„Da waren wir schon mal!“

Netflix-Serie „Biohackers“ spielt in Freiburg - und sorgt bei Einwohnern für Spott

Schauspielerin Jessica Schwarz als Professorin Tanja Lorenz in einer Szene aus „Biohackers“
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Freiburg: Netflix-Serie „Biohackers“ spielt in Freiburg - Einwohner sind mit Darstellung nicht einverstanden.
  • Julian Baumann
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Die neue Netflix-Serie „Biohackers“ spielt in Freiburg. Die Darstellung der badischen Stadt, ihrer Universität und des Studentenlebens führte zu Spott in den sozialen Medien.

  • Seit dem 20. August ist die neue Serie „Biohackers“ auf Netflix verfügbar.
  • Das Drama spielt in Freiburg und thematisiert neben der Biohacking-Technologie auch das Studentenleben an der Universität Freiburg.
  • Die Bevölkerung hat gemischte Gefühle über die Darstellung ihrer Stadt.
  • Vielleicht gibt es irgendwann ja auch mal eine Netflix-Serie, die in Stuttgart spielt.

Freiburg - Netflix-Serien aus Deutschland sind spätestens seit dem Erfolg von „Dark“ schwer angesagt. Während „Dark“ in einer fiktiven Kleinstadt spielte, geht das neue Drama „Biohackers“ andere Wege. Die Serie spielt in Freiburg im Breisgau und zeigt das auch ganz offensichtlich. Neben der namensgebenden Biohacking-Technologie thematisiert das Programm auch das Studentenleben an der Universität Freiburg. Damit sind viele Freiburger nicht einverstanden - die Netflix-Darstellung ihrer Stadt führte in den sozialen Medien zu Spott.

Die Handlung der Serie „Biohackers“ ist schnell beschrieben. Die Studentin Mia Akerlund schreibt sich an der Universität Freiburg ein, um dort Medizin zu studieren. Insgeheim verfolgt sie jedoch einen anderen Plan. Sie plant, sich an der renommierten Professorin Tanja Lorenz zu rächen, die für den Tod von Mias Bruder verantwortlich ist. Sie schafft es schließlich, in den engeren Kreis der Uni vorzudringen und an der Biohacking-Technologie mitzuarbeiten.

Freiburg: Netflix-Serie „Biohackers“ - „Serie spielt in Freiburg und es hat noch keiner badisch geredet“

Wenn man sich die Twitter-Kommentare zu der neuen Netflix-Serie „Biohackers“ anschaut, hat man das Gefühl, die Serie spiele nur zufällig in Freiburg. „Ich guck gerade Biohackers auf Netflix - Die Serie spielt in Freiburg und es hat noch keiner badisch geredet. Sehr seltsam“, wundert sich ein Nutzer. Der Grund für die Location ist demnach schon mal nicht der Badische Dialekt. Doch auch bei der Darstellung der Universität Freiburg nahm sich Netflix offensichtlich einige Freiheiten. „Alter hat Freiburg eine krasse Uni“, schreibt eine Userin. So kennen die Freiburger Studenten ihre Universität wohl nicht. „Habe gerade die erste halbe Stunde geguckt. Am unrealistischsten: Die Schließfächer der Uni-Bibliothek sind sauber, unbemalt und funktionieren“, schreibt eine weitere Nutzerin.

Freiburg: Netflix-Serie „Biohackers“ - Freiheiten nicht nur bei der Darstellung der Universität

Doch die Freiheiten, die sich Netflix bei der neuen Serie „Biohackers“ nahm, beziehen sich nicht nur auf die Uni. Auch die Stadtstruktur wurde offensichtlich kurzerhand umgestaltet. „Biohackers ist furchtbar und ich glaube, das Realistischste ist, dass die Klarastraße 111 tatsächlich die Postleitzahl 76106 hat“, erklärt ein Nutzer auf Twitter. Nach Angaben der Freiburger wird in der Serie auch eine Brücke zum Mittelpunkt der Stadt gemacht, was Kommentare wie „In der ersten Folge Biohackers fahren die Protagonisten schon öfter über die blaue Brücke, als ich in meinen 6 Jahren“ zeigen. Einem weiteren Twitter-Nutzer ist das offensichtlich ebenfalls aufgefallen. „Was ich als Freiburger aus Biohackers bei Netflix noch lernen konnte: EGAL wo man in Freiburg hin möchte (mit dem Rad natürlich), man muss IMMER über die blaue Brücke fahren“, schrieb er.

Mit der ersten Szene der Serie „Biohackers" ist man in Freiburg wohl ebenfalls nicht einverstanden. „Gleich in der ersten Szene von Biohackers montieren sie einen ICE in die Schwarzwaldbahn hinein. Ja Netflix streut nur weiter Salz in diese einspurige, unelektrifizierte Wunde!“, schreibt ein Nutzer.

Freiburg: Netflix-Serie „Biohackers“ - Nicht alle Freiburger sind von der Serie enttäuscht

Die Serie „Biohackers“ kommt jedoch auch bei manchen Freiburgern gut an. Schließlich ist es doch eine Art Würdigung, wenn eine Stadt von Netflix als Drehort auserkoren wird. Kritik an der Darstellung schwingt jedoch sogar bei den positiven Kommentaren mit. „Ok Biohackers wirkte wie ein lang gezogener Film, hat mich aber durchaus gut unterhalten. Inklusive der völlig übertriebenen Darstellung des Studentenlebens aus Netflix-Sicht“, erklärt ein User auf Twitter. Ein weiterer Freiburger hat dagegen ein anderes Problem mit der Darstellung. „Gerade angefangen, Biohackers zu schauen. An sich gut aber wie man dieses Rothaus Bier freiwillig trinken kann, versteh ich immer noch nicht“.

Freiburg: Netflix-Serie „Biohackers“ - Keine Freiheiten bei der Getränke-Auswahl

Die neue Netflix-Serie „Biohackers“ spaltet die Gemüter in Freiburg. Die Serie scheint jedoch erfolgreich zu sein. Auch dafür haben die Freiburger auf Twitter eine passende Erklärung parat. „Biohackers trendet auf 1 bei Netflix, weil alle in Freiburg es seit Tagen schauen, ständig auf Pause drücken und rufen „Da waren wir schon mal!“, „Der SC!“, UNSER FREIBURG!“ und dann mit Tannenzäpfle anstoßen“. Immerhin hat sich Netflix demnach keine Freiheiten bei der Darstellung der Getränke gemacht, das Tannenzäpfle der Rothaus-Brauerei ist schließlich regional für die Freiburger.

Netflix bestätigte bereits eine zweite Staffel des Dramas, die wohl wieder in Freiburg spielen wird. Bleibt abzuwarten, welche Freiheiten sich der Video-on-Demand-Dienst diesmal bei „Biohackers" nimmt. Die Freiburger werden dann sicherlich darauf aufmerksam machen. Abzuwarten bleibt auch, ob Netflix weitere deutsche Serien plant. Vielleicht ist ja auch mal eine Serie in Stuttgart möglich, dann können wir auch dauernd Pause drücken, „UNSER STUTTGART“ schreien und mit einem Wulle anstoßen.

Mitte Juli sorgte eine Tanzparty mit 200 Menschen in Freiburg für Empörung. Die Veranstaltung war als Demonstration angemeldet.

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