Nachfrage steigt drastisch

Ansturm auf dm: Angst vor FFP2-Maskenpflicht sorgt für leere Regale

Einkäufer stehen in einer Schlange vor dem Drogeriemarkt dm und werden durch das Sicherheitspersonal nur einzeln eingelassen.
+
Die Märkte der Drogeriekette dm aus Karlsruhe sind auch im Lockdown geöffnet (Symbolbild).
  • Carolin Freytag
    vonCarolin Freytag
    schließen

Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg und Deutschland wird auch über eine Pflicht von FFP2-Masken in ÖPNV und Supermärkten diskutiert. Bei der Drogeriekette dm sind die Masken bereits größtenteils ausverkauft.

Karlsruhe/München - Die Maßnahme ist umstritten, dennoch hat sie das Bundesland Bayern umgesetzt: Ab dem heutigen Montag, den 18. Januar, müssen in bayerischen Bussen und Bahnen, Arztpraxen und Supermärkten verpflichtend FFP2-Masken getragen werden. Eine einfache OP-Maske oder eine selbstgenähte Maske aus Stoff ist nicht mehr erlaubt. Das Bundesland hat sich damit bisher zu einem Alleingang entschieden. Doch die Pflicht könnte schon in wenigen Tagen für mehr Menschen in Deutschland kommen, denn die Corona-Infektionszahlen sinken kaum.

Auch die Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg zeigen bisher keinen Trend, der ein Ende des Lockdowns in Aussicht stellt. Stattdessen könnte es sogar noch härter kommen, denn am morgigen Dienstag wollen sich Bund und Länder erneut Treffen um über drastischere Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus zu sprechen. Neben Beschränkungen des ÖPNV und der viel diskutierten Homeofficepflicht, gegen die Arbeitgeber bereits protestieren, soll es auch um eine mögliche landesweite FFP2-Maskenpflicht gehen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: FFP2-Maskenpflicht könnte kommen

Anders als zu Beginn der Pandemie sind die Masken der Politik zufolge inzwischen nicht mehr knapp, wie die Deutsche Presseagentur berichtet. Und tatsächlich gab es in den vergangenen Monaten immer mehr Angebote der hochwertigen Masken im Handel. Nicht nur in Apotheken konnten bisher FFP2-Masken problemlos gekauft werden, auch die Drogerieketten haben sie inzwischen im Sortiment. Die Preise, die zu Beginn der Krise im vergangenen Frühjahr oft noch sehr hoch waren, sanken zum Teil deutlich.

Auch bei der Karlsruher Drogeriekette dm gibt es inzwischen seit vielen Wochen FFP2-Masken im Sortiment, sogar von mehreren Herstellern und in mehreren Verpackungsgrößen. Zu finden waren sie in den vergangenen Wochen völlig selbstverständlich neben den üblichen OP- oder Stoffmasken und auch im Onlineshop.

FFP2-Maskenpflicht: dm-Kunden kaufen die hochwertigen Masken leer

Doch seit vor einigen Tagen die FFP2-Maskenpflicht in Bayern beschlossen wurde und nun auch eine solche Pflicht bundesweit diskutiert wird, sieht die Lage anders aus. Die Kunden stürmen auf die FFP2-Masken. An vielen Standorten von dm deutschlandweit gibt es nur noch einfache und Stoffmasken und das, obwohl erst wenige Tage zuvor die Regale noch voll waren. Auch online sind die FFP2-Masken derzeit nicht bestellbar. Der dm-Chef bezieht dazu Stellung.

„Wir bei dm bieten unsere Kunden in unseren 2.025 dm-Märkten sowie online auf dm.de sowohl Einweg-Masken in unterschiedlichen Gebindegrößen, als auch wiederverwendbare Textilmasken und selbstverständlich auch FFP2-Masken an“, erklärt dm-Chef Christoph Werner auf eine Anfrage von BW24. „Aufgrund der aktuellen Anforderungen in Bayern und der dort abrupt gestiegenen Nachfrage ist es aber möglich, dass an vielen Standorten und auch im Onlineshop dm.de FFP2-Masken temporär ausverkauft sind.“

FFP2-Masken bei dm: Drogeriekette weitet Beschaffung aus

Für die Kunden von dm ist das eine schlechte Nachricht, denn womöglich steht schon bald deutschlandweit eine FFP2-Maskenpflicht an. Bereits jetzt zeigt sich in diversen Onlineshops: die Preise steigen wieder an. Kritiker einer solchen FFP2-Pflicht weisen vehement auf die hohen Kosten solcher Masken hin, die viele Menschen grade in der Krise nicht problemlos stemmen können.

Dennoch, die Diskussion um eine Pflicht nimmt Fahrt auf. Und dm will beim FFP2-Masken-Angebot nachbessern. „Wir haben sofort reagiert, unsere Beschaffung an FFP2-Masken ausgeweitet und die logistischen Prozesse entsprechend angepasst“, sagt dm-Chef Christoph Werner. „Wir bereiten uns deutschlandweit auf eine erhöhte Nachfrage unserer Kunden vor; je konkreter und vorausschauender die Anordnungen der Politiker sind, desto besser können wir die Menschen versorgen.“

Werner betont gegenüber BW24 zudem, man habe den Landesregierungen bereits im Dezember angeboten, sich an der kostenlosen Versorgung der älteren Bürger mit FFP2-Masken zu beteiligen. Die Entscheidung der Politik sei aber anders ausgefallen, nur Apotheken waren schließlich für die Ausgabe zuständig.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare