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Behörde erklärt Mann fälschlicherweise für tot – nun muss er beweisen, dass er noch lebt

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Von: Julia Hawener

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Anstelle seiner Frau wurde Jeffrey van Davis vor vier Monaten für tot erklärt.
Anstelle seiner Frau wurde Jeffrey van Davis vor vier Monaten für tot erklärt. © Screenshot YouTube/CEE Video Channel

Vor vier Monaten erklärte eine Behörde Jeffrey van Davis, der am Bodensee lebt, irrtümlich für tot – mit schwerwiegenden Folgen für den gebürtigen US-Amerikaner.

Überlingen – Vor einigen Monaten erhielt der US-Amerikaner Jeffrey van Davis, der am Bodensee in Baden-Württemberg lebt, vom US-Generalkonsulat ein Beileidsschreiben – zu seinem Tod. Adressiert war das Schreiben an seine Frau Christine Eva. „Am Anfang habe ich gelacht, es war absurd“, sagt der Überlinger Filmemacher gegenüber dem SWR. Doch dann sei er „echt sauer“ gewesen. Denn nicht er, sondern seine deutsche Frau war im Alter von 73 Jahren im August in Friedrichshafen gestorben. Ein Irrtum mit schwerwiegenden Folgen.

„Sehr geehrte Frau van Davis, es tut uns leid, dass Ihr Mann Jeffrey van Davis gestorben ist“, gibt der im Stadtteil Hödingen lebende US-Bürger wieder, was in dem Schreiben des Konsulats stand. Aufgebracht und „ziemlich unhöflich“ habe er daraufhin nach eigenen Angaben bei den Behörden angerufen. Wie sich laut dem SWR herausstellte, hatte offenbar das zuständige Standesamt in Friedrichshafen vor vier Monaten irrtümlicherweise Jeffrey van Davis statt seiner verstorbenen Ehefrau amtlich für tot erklärt.

Keine Rente, kein Konto, kein Pass: Behörde erklärt Mann vom Bodensee fälschlicherweise für tot

Nach dem vermeintlichen Tod von van Davis wurde nach Vorschrift sofort das zuständige US-Generalkonsulat informiert, erklärt die Stadtverwaltung gegenüber dem SWR. Eine Erklärung, wie es dazu kommen konnte, dass die Namen verwechselt wurden, habe das Rathaus allerdings nicht geliefert. Obwohl der Fall von van Davis eher ungewöhnlich ist, ist er trotzdem nicht der erste dieser Art: Eine Seniorin aus Kanada etwa wurde gleich zweimal fälschlicherweise für tot erklärt. Und auch eine Frau aus Frankreich muss wegen eines Fehlers beweisen, dass sie noch lebendig ist.

Welche Konsequenzen so ein behördlicher Fehler haben kann, muss van Davis am eigenen Leib erfahren. Denn als er eines Tages an einem Bankautomaten steht und Geld abheben will, bekommt er statt Scheinen folgende Mitteilung: „Ihr Konto wurde gesperrt.“ Wie der SWR berichtet, wurde der Amerikaner vorab jedoch nicht informiert, dass auf Veranlassung der US-Behörden sein Konto gesperrt worden war. Genauso wenig, wie über die Tatsache, dass sein US-Pass nicht mehr gültig ist und die Zahlung seiner US-Rente gestoppt wurde - denn er war ja nicht mehr als lebendig eingetragen.

Der gebürtige US-Amerikaner muss beweisen, dass er noch lebt

Deshalb muss Jeffrey van Davis nun an allen wichtigen Stellen beweisen, dass er noch lebendig ist und Anspruch auf Versicherungen, einen Pass, seine Rente und ein Konto hat. Zumindest letzteres sei recht schnell wieder freigegeben worden, nachdem die Mitarbeiter der Sparkasse den quicklebendigen Rentner am Schalter angetroffen hatten, teilt der SWR mit. Doch nicht in allen Fällen geht die Richtigstellung des Irrtums so reibungslos vonstatten. Das befürchtete auch van Davis.

Trotz der ganzen Probleme, die der fälschliche Eintrag der Behörde ausgelöst hat, ist der gebürtige US-Amerikaner „nicht mehr sauer“, sagt er gegenüber dem SWR. Er verstehe, dass es ein menschlicher Fehler gewesen sei, dem keine böswilligen oder schlechten Hintergedanken zugrunde lagen. Und so ein Fehler ist in Deutschland auch nicht zum ersten Mal passiert. Wie die Rheinische Post berichtet, wurde 2011 eine 52-jährige Nordfriesin, die eigentlich nur aus der Kirche austreten wollte, vom Standesamt durch einen falschen Mausklick fälschlicherweise für tot erklärt.

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