„MackNeXT

Europapark: Bürger demonstrieren am Freitag gegen umstrittenes Projekt

Eingang des Europaparks.
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Mit dem Bau eines Virtual-Reality-Zentrums im Elsass erregt der Europapark die Gemüter der Bürger.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Die Betreiber des Europaparks wollen im Elsass ein riesiges Multimedia-Zentrum und einen Hotelkomplex bauen. Eine Bürgerinitiative sieht das kritisch - und protestiert gegen die Zerstörung der Natur.

Plobsheim/Rust - Höher, schneller, weiter - das ist offenbar das Motto der Betreiber des Europaparks Rust. Ein Bauprojekt jagt das nächste. Ankündigungen über das weltweit erste Erlebnisrestaurant „Eatrenalin“ sowie große Veränderungen an einem beliebten Hotel - der Park überrascht immer wieder mit neuen Projekten. Dabei beschränken sich die Betreiber nicht mehr nur auf den Freizeitpark in Rust. Im Februar 2020 verkündete der Europapark, dass bald auch im elsässischen Plobsheim, südlich von Straßburg, ein hochmodernes Multimedia-Zentrum mit Virtual-Reality-Formaten entstehen wird. Gegen das neue Projekt regt sich wütender Protest.

Für den heutigen Freitagnachmittag ruft das Umweltschutz-Kollektiv „Chaudron des alternatives“ (Kessel der Alternativen) zu einer Protestkundgebung vor dem Rathaus in Plobsheim auf. Der Vorwurf: Für den Bau von „MackNeXT“ würde wertvolle Natur zerstört - obwohl es im südlich von Straßburg gelegenen Illkirch-Graffenstadten bereits einen Innovationspark gebe, der sich ideal für das Projekt eigne. „Es wäre möglich, die Umweltschäden durch die Wahl eines anderen Ortes zu vermeiden“, erklärt die Bürgerinitiative auf ihrer Website.

Europapark: Familie Mack bewirbt „MackNeXT“ mit „idyllischer Lage“

Der Alternativ-Standort für das Bauprojekt, den die Initiative vorgeschlagen hat, kommt für die Familie Mack offenbar nicht infrage. Wie die Badische Zeitung berichtet, habe Michael Mack bei der Präsentation des Projekts nicht nur die Nähe des Standorts in Plobsheim zu Straßburg und dessen Flughafen, sondern gerade auch die idyllische Lage des anvisierten Grundstücks mitten im Grünen, gleich neben dem Golfplatz Kempferhof, angepriesen. Bislang wurde die knapp drei Hektar große Fläche landwirtschaftlich genutzt.

„Für den Standort bei Straßburg sprechen die ausgezeichnete französische Filmförderung, die Nähe zum TV-Sender Arte und die talentierten Künstler, die in der französischen Filmbranche arbeiten“, so Michael Mack gegenüber der Badischen Zeitung in einem früheren Interview. Mittelfristig sollen in dem Medienzentrum 50 Beschäftigte tätig sein.

Europapark-Betreiber: Ist das „MackNeXT“ in Plobsheim nur der Anfang?

Laut der Betreiber soll es nicht nur bei dem Multimedia-Entwicklungszentrum bleiben. Südlich von Plobsheim wollen die Macks zusätzlich einen Hotelkomplex bauen - auf einem Gebiet von über 150 Hektar Ried. Beim „Chaudron des alternatives“ fürchtet man, dass es nicht bei dem Hotel bleiben wird und die Macks ihr Imperium in Plobsheim nach und nach erweitern.

Während die Protestgruppe der Lokalpolitik vorwirft, dem Europapark „den roten Teppich ausgerollt zu haben“, wehrt sich die Bürgermeisterin von Plobsheim, Michèle Leckler, gegen die Anschuldigungen: „Es handelt sich hier um den Antrag eines Unternehmens wie jedes andere auch“, sagte sie der Badischen Zeitung. Außerdem sei das Verfahren bereits vor ihrem Amtsantritt in die Wege geleitet worden. Auch verweist sie darauf, dass im Gegenzug zu dem Bauprojekt 16 Hektar Flächen zur landwirtschaftlichen Nutzung umgewidmet werden.

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