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Europapark droht Schließung - Chef wütend: „Herumgeeiere frustriert mich“

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Von: Valentin Betz

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Die Attraktion Eurosat im Europapark
In der Wintersaison verwandelt sich der Europapark in ein Lichtermeer. © Europapark

Viele wissen nicht, dass der Europapark auch im Winter geöffnet ist. Steigende Corona-Inzidenzen gefährden die Saison aber. Parkchef Roland Mack ist genervt.

Rust - Der Europapark ist auch im Winter eine der Sehenswürdigkeiten in Baden-Württemberg. Zur diesjährigen Saison ist die Anlage mit 3.000 Tannen, 10.000 Christbaumkugeln und 2,5 Millionen Lichtern geschmückt. Als Novum blieb der Europapark erstmals sogar durchgängig geöffnet und begrüßte mit der Aktion „Hallo Winter“ selbst zwischen Halloween und der Wintersaison Besucher.

Allerdings ist nach harten Corona-Monaten noch lange keine Normalität in den Europapark zurückgekehrt, wenngleich sich die Verantwortlichen bemühen, die Zukunft mit umfangreichen Plänen zu sichern. Doch auch 2021 musste der Europapark die Eiswelt „Magic Ice“ im Winter streichen. Angesichts der explodierenden Corona-Infektionszahlen herrscht Unsicherheit, ob die Wintersaison überhaupt bis zum 9. Januar zu Ende geführt werden kann. Bei Europapark-Chef Roland Mack regt sich zudem Wut über die Politik in Baden-Württemberg.

Europapark: Chef Roland Mack ist sauer über die Corona-Politik des Landes

Wie die Badische Zeitung (BZ) berichtet, gilt im Europapark ohnehin bereits die 2G-Regel. Die Wintersaison können also nur Geimpfte oder Genesene genießen. Zudem gibt es für Besucher nur normale Eintrittskarten, das Abendticket für die Wintersaison im Europapark wurde abgeschafft.

Ob der Europapark überhaupt noch lange offen bleibt, ist unsicherer denn je. Die Corona-Pandemie schwebt bedrohlich über der Anlage in Rust. Der Chef des Europaparks ist deshalb vor allem über die Politik im Südwesten verärgert. „Mit so einem schlechten Management könnte man keine Firma betreiben“, so Roland Mack laut BZ. Die Situation, in der sich Baden-Württemberg aktuell befindet, hätte aus seiner Sicht verhindert werden können. Es hätte genug Vorlauf gegeben, um Vorkehrungen zu treffen - beispielsweise, um Impfmöglichkeiten anzubieten. Stattdessen werde von Tag zu Tag entschieden. „Dieses Herumgeeiere frustriert mich“, erklärt Mack.

Europapark investiert wegen Corona Millionen - trotzdem droht erneute Schließung

Roland Mack ärgert dabei vor allem, dass der Europapark viel Geld in die Hand genommen hat, um der Corona-Verordnung des Landes zu genügen. Insgesamt 78 Verordnungen habe der Park umgesetzt und vier Millionen Euro in die Wintersaison investiert - einen großen Teil davon in ein umfangreiches Hygienekonzept. Das sei auch für den Europapark kein einfach zu stemmender Betrag, so Roland Mack. Insgesamt wird die Anlage derzeit enorm ausgebaut - gegen diesen „rücksichtslosen Expansionsdrang“ des Europaparks protestierten vor kurzem Bürger bei Demos in zwei Ländern.

Nach den Erfahrungen der vergangenen Wintersaison ist Europapark-Chef Roland Mack aber nur wenig zuversichtlich. Der damalige Lockdown habe dem Park mehrere hundert Millionen Euro Verlust beschert. Er hoffe zwar, dass die Politik in Baden-Württemberg einen Weg um einen erneuten Lockdown herum finde. Aber angesichts der momentanen Entwicklung fragt sich Roland Mack: „Wie kann man da noch glauben, was die Politik verspricht?“

Die Unsicherheit macht sich auch in der Belegschaft bemerkbar. Einige Mitarbeiter sähen sich bereits nach anderen Jobs um. Auch Ralf Stumpf, Hygiene-Beauftragter des Europaparks, zeigt sich skeptisch. „Wir fahren auf Sicht“, so Stumpf laut Badischer Zeitung.

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