1. bw24
  2. Baden-Württemberg

Europa-Park will 15 Millionen Euro in eigene Stromversorgung investieren

Erstellt:

Von: Julia Hawener

Kommentare

Riesenrad im Europa-Park mit Sonne im Hintergrund.
Der Europa-Park plant, sich zukünftig selbst mit Strom zu versorgen und setzt dabei auf die Kraft der Solarenergie. © Sander Boer/Europa-Park

Der Europa-Park will seinen Stromverbrauch ab 2024 fast komplett selbst decken. Dafür soll eine riesige Photovoltaikanlage entstehen. Kostenpunkt: 15 Millionen Euro.

Rust – Ohne Strom läuft im Europa-Park nichts. Ob Achterbahnen, Showprogramme, Restaurants oder die parkeigenen Hotels: sie alle treiben den Energieverbrauch in die Höhe. Mit Blick auf die steigenden Preise ein schwieriges Unterfangen. Auch deshalb will Deutschlands größter Freizeitpark zukünftig mehr auf die Kraft der Sonne setzen und plant den Bau einer riesigen Photovoltaikanlage. Das ehrgeizige Ziel dahinter: Das Familienunternehmen will ab 2024 den Großteil des benötigten Stroms selbst produzieren – zumindest im Sommer. Die Kosten für den Bau der neuen Anlage belaufen sich auf 15 Millionen Euro, verrät Roland Mack, Gründer und Gesellschafter des Europa-Parks, im Interview mit dem Handelsblatt.

Wo genau die Photovoltaikanlage gebaut werden soll, ist noch nicht bekannt. Gegenüber dem Handelsblatt sagt der Europa-Park-Chef lediglich, dass die Anlage auf einer Fläche unweit des Parks entstehen soll. Und sie werde mehr als 15 Hektar einnehmen. Zudem sollen auch die Besucherparkplätze weitere Solarmodule bekommen. „Damit können wir uns im Sommer selbst mit Strom versorgen und sind weitgehend unabhängig“, sagt Mack.

Europa-Park ist auf Energie-Engpass vorbereitet

Diese Unabhängigkeit von externen Energielieferanten ist für den Park essenziell. Denn die Energiekrise zieht auch dort nicht spurlos vorbei. Für das kommende Jahr rechnet Roland Mack mit rund zehn Millionen Euro Mehrkosten. Ein Teil dieser Kostensteigerung soll an die Gäste weitergegeben werden: Erwachsene zahlen in der Nebensaison dann 57,50 Euro statt 55 Euro und in der Hauptsaison 65 Euro statt 62 Euro, gab der Park zuletzt bekannt.

Doch nicht nur wegen der Kosten will das Unternehmen zukünftig zum Selbstversorger werden. Denn Freizeitpark-Fans würden die mehr als 100 Attraktionen in der Gemeinde Rust in Baden-Württemberg vielleicht als systemrelevant einstufen. Aber ob der Staat das im Falle eines Energie-Engpasses genauso sieht, ist fraglich. „Uns hilft, dass wir traditionell den Park in den ganz kalten Monaten Januar und Februar geschlossen haben. Im März könnte es – wenn man den Experten glaubt – eng werden“, erklärt Mack. Doch der Europa-Park sei hierauf vorbereitet. Sollte nicht mehr genügend Gas geliefert werden, könne man alle Anlagen auf Öl umschalten. Wie der Europa-Park-Chef im Interview ergänzt, betreibe das Unternehmen zudem heute schon an vielen Stellen Photovoltaikanlagen, Wasserkraft- und Blockheizkraftwerke.

In den sozialen Medien wird über den Standort der Anlage gerätselt

In den sozialen Netzwerken begrüßen zahlreiche Besucher des Parks die geplante Photovoltaikanlage: „Solche Nachrichten brauchen wir“, schreibt beispielsweise ein User auf Facebook. Er habe sich schon oft gefragt, warum in Schwimmbädern und Thermen so wenig Photovoltaik verbaut ist. „Top“, „genauso“, und „das wäre für den Europa-Park bei den aktuellen Strompreisen echt sinnvoll“, kommentieren weitere Nutzer das Projekt. Andere fragen sich dabei, auf welcher Fläche genau gebaut werden soll und geben Wünsche ab: „Hoffentlich handelt es sich bei der nicht näher genannten Fläche um den bestehenden Besucherparkplatz! Alles andere wäre ein Witz“, schreibt ein User. Damit hätte das „Parken auf der Matschwiese mal ein Ende“, schließt sich eine Facebook-Nutzerin an.

Die 15 Millionen Euro teure Anlage ist nicht die einzige geplante Investition des Europa-Parks. So wird derzeit die Tesla-Achterbahn „Voltron Coaster“ gebaut, die im neuen Themenbereich Kroatien stehen soll. Auch im Wasserpark Rulantica wird gewerkelt: hier entsteht ein neuer Rutschenturm. Und zuletzt wurde das Erlebnisrestaurant Eatrenalin eröffnet. „Insgesamt haben wir dann innerhalb von drei Jahren 80 Millionen Euro investiert“, sagt Roland Mack gegenüber dem Handelsblatt.

Auch interessant

Kommentare