Drohender Verkehrskollaps

Europapark baut eigene Hochbahn, die ein großes Problem lösen soll - „Masterplan“

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Der Europapark ist für viele ein beliebtes Ausflugsziel und vor Ort ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Allerdings gibt es auch Schattenseiten wie den überlasteten Verkehr. Den will der Park nun angehen.

Rust - Baden-Württemberg hat viele Sehenswürdigkeiten, der Europapark ist definitiv eine davon. Die Freizeitanlage zieht jährlich zahlreiche Besucher an, die dort dem Alltag entfliehen und abschalten wollen. Das ist auch der Zeitschrift „Amusement Today“ nicht entgangen, die den Europapark erneut zum besten Freizeitpark der Welt kürte.

Entsprechend beschert der Europapark der kleinen Gemeinde Rust viel Rampenlicht, nicht zuletzt ist er ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region. Das soll auch in Zukunft so bleiben, denn der Europapark plant ein umstrittenes Projekt - ein hochmodernes Multimediazentrum.

Angesichts der enormen wirtschaftlichen Bedeutung und immer neuer Nachrichten zu Expansionen des Europaparks gerät hingegen ein Problem vor Ort in den Hintergrund. Denn die vielen Besucher sorgen dafür, dass der Verkehr in und um Rust extrem belastet wird. Wie der Schwarzwälder Bote berichtet, gibt es dagegen schon seit längerem den „Masterplan Verkehr“. Der sieht offenbar vor, dass der Europapark bald eine Hochbahn zur Entlastung bekommt.

Verkehr um den Europapark: Masterplan soll Probleme vor Ort entschärfen

„Autos auf der grünen Wiese und wild im Dorf abgestellt, dazu lange Staus auf den Zufahrtsstraßen“, so wird die Situation in und um den Europapark beschrieben. Die Gemeinde Rust und die Verantwortlichen des Europaparks haben deshalb den „Masterplan Verkehr“ entwickelt, der den drohenden Kollaps abwenden soll. Ursprünglich sah der Plan weitere Stellplätze und Parkdecks vor. Doch diese Idee scheint inzwischen vom Tisch, stattdessen soll der Europapark eine Hochbahn bekommen.

Überregional arbeitet der Europapark schon länger an alternativen Verkehrslösungen. Bereits im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass der Europapark einen eigenen ICE-Halt bekommt, der ihn in zwei Stunden mit Frankfurt verbindet. Die neue Hochbahn im Europapark soll nun den Verkehr entzerren und so Staus und lange Wartezeiten auf den Straßen verhindern. „Mit der Hochbahn sorgen wir für eine Vernetzung, die den weiteren Bau in die Fläche und in die Höhe möglicherweise überflüssig macht“, so Kai-Achim Klare, Bürgermeister von Rust, zum Schwarzwälder Boten.

Hochbahn für den Europapark: Wasserwelt Rulantica im Zentrum des Masterplans

Die neue Hochbahn soll zwischen der Wasserwelt Rulantica und dem eigentlichen Europapark entstehen und auch das Hotel-Ressort mit einbeziehen. Die Bahn soll etwa vier bis fünf Meter über dem Boden fahren - und zunächst Gästen des Europaparks vorbehalten bleiben. Auf einer etwa anderthalb Kilometer langen Strecke wird die zugähnliche Hochbahn vom Rulantica-Gelände bis zum Hotel El Andaluz fahren.

Die Hochbahn im Europapark soll gleich mehrere Probleme des Verkehrs vor Ort lösen. Zum einen pendeln Besucher aktuell zwischen den einzelnen Einrichtungen mit Auto oder Bus, was den Verkehr zusätzlich belastet. Zum anderen werde die Infrastruktur des Europaparks aktuell sehr ungleich genutzt. Denn der Großparkplatz des Europaparks ist regelmäßig überfüllt, während die Wasserwelt Rulantica noch Kapazitäten frei hat. Der Bürgermeister von Rust erhofft sich deshalb durch die Anbindung mit der Hochbahn eine „Umschichtung“.

Nähere Details zum möglichen baustart, den Kosten und der Kapazität sind aktuell noch unklar. Allerdings gehört es laut dem Ruster Oberbürgermeister bereits jetzt zum großen Vorteil der Hochbahn, dass das Transportsystem „theoretisch beliebig erweiterbar“ sei und „um zusätzliche Haltestellen ergänzt werden“ könne. Entsprechend bezeichnete er die geplante Hochbahn als „das Rückgrat einer neuen Verkehrsinfrastruktur, die die angestrebte Entlastung bringen wird.“

Rubriklistenbild: © Europapark

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