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Evakuierung der „Poseidon“-Achterbahn: Jetzt spricht der Europa-Park über die Gründe

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Von: Sina Alonso Garcia

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„Poseidon“-Achterbahn im Europa-Park
Die Wasserachterbahn „Poseidon“ im Europa-Park stand am Wochenende für mehr als 30 Minuten still. © Petra Schneider-Schmelzer/Imago

Nach dem Zwischenfall auf der Wasserachterbahn „Poseidon“ am vergangenen Wochenende meldet sich der Europa-Park zu Wort. Entgegen Berichten der „Bild“ sei es kein Unfall gewesen, sondern lediglich eine technische Störung.

Rust - Es muss für die Insassen wohl kurz ein Schock gewesen sein, als die Wasserachterbahn „Poseidon“ im Europa-Park am vergangenen Wochenende plötzlich mitten während der Fahrt stehen blieb. Manche der Fahrgäste saßen in schwindelerregenden Höhen von zwölf Metern fest. Ein Leserreporter der Bild dokumentierte den Vorfall und berichtete, dass die Achterbahn mehr als eine halbe Stunde nicht mehr weiterfuhr. Fotos zeigen, wie Besucher von Park-Mitarbeitern beruhigt werden oder über die Feuertreppe aus der Bahn steigen.

Bei der Bild war die Rede zunächst von einem Unfall, inzwischen hat die Zeitung diese Aussage korrigiert und spricht von einer technischen Störung. Auch der Europa-Park dementiert die Gerüchte zu einem Unfall und klärt auf, was eigentlich genau passiert ist. Wie Volker Klaiber aus der Geschäftsführung, der gleichzeitig Ansprechpartner für die Sicherheit im Park ist, gegenüber der Lahrer Zeitung erklärte, sei die Ursache für den Stillstand ein verrutschter Schalter gewesen. „Technische Zwischenfälle wie diese kommen regelmäßig vor“, sagt er. „Die Sicherheit der Passagiere war in keiner Weise beeinträchtigt.“

Europa-Park: Sicherheits-Experte nennt Gründe für frühe Evakuierung

Laut Klaiber sei in Achterbahnen „unglaublich viel Technik“ verbaut. Sobald die sensible Steuerungstechnik irgendwelche Diskrepanzen, also Abweichungen, von der Norm erkenne, werde die Achterbahn automatisch in einen sicheren Zustand, sprich in den Stillstand, gebracht. Dadurch sei die Sicherheit der Fahrgäste jedoch nicht gefährdet. Zur Veranschaulichung der Komplexität stellt Klaiber einen Vergleich zu modernen Autos her: „Diese sind auch komplexer und störungsanfälliger geworden als die Modelle vor 30 Jahre. Das heißt aber nicht, dass mit ihnen mehr Unfälle passieren.“

Nach dem kurzen Schock-Moment kehrte bei „Poseidon“ dann offenbar schnell wieder Ruhe ein. Laut Klaiber habe die Reparatur nur 20 Minuten gedauert. Dennoch habe man sich dafür entschieden, die Bahn zu evakuieren, noch bevor die Reparatur abgeschlossen war. Grund sei die Hitze an diesem Tag gewesen. „Die Sicherheit und das Wohlbefinden der Gäste stehen ganz oben“, so Klaiber.

Zwischenfall im Europa-Park nur eine Panne - andere Freizeitparks vermeldeten Schlimmeres

Der Zwischenfall im Europa-Park ist nur einer von vielen, der im vergangenen Monat in deutschen Freizeitparks vermeldet wurde. So schockierte etwa Anfang August der tödliche Sturz einer 57-Jährigen aus einer Achterbahn in Rheinland-Pfalz das Land. Nur wenige Tage später folgte die traurige Nachricht aus dem Legoland im schwäbischen Günzburg: 31 Menschen wurden auch hier bei einem Achterbahn-Unfall verletzt. Vor wenigen Tagen mussten zudem zwei Personen nach einem Unfall im Freizeitpark Funny World in Baden-Württemberg ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Über die Sicherheit von Achterbahnen müssen sich Adrenalin-Junkies trotz der in letzter Zeit gehäuften Schockmeldungen keine Sorgen machen. „Entsprechende Vorkommnisse seit der Jahrtausendwende in stationären Freizeiteinrichtungen lassen sich an einer Hand abzählen“, erklärt Jürgen Gevers, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen (VDFU) gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). Statistisch gesehen seien Achterbahnen „eines der sichersten Fortbewegungsmittel“.

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