Tragödie auf dem Feldberg

27-Jährige stürzt beim Schneewandern in Loch und wird verschüttet - sie stirbt kurz nach der Rettung

Mitglieder der Bergwacht arbeiten am Feldberg an einer Unfallstelle, an der eine Schneeschuhwanderin, die sich verlaufen hatte, in ein Schneeloch gestürzt ist.
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Unter erschwerten Bedingungen versuchte die Bergwacht am Sonntag eine Frau aus einem metertiefen Loch zu retten.
  • Julian Baumann
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Am Sonntag ereignete sich im Schwarzwald eine Tragödie. Eine 27-jährige Wanderin fiel in ein Loch und wurde von Schneemassen zugeschüttet - die Frau starb in der Nacht auf Montag an den Folgen des Unfalls.

Feldberg - Der Winter 2020/2021 brachte in vielen Gebieten Deutschlands viel Neuschnee und winterliche Temperaturen. Inzwischen ist es in Baden-Württemberg größtenteils zwar wieder deutlich milder, im Schwarzwald liegt jedoch noch immer Schnee. Viele Menschen treibt das Winterwetter zum Ski- oder Schlittenfahren oder einfach zum Wandern nach draußen. Neben dem Spaß für Winterfreunde bieten die eisigen Temperaturen und die Schneemassen jedoch auch allerhand Gefahren. Nun ereignete sich eine Tragödie in der Nähe des Feldbergs.

Eine 27-jährige Wanderin brach am Sonntag, dem 31. Januar, im Schwarzwald in der Nähe des Feldbergs durch den Schnee und stürzte in ein Loch, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Durch eine groß angelegte Rettungsaktion der Bergwacht konnte die junge Frau zwar aus dem Loch befreit werden, sie starb allerdings in der Nacht auf Montag an den Folgen des schweren Unfalls.

Schwarzwald: Wanderin machte sich trotz Lawinen-Warnung auf den Weg

Am Sonntag machte sich ein Paar mit Schneeschuhen auf zu einer Wanderung durch das schneebedeckte Gebiet am Feldberg. Dort herrschte nach Angaben der dpa Nebel und es bestand eine amtliche Warnung vor Lawinen. Dennoch begaben sich die beiden 27- und 28-jährigen Wanderer auf den Weg, der in einer Tragödie endete.

Gegen 15.36 Uhr ging bei der Polizei ein Notruf ein. Eine Schneeschuhwanderin sei im Bereich des Feldbergs durch den Schnee gebrochen und in ein tiefes Loch gefallen, heißt es in der Polizeimeldung des Präsidiums in Freiburg. Laut der dpa sei die Frau auf einer Schneebrücke über einem Bachlauf in der Nähe eines Wasserfalls gelaufen und dort durch den Schnee gebrochen.

Die Wanderin stürzte anschließend mehrere Meter in die Tiefe und konnte sich selbst nicht befreien. „Wenn man nicht weiß, dass da ein Loch ist, ahnt man das nicht“, sagte David Hierholzer, Landesleiter des Bergrettungsdienstes. Nach dem Fall der Frau sei zudem immer neuer Schnee nachgerutscht. Auch eine Lawine löste sich aus dem Bereich der Feldseefelsen auf die Unfallstelle. Nach dem Notruf eilte die Bergwacht zu der Unfallstelle, mehrere Faktoren beschwerten die Arbeit jedoch. Laut Hierholzer habe der Weg vom Parkplatz bis zu der verunglückten Frau mit 35 bis 40 Minuten sehr lange gedauert. Noch länger habe allerdings die Rettungsaktion selbst gedauert.

Unglück am Feldberg: Rettungskräfte müssen sich durch den Schnee graben

Nach Angaben der Bergwacht lag die verunglückte 27-Jährige bei ihrem Eintreffen rund sechs Meter unter der Schneeoberfläche. Um selbst nicht durch den Schnee zu brechen, konnten die Rettungskräfte die Schneebrücke jedoch nicht betreten. Deshalb war eine Rettung von oben nicht möglich. „Wir mussten von der Seite einen Tunnel zur Patientin graben“, schildert Hierholzer das Vorgehen. Erschwerend hinzu kam noch der dichte Nebel und die einsetzende Dunkelheit. Die verschüttete Frau konnte erst nach mehreren Stunden aus dem Loch gerettet und über einen Steilhang abgeseilt werden. Die Helfer der Bergwacht brachten die lebensgefährlich verletzte Frau mit einem Schneefahrzeug zum Rettungsdienst.

An der Rettungsaktion im Schwarzwald waren neben der Bergwacht auch Einsatzkräfte der Polizei, der Feuerwehr und des Rettungsdienstes im Einsatz. Der 28-jährige Begleiter der Frau blieb unverletzt, stand jedoch unter Schock. In seinen 15 Jahren bei der Bergwacht Schwarzwald habe er so was noch nicht erlebt, sagte David Hierholzer zu der Rettungsaktion am Feldberg. „Das war eine sehr unglückliche Verkettung von Zuständen.“ Ob das junge Paar sich in dem Gebiet am höchsten Berg Baden-Württembergs verlaufen hatte oder gezielt dort unterwegs war, war laut dem Bergretter am Montag noch nicht bekannt.

Die 27-jährige Wanderin starb schließlich in der Nacht auf Montag in einem Krankenhaus an den Folgen des Unglücks. Bei dem Sturz in das metertiefe Loch habe es sich laut David Hierholzer um einen unglücklichen Ausnahmefall gehandelt. Der Unfallort sei allerdings eine Stelle, „wo man sich seiner Sache sicher sein sollte“, sagte er laut der dpa. Er rate zwar generell nicht vom Betreten des Gebietes am Feldberg ab, die Polizei Freiburg habe jedoch davor gewarnt, das Feldberggebiet nicht zu unterschätzen.

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