Normung beantragt

„Armutszeugnis“: FFP2-Masken für Kinder geplant

Zwei Schüler, die medizinische Masken tragen, kommen mit Schulranzen zum Eingang einer Grundschule.
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Kinder in Deutschland sollen in Zukunft für sie passende FFP2-Masken bekommen. (Symbolbild)
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Die Bundesregierung kündigte an, bald FFP2-Masken für Kinder produzieren zu wollen. Viel zu spät, meinen die Grünen.

Berlin - Trotz der rückläufigen Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist weiter Vorsicht geboten - vor allem bei Kindern, die zum Großteil noch keine Corona-Impfung haben. Die Bundesregierung sieht bei den Jüngeren erhöhten Schutzbedarf - und plant offenbar, FFP2-Masken in Kindergröße anzubieten.

Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, sieht die Bundesregierung „angesichts des fortgesetzten Pandemiegeschehens einen Bedarf für geeignete Kindermasken zum Zweck des Infektionsschutzes“. Dafür hat die Regierung die Normung der Infektionsschutzmaske beim Deutschen Institut für Normung initiiert.

Bund plant FFP2-Masken für Kinder: „Unverantwortlich, dass man nicht früher tätig geworden ist“

In einem Schreiben der Grünen-Fraktion an die Bundesregierung, das der dpa vorliegt, nennt die verbraucherpolitische Sprecherin Tabea Rößner es ein „Armutszeugnis, dass nach 16 Monaten Corona-Pandemie noch immer keine spezifischen FFP2-Masken für Kinder auf dem Markt verfügbar sind“. Beim gezielten Schutz der Kinder habe die Bundesregierung versagt, so die Grünen-Politikerin.

Zwar brauchen viele Schüler in Deutschland und im Südwesten seit Montag keine Maske mehr (BW24* berichtete). Weil die FFP2-Maskenpflicht jedoch in Bus und Bahn weiter besteht, plädieren die Grünen für kindergerechtere Masken. „Es ist unverantwortlich, dass die Bundesregierung angesichts der schon so lange anhaltenden pandemischen Lage nicht früher tätig geworden ist“, meint Tabea Rößner.

Fehlende FFP2-Masken für Kinder nicht das einzige Problem

Zu seiner Verteidigung erklärte das Bundesarbeitsministerium, man habe bei der Überprüfung von FFP2-Masken nach der europäischen Norm zehn Probanden mit unterschiedlichen Gesichtsformen berücksichtigt. Auch kleine, schmale Gesichtsformen seien bei einigen Herstellern dabei gewesen. Es sei daher nicht ausgeschlossen, „dass bereits Masken hergestellt und geprüft werden, die im Bereich Infektionsschutz für Kinder und Jugendliche geeignet sind“.

Dass die Masken bisher - zumindest nicht offiziell - auf Kindergesichter zugeschnitten sind, ist jedoch derzeit nicht das einzige Problem. So sitzt beispielsweise das Land Baden-Württemberg auf 20 Millionen unbrauchbaren FFP2-Masken*, weil diese der erforderlichen Norm nicht ganz entsprechen.

Angesichts der aktuell sinkenden Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus wollen Bundesländer wie Baden-Württemberg die Maskenpflicht lockern*. Das dürfte den Eltern, die sich gegen die Maskenpflicht bei Kindern gewehrt haben*, entgegenkommen. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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