Freizeitpark in Rust

Nach Shitstorm gegen Heidepark: Europapark fotografiert auch Maskenmuffel

Menschen mit Mundschutz fahren mit der Blue Fire im Europapark.
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Bei der Fahrt mit einer Achterbahn müsse Masken eigentlich getragen werden - nicht alle halten sich aber an die Regel.
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
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Der Heide Park in Soltau verärgert seine Gäste: Erinnerungsfotos vom Fahrgeschäft rücken die Parkbetreiber nicht heraus, wenn Besucher keine Maske tragen. Anders läuft es beim Europapark.

Rust - Erinnerungsfotos von den Fahrgeschäften in Vergnügungspark gehören zu den Klassikern unter den Souvenirs. Seitdem der Europapark am 21. Mai wieder geöffnet hat, kommen auch im größten Freizeitpark Deutschland wieder Besucher in Attraktionen wie dem Silverstar vor die Linse. Nur den wenigsten gelingt es, bei dem Schnappschuss vorteilhaft auszusehen. Genau das macht die Fotos allerdings aus, und deshalb sind sie auch so beliebt.

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie stehen Fahrgäste aber vor einem kleinen Dilemma: Eigentlich ist ein Mund-Nasen-Schutz, den Besucher wegen der Corona-Regeln auch im Europapark tragen müssen, während der gesamten Fahrt verpflichtend. Aber ein Foto, auf dem das Gesicht halb verdeckt ist, ergibt wenig Sinn - weshalb offenbar viele Besucher den Schutz abziehen.

Europapark will nicht gegen Maskenmuffel in den Attraktionen vorgehen

Ein anderer Vergnügungspark - der Heide Park im niedersächsischen Soltau - greift da mittlerweile hart durch: „Wir verkaufen keine Fotos, auf denen die Maske nicht getragen wurde“, prangt auf einem Schild im Park. Damit sollen die Besucher dazu gebracht werden, die Maske - wie es die Regel vorsieht - auch während der Fahrt zu tragen. Dem Heide Park hat das allerdings reichlich schlechte Publicity gebracht, nachdem die Bild darüber berichtet hatte.

Anders geht man mit der Problematik im Europapark um. Die Bilder zu löschen, sobald zu erkennen ist, dass Fahrgäste keine Maske getragen haben, kommt für den Vergnügungspark nicht infrage: „Nein, diese Regel gibt es bei uns nicht“, sagte Sprecherin Diana Reichle zur Lahrer Zeitung.

Im Europapark lassen sich die Bilder an Automaten kaufen

Grund dafür ist, dass bei der Hälfte der Fahrgeschäfte, die mit Kameras ausgestattet sind, die Bilder an Automaten gekauft werden. Allein deshalb sei eine Kontrolle, ob Maskenträger oder Maskenmuffel in der Attraktion gesessen haben, eher schwierig, so Diana Reichle.

Zudem würde man durch „diese Maßnahme das eigentliche Problem nicht beheben“. Wer die Maske bei der Fahrt unbedingt abnehmen wolle, der lasse sich auch nicht durch ein Foto-Verbot daran hindern.

Darüber hinaus: Für den Besucher ist es eine nette Erinnerung, für den Park eine Einnahmequelle. 3,50 Euro zahlen Europapark-Gäste am Automaten für ein Foto, 6 Euro an der Shop-Theke. Dem Heide Park entgeht durch die strenge Regelung sogar mehr: 10 Euro kostet dort der Schnappschuss, den es für Maskenmuffel nicht gibt.

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