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Lange Verabschiedungen haben am Stuttgarter Flughafen einen hohen Preis - „Abzocke ist das richtige Wort“

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Von: Nadja Pohr

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Ein Mann verabschiedet sich am Flughafen von einer Frau.
Am Stuttgarter Flughafen sollte man sich bei der Verabschiedung nicht zu viel Zeit lassen, denn das könnte am Ende eine teure Rechnung nach sich ziehen (Symbolbild). © Álex Zea/dpa

Der Flughafen Stuttgart hat die Aufenthaltsdauer vor den Terminals beschränkt und bittet Parker, die länger als acht Minuten dort stehen, ordentlich zur Kasse.

Stuttgart - Sich von jemandem zu verabschieden fällt oft nicht leicht - vor allem, wenn es für eine längere Zeit ist. Am Flughafen in Stuttgart sollte man sich bei der Verabschiedung allerdings nicht zu viel Zeit lassen, denn das könnte eine teure Rechnung nach sich ziehen.

Flughafen Stuttgart: Zehn Minuten Halten vor dem Abflugbereich kosten zehn Euro

Weil die Autos sich im Vorfahrtsbereich auf der Abflugebene bei den Terminals 1 und 3 immer wieder lange aufhielten, kam es dort zu Verkehrseinschränkungen. Um dem entgegenzuwirken, führte die Flughafengesellschaft (FSG) dort die sogenannte „Kiss and fly“-Zone ein und beschränkte die Aufenthaltsdauer. Die neue Regel wurde bereits vor vier Monaten eingeführt, dennoch sorgt sie immer noch für Diskussionen.

Seit Jahresbeginn gibt es an der Terminal-Vorfahrt am Flughafen Stuttgart jeweils am Ein- und Ausgang eine Schranke. Bei der Einfahrt in den Bereich erfasst ein Gerät das Kennzeichen des Autos und misst die Zeit. Acht Minuten darf man kostenlos vor den Terminals parken. Bei Zeitüberschreitung steigt der Preis: Acht bis zehn Minuten kosten dann fünf Euro, zehn bis 15 Minuten zehn Euro, für 15 bis 20 Minuten verlangt die FSG 20 Euro, für bis zu 30 Minuten 30 Euro und für mehr als 30 Minuten 90 Euro.

Boris Palmer kritisiert horrende Gebühren am Stuttgarter Flughafen: „Kiss and Pay“

Für diese Preise hagelte es bereits ordentlich Kritik, unter anderem auch von Boris Palmer. „Es gibt ja Leute, die sagen, es sei zu teuer, wenn man 10 Euro pro Monat für einen Anwohnerparkausweis zahlen muss“, schrieb der Oberbürgermeister von Tübingen auf Facebook und bezeichnet es als „Kiss and Pay“. „Abzocke ist das richtige Wort“, kommentierte ein weiterer Nutzer die Regelung. „Irgendwie müssen die Flughäfen ja wieder schwarze Zahlen schreiben“, vermutete eine Userin als Grund. Viele Nutzer können den Vergleich von Palmer allerdings nicht verstehen, da es sich um zwei unterschiedliche Bereiche handle.

Die Flughafengesellschaft in Stuttgart werde trotz Kritik an der Regelung festhalten, da sie ihren Zweck erfülle. Acht Minuten seien für die Autofahrer ausreichend. Auch Staus wie zuvor gebe sowie Dauerparker gebe es nicht mehr. Zudem würden nun Rettungsfahrzeuge besser durchkommen.

Technikprobleme und fehlende Informationen sorgen für Ärger am Flughafen in Stuttgart

Das System am Flughafen Stuttgart funktioniert allerdings nicht immer reibungslos. Zum einen, weil es hin und wieder zu Technikproblemen komme und die Schranken sich manchmal nicht öffnen lassen, wie die Stuttgarter Zeitung berichtete. Zum anderen, da es an Informationen mangele. Auch, da es vor Ort nicht zwingend notwendig ist, ein Ticket zu ziehen, um reinfahren zu können, sondern die Schranke sich automatisch öffnet.

Durch die fehlenden Informationen kommt es an der Ausfahrt häufig zu Chaos. Denn wer die Frist einhält, für den öffnet sich an der Ausfahrt die Schranke automatisch. Wer länger in der Zone stehen bleibt, muss vor dem Ausfahren erst mal an einem Automaten am Seitenrand bezahlen - und damit rechnen viele nicht. Sie blockieren die Ausfahrt und behindern dadurch nachfolgende Autofahrer. Als Alternative kann jedoch weiterhin auch in Parkhäusern geparkt werden.

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