Mobiler Saunazug

Freiburg: Historischer Wagen zur Sauna umgebaut - trotz Corona zu vermieten

Saunawaggon im Schnee.
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Der Saunazug im Möslepark morgens kurz vor Betriebsbeginn.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Ungewöhnliches Angebot in Zeiten der Corona-Pandemie: „Wellness auf Rädern“ gastiert aktuell im Freiburger Möslepark.

Freiburg - Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg* (BW24 berichtete) sind derzeit jegliche Freizeiteinrichtungen geschlossen. Da der Lockdown bis zum 7. März nochmals verlängert wird*, besteht kaum Hoffnung auf eine baldige Öffnung verschiedener Bereiche des öffentlichen Lebens - schon gar nicht von Schwimmbädern oder Wellnesseinrichtungen. Für Sauna-Fans dürfte jedoch ein Angebot auf dem Freiburger Campingplatz „Möslepark“ interessant sein. Dort gastiert derzeit das „Weltenbummlers DaySpa“, ein mobiler Saunazug, in dem corona-konform in Kleinstgruppen sauniert werden kann.

Wie Inhaber Paul Busse auf seiner Website betont, lege sein Konzept Wert auf „kunstgerechtes Saunabaden, das nicht mit den Saunas in Großanlagen und Spaßbädern vergleichbar ist“. Da sich die Besucher vorher online anmelden und ein oder mehrere Zeitfenster für den Saunagang in der Kleingruppe buchen, können alle Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus* eingehalten werden. Maximal vier Personen passen in den Sauna-Waggon. Durch die direkte Lage an einem See im Möslespark besteht direkt nach dem Saunieren die Möglichkeit, sich abzukühlen.

Sauna-Wagen: „Originale Schaustellerwaggons in handwerklicher Tradition neu aufgebaut“

In alter Schaustellerart zieht Paul Busse mit den historischen Holzschindelwagen durchs Land. Bereits 2005 hat er den Saunazug ins Leben gerufen. „Die originalen Schaustellerwaggons wurden in handwerklicher Tradition neu aufgebaut“, heißt es auf der Homepage. „Der ältere, 1911 in Straßburg gebaute Wohn- und Salonwagen wird für Massageanwendungen, der jüngere aus den 30er Jahren als Sauna- und Schlammbadewagen genutzt.“ 1977 hat der staatlich geprüfte Masseur und medizinischer Bademeister Busse das „Waldkurbad am Möslepark“ gegründet und mehr als 40 Jahre lang geführt.

Im Gespräch mit der Badischen Zeitung betont Paul Busse: „Sobald man aus der Sauna kommt, ist man im Freien. Hier lässt sich problemlos viel Abstand halten. Es gibt keine Kasse, keinen Sanitär- und Umkleidebereich, keinen Whirlpool - also nichts, wo man sich zu nahe kommen könnte.“ Bedenken, dass das Virus sich innerhalb der Sauna-Luft von Vorgängern übertragen könnte, kann Busse ausräumen: „Wie heizen mit Holz, die Luft hat eine Temperatur von 100 Grad Celsius, manchmal 105 Grad Celsius, so genau aufs Grad kann ich das gar nicht regulieren. Ich möchte das Virus sehen, das dann noch stramm stehen kann.“

Der Deutsche Saunabund geht ebenfalls davon aus, dass es nicht sehr wahrscheinlich ist, sich während eines acht- bis 15-minütigen Saunabesuchs bei den entsprechenden Temperaturen anzustecken. „Man weiß zudem aus Studien mit anderen Viren, dass die bei derart hohen Temperaturen inaktiviert werden“, sagte Busse der Badischen Zeitung.

Saunawagen: Besucher sind hauptsächlich „eingefleischte Saunagänger“

Gebucht werden kann der Saunawagen in Zeitfenstern über 20 Minuten. Im ersten Zeitfenster kostet der Gang 25 Euro pro Gruppe, ab dem zweiten Zeitfenster 20 Euro. Angebote außerhalb des Wagens, also am Wasser oder an den Liegestühlen, sind zeitlich nicht begrenzt. Für manchen mag das teuer klingen, doch Paul Busse kann auf seine Stammkunden zählen: „Die Leute kommen ja meist zu zweit oder zu dritt, da teilt man sich dann die Kosten, und schon ist es nicht mehr so arg“, sagte er der Badischen Zeitung. „Aber tatsächlich kamen auch schon Saunagäste alleine. Die haben gesagt, der Preis spiele keine Rolle, sie müssten einfach dringend mal wieder saunieren. Das sind in etwa die Leute, die jetzt kommen: Eingefleischte Saunagänger.“

Busse spricht außerdem von einer „einmaligen Gelegenheit in toller Lage“. Da gerade reisetechnisch nichts los ist, sei das Ambiente ruhig und man kann der Natur sehr nahe sein. „Spätestens, wenn die ersten Camper wieder reisen dürfen, ist hier Schluss. Ich hoffe, auf Tipps von Gästen hin in der Region einen Platz zu finden, also ein Stück ebene Wiese mit vielleicht Zugang zu einem Bach oder gar See.“ *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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