„Hoffnung zerrinnt“ wegen Coronavirus

Hunderttausende Euro vernichtet: Europapark muss Eisskulpturen schmelzen

  • Valentin Betz
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg belastet den Europapark schwer. Jetzt wird sogar eine Ausstellung beendet, bevor sie überhaupt ein einziger Besucher gesehen hat.

Rust - Die Kultur- und Freizeitbranche ist besonders stark von den Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg betroffen. Konzerte, Ausstellungen oder der Besuch im Freizeitpark waren und sind seit langer Zeit überhaupt nicht möglich.

Mitte März gab es für eine beliebte Attraktion in Baden-Württemberg wieder Hoffnung: Der Europapark sollte wieder öffnen, mit neuen Attraktionen. Nun wird die Wiedereröffnung weiter verschoben. Und auch auf Preiserhöhungen müssen sich die Besucher gefasst machen. Der Eintrittspreis für den Wasserpark Rulantica soll deutlich steigen.

Inzwischen ist klar: Angesichts der steigenden Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg wird es so schnell nicht zu einer Öffnung des Europaparks kommen. Das hat die Verantwortlichen jetzt zu einer drastischen Maßnahme bewogen: Eine ganze Ausstellung wird eingestampft, ohne je einen Besucher gesehen zu haben.

Eisskulpturen im Europapark: Ausstellung wird wegen Coronavirus eingeschmolzen

Die Eröffnung des Freizeitparks in Rust ist vorläufig auf den 22. Mai verschoben. Aber auch dann ist klar, dass der Europapark 2021 nicht mehr unter normalen Bedingungen öffnen kann. In einem Facebook-Video beschrieb Geschäftsführer Roland Mack zuletzt die „bedrückende Situation“ des Europaparks.

Maskottchen Ed Euromaus kann es nicht fassen: Im Europapark werden Eisskulpturen eingeschmolzen, weil durch das Coronavirus Besucher fehlen.

Für die geplante Eisskulpturen-Ausstellung im Europapark kommt eine Öffnung ab Mai - egal mit welchen Corona-Auflagen - in jedem Fall zu spät. Wie der Park auf seiner Homepage berichtet, werden die 30 Eisskulpturen eingeschmolzen.

Mehrere hunderttausend Euro hat der Europapark nach eigenen Angaben in die Ausstellung investiert, 50 Eiskünstler hatten mehr als sechs Wochen lang an den Skulpturen gearbeitet, 200 Tonnen Eis wurden verarbeitet. Doch obwohl schon so viel Arbeit in die Eisskulpturen geflossen ist: Die Kühlung ist auf lange Sicht zu teuer.

Europapark schmilzt Eisskulpturen ein: Kein einziger statt einer halben Million Besucher

Eigentlich sollte die Eisskulpturen-Ausstellung bereits in der Wintersaison eine halbe Millionen Besucher in den Europapark locken. Doch das Coronavirus in Baden-Württemberg machte den Betreibern einen Strich durch die Rechnung. Jetzt ist auch die letzte Hoffnung einer Öffnung an Ostern für den Park gestorben. Somit wird kein Besucher die bis zu fünf Meter hohen Skulpturen live erleben.

„Die Eisskulpturen-Ausstellung ist ein trauriges Symbol für die aktuelle Situation“, erklärte Europapark-Geschäftsführer Roland Mack in einer Pressemitteilung. Der Unternehmer übt dabei auch Kritik an den Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg.

„Wir haben im vergangenen Jahr mit Millionenaufwand umfangreiche Hygienemaßnahmen in vielfacher Weise bis hin zur digitalen Steuerung von Warteschlangen umgesetzt. Jeder einzelnen Gast wird erfasst. Es gibt nur Online-Tickets“, so Roland Mack. Bei über zwei Millionen Besuchern im Park habe kein einziger Corona-Fall seinen Ausgangspunkt im Park gehabt. „Doch auch mit diesem Wissen bekommt das Familienunternehmen keine Perspektive aufgezeigt. Die Hoffnung zerrinnt wie das Eis in der Sonne.“

Rubriklistenbild: © Europa-Park

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