei privaten Treffen, privaten Feiern, in Restaurants oder Kantinen, darf die Maske zum Essen und Trinken abgenommen werden. Auch beim Sport kann ab sofort darauf verzichtet werden.

Übersicht: Diese Corona-Regeln gelten bei Inzidenzstufe 1 (unter Inzidenz 10):

LebensbereicheBeschränkungen
KontaktbeschränkungenMaximal 25 Personen dürfen zusammenkommen
Private Veranstaltung (Hochzeiten, Geburtstage etc.)Maximal 300 Personen im Freien und 300 in geschlossenen Räumen, aber nur wer geimpft, genesen oder getestet ist
Öffentliche Veranstaltungen (Theater, Konzert, Stadtfeste etc.)Im Freien maximal 1.500 Personen, bei über 300 Personen gilt Maskenpflicht. In geschlossenen Räumen maximal 500 Personen
Freizeiteinrichtungen (Freizeitparks, Schwimmbäder etc.)Im Freien und in geschlossenen Räumen keine Begrenzung der Personenzahl
Kultureinrichtungen (Galerien, Museen etc.)Im Freien und geschlossenen Räumen keine Begrenzung der Personenzahl
Gastronomie und VergnügungsstättenOhne besondere Regelung, keine Begrenzung der Personenzahl
Betriebskantinen und MensenNutzung durch Angehörige der Einrichtung ohne besondere Regelungen erlaubt
EinzelhandelOhne besondere Regelungen, weiter Maskenpflicht
Körpernahe Dienstleistungen Wenn Maske nicht dauerhaft getragen werden kann, dann nur Geimpfte, Genesene und Geheilte
MessenIm Freien und in geschlossenen Räumen eine Person je drei Quadratmeter ODER keine Beschränkung der Personenzahl mit Nachweis von Impfung, Genesung oder Testung
BeherbergungGeimpfte, Genesene und Getestete mit Testnachweis bei Anreise. Alle drei Tage ist ein neuer Test nötig
DiskothekenOffen für Geimpfte, Genesene und Getestete

Für bestimmte Dienstleistungen und Angebote ist weiterhin ein negativer Corona-Schnelltest erforderlich. Dieser darf nicht älter als 24 Stunden sein. Bürger können sich hierfür weiterhin kostenlos in Testzentren, Apotheken oder Arztpraxen auf das Virus testen lassen. Um eine offizielle Bescheinigung zu erhalten, können zu testende Personen auch an sich selbst Schnelltests durchführen, müssen dies allerdings unter Aufsicht, zum Beispiel in Anwesenheit eines Dienstleisters oder Arbeitgebers, tun. Schulpflichtige Kinder können auch einen von der Schule bescheinigten negativen Test vorlegen. Für Kinder bis einschließlich fünf Jahre gibt es keine Testpflicht.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kontaktbeschränkungen werden gelockert

Weitere Lockerungen gibt bei Inzidenzstufe 1 auch im privaten Bereich. Es dürfen nun wieder bis zu 25 Personen zusammenkommen. Geimpfte sowie genesene Personen werden hierbei nicht mitgezählt. Paare, die nicht zusammenleben, werden als ein Haushalt betrachtet. Auch bei privaten Veranstaltungen wie Geburtstage oder Hochzeitsfeiern gelten neue Regeln. Seit 28. Juni besteht hierfür im Freien eine Obergrenze von 300 Personen. In geschlossenen Räumen dürfen sich ebenfalls bis zu 300 Personen zusammenfinden, allerdings müssen diese geimpft, genesen oder nachweislich negativ getestet sein.

Die Länder verständigten sich am Dienstag zudem auf eine Lockerung für Großveranstaltungen. Unter bestimmten Voraussetzungen sollen große Events mit bis zu 25.000 Zuschauern wieder zugelassen werden. Die Neuregelungen für Großveranstaltungen müssen aber noch an das jeweilige Länderrecht angepasst werden.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Keine Beschränkungen mehr in der Gastronomie

Auch Kulturliebhaber können sich freuen: Durch die sinkende Inzidenz dürfen Theater, Opern oder Flohmärkte wieder öffnen. Bei öffentlichen Veranstaltungen gilt: Im Freien dürfen sich maximal 1.500 Personen versammeln, ab 300 Personen gilt auch im Freien eine Maskenpflicht. In geschlossenen Räumen wird die Personenzahl auf 500 begrenzt, oder 30 Prozent der Kapazität ohne Abstandsgebote, oder maximal 60 Prozent der Kapazität ohne Abstandsgebot aber mit 3G-Nachweis (geimpft, genesen, getestet).

Was viele nach den langen Schließungen besonders freuen wird: Nach den Öffnungen der Außengastronomie Anfang Juni gelten für die gesamte Gastronomie bei Inzidenzstufe eins nun überhaupt keine Beschränkungen mehr. Außerdem wurde das Rauchverbot aufgehoben. Allerdings gibt es in der Gastronomie weiterhin eine Kontaktnachverfolgung und ein Hygienekonzept. Im Einzelhandel entfallen die Beschränkungen ebenfalls.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Lockerungen in Schwimmbädern und Freizeitparks

Auch für Freizeiteinrichtungen wie Schwimmbäder, Freizeitparks oder Hochseilgärten fallen bei Inzidenzstufe eins und zwei (Inzidenz von 10 bis 35) sämtliche Beschränkungen weg. Dennoch gelten hier weiterhin die bestehenden Hygienekonzepte und die Daten der Besucher werden erfasst. Für Schwimmbäder gelten zusätzliche Vorgaben für eine begrenzte Personenzahl in den Becken.

Bei öffentlichen Veranstaltungen wie Theater, Konzerte, Oper oder Flohmärkte sind im Freien maximal 1.500 Personen erlaubt, ab 300 Besuchern gilt auch draußen eine Maskenpflicht. In geschlossenen Räumen sind maximal 500 Personen zugelassen. Hier kommt es allerdings auch auf die Größe des Veranstaltungsorts an: So dürfen maximal 60 Prozent der Kapazität ohne Abstandsgebot genutzt werden, wenn die Besucher geimpft, genesen oder negativ getestet sind.

Die Diskotheken in Baden-Württemberg öffnen - mit Beschränkungen

Endlich darf auch wieder gefeiert werden. Allerdings vorerst noch unter Auflagen: Mit 3G-Nachweis, Hygienekonzept und Kontaktnachverfolgung. Aktuell haben noch nicht alle Clubs wieder geöffnet, es laufen noch Modellprojekte. Die Stadt Stuttgart will etwa Distanztracker in Läden und Clubs einsetzen, die bei zu nahem Personenkontakt Alarm schlagen.

Weitere Lockerungen traten auch in Kultureinrichtungen in Kraft. So gibt es etwa in Galerien, Museen, Bibliotheken oder Gedenkstätten keine Beschränkungen der Personenzahl mehr, die Kontaktdaten der Besucher werden aber weiterhin erfasst.

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