„Nummer ohne Anruf“

Freiburger Studentin entwickelt App gegen Belästigung

Junge Frau tippt etwas in ihr Smartphone
+
Wer seine Handynummer nicht herausgeben will, kann einfach die Nummer von „NoA“ angeben.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
    schließen

Eine Freiburger Studentin hat sich etwas gegen Belästigung einfallen lassen. Mit „NoA“ will sie die Welt ein Stückchen sicherer machen.

Freiburg - „Kann ich deine Nummer haben?“ Diesen Satz bekommt man vor allem im Nachtleben, beim Feiern oder in einer Bar, häufig zu hören. Doch was, wenn man seine Handynummer gar nicht herausgeben möchte? Natürlich kann man höflich ablehnen. Doch oftmals bleibt der Gegenüber hartnäckig.

Dass sich etwa Mädchen und junge Frauen nachts unsicher fühlen, ist in vielen Städten in Baden-Württemberg ein Problem. Auch in Stuttgart haben junge Frauen nachts Angst. Wenn dann noch Fremde aufdringlich werden und unter allen Umständen die Kontaktdaten von ihrem Gegenüber haben möchten, kann die Situation schnell unangenehm verlaufen.

Um galant aus solchen Lagen herauszukommen, hat sich eine Freiburger Studentin etwas einfallen lassen. Jasmin Aboudhaq hat „NoA“, die „Nummer ohne Anruf“ entwickelt. Die Idee dahinter ist einfach. Und dennoch genial.

Applikation „NoA“ von Freiburger Studentin rettet aus unangenehmen Situationen

Das Konzept der Studentin: Möchte man seinen Namen nicht preisgeben, stellt man sich als „Noa“ vor. Verlangt der Gegenüber sogar eine Handynummer, kann man 0157 53024990 als Kontakt angeben. Nimmt derjenige später über die Handynummer Kontakt auf, wird eine automatische Nachricht an sie oder ihn verschickt. Darin erklärt „NoA“, dass sich die Person offenbar unwohl gefühlt und daher diese Nummer angegeben hat. Über einen Link in der Nachricht kann der Empfänger zudem auf die Webseite von „NoA“ gelangen. Dort gibt es unter anderem Tipps, wie solch eine Situation in Zukunft vermieden werden kann.

Die Studentin aus Freiburg kam durch eigene unangenehme Erfahrungen auf die Idee zu „NoA“. Jasmin Aboudhaq hatte irgendwann genug, sich jedes Mal rechtfertigen zu müssen, wenn sie ihre Nummer nicht herausgeben wollte. Oftmals dachte sie sich einfach eine Nummer aus, um endlich in Ruhe gelassen zu werden. Eine Funktion wie „NoA“ kannte die Studentin damals schon aus den USA. „Ich dachte mir: Das brauchen wir hier auch. Zumal ich auch schon mal in einer Situation war, in der eine Person einfach nicht akzeptieren wollte, dass ich Nein gesagt hatte“, erklärt Jasmin Aboudhaq gegenüber NJoy.

Ihrer Meinung nach müssen die Gegenüber dafür sensibilisiert werden, dass man ein Nein in solch einem Fall akzeptieren muss. „Statt eine Nummer mit Zahlendreher zu geben, kann man doch lieber was schaffen, damit sich Personen auch noch selbst reflektieren und sich vielleicht mit ihrem Verhalten auseinandersetzen“, sagt sie. Applikationen wie „NoA“ können helfen, sich sicherer und wohler zu fühlen. Laut einer Studie in Stuttgart fürchten sich Mädchen und Frauen vor allem in den Abend und Nachtstunde vor Übergriffen.

Helfen und aufklären: „NoA“ soll Menschen sensibilisieren

Auf der Webseite von „NoA“ sind auch weitere Verhaltenstipps zu finden. Wenn man zum Beispiel Interesse am Gegenüber hat, sollte man lieber die eigene Nummer anbieten, anstatt die Nummer des oder der anderen zu verlangen. So kann die Person selbst entscheiden, ob sie sich melden möchte oder nicht.

Damit sich Frauen und Mädchen abends und nachts wohler fühlen, haben sich auch Studenten aus der Landeshauptstadt Stuttgart etwas einfallen lassen. Eine von ihnen entwickelte App soll den Heimweg sicherer machen. Denn nachts allein unterwegs zu sein, bereitet vor allem Frauen und Mädchen noch immer ein ungutes Gefühl. Die App „Walkingbuddies“ will daher Frauen und Mädchen vernetzen, die einen gleichen Heimweg haben.

Mehr zum Thema

Kommentare