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Freiheitsstatue in Pink plötzlich in Freiburg aufgetaucht - Stadt sieht darin „Gefährdung der Allgemeinheit“

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Von: Sina Alonso Garcia

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Freiheitsstatue in pink
Ein echter Hingucker: Über den Dächern Freiburgs thronte in der vergangenen Woche eine Freiheitsstatue in knalligem Pink. © Instagram-Nutzer/Anonym

Freiburger staunten nicht schlecht, als auf dem Kanonenplatz kürzlich eine knallpinke Freiheitsstatue auftauchte. Nach rund einer Woche hat die Stadt das unangemeldete Kunstwerk abgebaut.

Update vom 31. August: Sie brachte Farbe ins Stadtbild und war ein regelrechter Besuchermagnet: Eine drei Meter hohe, pinke Freiheitsstatue thronte rund eine Woche lang auf dem Kanonenplatz in Freiburg. Aufgestellt von einem anonymen Künstlerkollektiv, setzte die Figur ein Zeichen gegen das Clubsterben in Freiburg und warb für ein Wiederbeleben der städtischen Kulturlandschaft. Während die Skulptur von vielen Passanten als gern gesehenes Fotomotiv genutzt wurde, geht die Aktion der Stadt Freiburg offenbar zu weit. Laut eines Berichts der Badischen Zeitung wurde die Statue am Montag entfernt und befindet sich jetzt in einem Lagerraum des Garten- und Tiefbauamts.

Bereits Ende vergangener Woche hatte die Stadt den anonymen Aufsteller in einem an die Figur gehängten Schreiben aufgefordert, die Statue zu entfernen. „Weil dies am Wochenende nicht geschah, haben wir die Statue selber entfernt und eingelagert“, sagt Pressesprecher Toni Klein. „Sie kann gerne wieder abgeholt werden – kostenpflichtig.“ Mittlerweile hat die Stadt Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Gründe: Zum einen habe es keine Genehmigung für den Aufbau gegeben. Zum anderen sei eine „Gefährdung der Allgemeinheit“ nicht auszuschließen gewesen. So sorgte sich die Behörde vor allem um die Standhaftigkeit der stattlichen Plastik. Darüber hinaus seien der Stadt durch das Sichern und den Abbau des mysteriösen Kunstwerks Kosten entstanden.

Erstmeldung vom 28. August: Freiburg - Plötzlich stand sie einfach da: Auf dem Kanonenplatz in Freiburg thront seit Kurzem eine drei Meter hohe, pinkfarbene Freiheitsstatue. In der Hand trägt sie ein Schild, auf dem steht: „Freiburg, was geht?“ und „War‘s das?“. Passanten zeigten sich zunächst ratlos. Keiner wusste so recht: Was hat es mit der knalligen Skulptur auf sich? „Passt gar nicht ins Stadtbild rein“, sagte eine Passantin dem SWR. „Ein Eyecatcher“, findet wiederum ein anderer.

Freiheitsstatue in Pink
Symbol für den Kampf gegen das Clubsterben: Die Freiheitsstatue in Pink war in Freiburg ein beliebtes Fotomotiv. © Reiner Knochel (Fotomontage BW24)

Beim näheren Betrachten wird schließlich klar, worum es geht. „Dies ist ein Zeichen gegen das Club- und Kultursterben in Freiburg“, heißt es auf einer Tafel am Sockel der Statue. Dort steht außerdem, dass in den vergangenen 20 Jahren 38 Clubs in Freiburg dicht gemacht worden seien. „Die Stadt Freiburg und Anwohner verhindern eine Nachtkulturlandschaft.“ Wer die Freiheitsstatue aufgestellt hat, ist unklar. Laut Informationen des SWR steckt dahinter jedoch ein anonymes Künstlerkollektiv. Auch nach rund einer Woche hat sich noch niemand öffentlich zu der Statue bekannt.

Die Stadt Freiburg hat bereits auf das Clubsterben reagiert. „Wir wissen über die Situation der Clubs in Freiburg Bescheid und stehen mit den zentralen Akteurinnen und Akteuren der Subkulturszene in engem Kontakt“, schreibt die Stadt in einem schriftlichen Statement. Mitte November tritt erstmals eine Nachtkulturbeauftragte, Kristina Mühlbach, ihre neue Stelle an. Sie soll Clubs, Bars und Kulturschaffende stärken und das Nachtleben in der Stadt erhalten.

Clubsterben: Nicht nur Freiburg betroffen - auch in Stuttgart leiden Kulturschaffende

Nicht nur Freiburgs Kulturschaffende leiden unter dem Clubsterben. Auch in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart legte zuletzt das Coronavirus die Clubszene lahm, manche Lokalitäten haben die Pandemie nicht überlebt. Ähnlich wie in Freiburg setzten sich auch in Stuttgart viele Kulturschaffende für kreative Ideen ein, um die Szene zu erhalten. Mit ihrer pinken Freiheitsstatue haben die Freiburger jedenfalls ein Zeichen gesetzt, an dem so schnell niemand vorbeikommt - und das vermutlich viele Menschen zum Nachdenken bringen wird.

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