„Das war knapp“

Freiburg: Autofahrer staunen über ungewöhnliche Strafzettel an Weihnachten

Ein Strafzettel klemmt zusammengerollt unter einem Scheibenwischer am Auto.
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Strafzettel in Freiburg brachten mit einer weihnachtlichen Botschaft viele zum Schmunzeln.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Mit einer weihnachtlichen Botschaft bringen in Freiburg Strafzettel Falschparker zum Schmunzeln.

Freiburg - Ein Knöllchen an Heiligabend muss nun wirklich nicht sein. Das dachten sich wohl die Ordnungsbehörden in der Stadt Freiburg. Statt Geldbußen von Falschparkern einzufordern, verteilten die Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdienstes fröhliche Weihnachtsgrüße. „Ho, ho, ho - das war knapp“ stand auf dem Zettel, der unter den Scheibenwischern klemmte. Auch in der Weihnachtszeit gelte die Straßenverkehrsordnung. „Sie haben bestimmt nicht daran gedacht und Ihr Kfz nicht entsprechend der StVO abgestellt.“

Autofahrer staunten nicht schlecht über die humorvolle Botschaft. Im Netz löste die Aktion viel Zuspruch aus. Tausende Menschen drückten „Gefällt mir“ für einen Instagram-Post von Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn, in dem die Aktion thematisiert wurde. „Unsere Mitarbeiter des Amtes für öffentliche Ordnung verteilen heute keine Strafzettel, sondern weihnachtliche Grüße“, so Horn. „Eine schöne Geste in einem herausfordernden Jahr!“

Weihnachtsgrüße statt Strafzettel: Kritiker melden sich zu Wort

Neben den positiven Reaktionen gab es aber auch Kritik. Prompt reagierte der Freiburger Fuß- und Radentscheid auf den Instagram-Post des Oberbürgermeisters: „Wir wundern uns sehr über ihr Rechts- und Demokratieverständnis.“ 40.000 Unterschriften hätten den Schutz von Fuß- und Radverkehr in Freiburg gefordert. „Und was machen Sie?“ Martin Horn entgegnete, dass die Aktion lediglich für einen einzigen Tag gelte. „Das widerspricht nicht dem Kurs Richtung nachhaltige Mobilität.“ Er teile die Kritik nicht, schrieb der OB.

Für viele war die frohe Botschaft in Zeiten von Weihnachtsstress und der ohnehin auf die Stimmung drückenden Corona-Pandemie mit Sicherheit willkommen. Ganz neu scheint die Idee mit dem lustigen Strafzettel jedoch nicht zu sein. Schon 2019 kursierten „Ho, ho, ho“-Strafzettel beispielsweise in Thale im Harz, wie verschiedene Medien berichteten. Und auch im rheinland-pfälzischen Germersheim hat es die Gnaden-Knöllchen schon vor ein paar Wochen gegeben.

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