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Europapark wegen Umgang mit Russland in der Kritik - „Zusammenarbeit mit Kriminellen“

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Von: Sina Alonso Garcia

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„Blue fire“ -Achterbahn im Europapark
Die Achterbahn „Blue fire“ im Europapark wurde bislang von Nord Stream 2 gesponsert. Nun wird die Zusammenarbeit ausgesetzt - allerdings nur vorübergehend. © Sina Alonso Garcia/BW24

Der Europapark Rust hat auf den Konflikt in der Ukraine reagiert und das Sponsoring von Nord Stream 2 vorläufig ausgesetzt. Kritiker fordern die Betreiber auf, einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen.

Rust - Die dramatische Lage in der Ukraine ließ Unternehmen in Deutschland keine Wahl. Um ein klares Zeichen gegen Russlands Kriegsführer Wladimir Putin zu setzen, stoppte auch der Europapark Rust die Zusammenarbeit mit Nord Stream 2, einem Tochterunternehmen des russischen Gaslieferanten Gazprom. Wegen des Ukraine-Kriegs änderte der Park den Namen der von Nord Stream gesponserten „Blue fire“-Achterbahn* (BW24* berichtete). Allerdings endet die Zusammenarbeit nur vorläufig.

„Bis zur Saisonöffnung Mitte März werden als Folge der Aussetzung der Kooperation keine Logos und Hinweise auf Nord Stream 2 mehr im Europapark zu sehen sein“, erklärte eine Sprecherin gegenüber den Stuttgarter Nachrichten. Bislang wurde die Pipeline im Wartebereich der Achterbahn „Blue fire“ und im nach dem Sponsor benannten „Nord Stream 2 Dome“ vorgestellt. Dieser heißt inzwischen „Blue Fire Dome“.

Europapark sucht nach vorläufigem Aus von Gazprom-Tochter Nord Stream 2 aktuell keinen neuen Sponsor

Laut der Europapark-Sprecherin würden die Achterbahn und der „Blue fire Dome“ auf unabsehbare Zeit „neutral präsentiert“. Die Suche nach einem neuen Sponsor sei aktuell aber kein Thema. Auf die Eintrittspreise im Park habe der Wegfall des Sponsors keine Auswirkungen, so die Sprecherin. Für die kommende Saison hatte der Park bereits Anfang des Jahres eine Preiserhöhung angekündigt.*

Nachdem sich die Ereignisse in der Ukraine in der vergangenen Woche überschlagen hatten, wurden unmittelbar Stimmen laut, die Kritik am Europapark bezüglich des Gazprom-Sponsorings äußerten. Fans drohten mit dem Boykott der Russland-Attraktion.* Die vorläufige Beendigung der Zusammenarbeit dürfte viele aufatmen lassen. Dass die Kooperation nur ausgesetzt und nicht ein für allemal beendet wird, wirft allerdings Fragen auf. „Da fehlt wohl noch der Druck, die Partnerschaft mit Gazprom - wie Schalke 04 - endgültig zu beenden“, bemerkt ein Twitter-Nutzer - und fügt zynisch hinzu: „Sobald der Rubel wieder rollen kann, wird er wieder nach Rust rollen.“

Kritiker erzürnt: „Europapark hat die Zusammenarbeit mit Kriminellen von Gazprom nur ausgesetzt“

Auch andere Nutzer auf Twitter fragen sich, ob der Europapark bald den vollständigen Schlussstrich ziehen wird. „Wann zieht der Europapark nach und beendet die Partnerschaft?“, schreibt ein Nutzer. „Aktuell hat er die Zusammenarbeit nur pausiert.“ Ein anderer wettert: „Der Europapark hat die Zusammenarbeit mit den Kriminellen von Gazprom nur ausgesetzt - das heißt wir machen weiter, wenn Gras über die Sache gewachsen ist, haben aber noch nicht mal die Größe, das zuzugeben.“

Auf Facebook sorgte die Entscheidung des Europaparks ebenfalls für Unverständnis. „Ich bin dafür, den Park zu boykottieren, solange die Betreiber die Zusammenarbeit mit Gazprom nicht dauerhaft einstellen“, schreibt ein Nutzer. „Wer die Zusammenarbeit nur aussetzt, hat Blut an seinen Händen.“

Die „Blue fire“-Achterbahn wurde 2009 eröffnet und gehört zu den beliebtesten Attraktionen im Europapark. Innerhalb von nur 2,5 Sekunden beschleunigt die Bahn auf eine Geschwindigkeit von 100 Kilometer pro Stunde. Kürzlich teilte der Europapark ein Video der Attraktion bei Nacht*, das im Netz zahlreiche Menschen begeisterte. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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