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Doch keine Obergrenze: Europa-Park dementiert Meldungen zu Limit bei Besucherzahlen

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Von: Sina Alonso Garcia

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Nachdem zahlreiche Medien von einer Obergrenze von 30.000 Personen im Europa-Park berichtet haben, verneint eine Unternehmenssprecherin diese Vorgabe.

Rust - Der Europa-Park kämpft derzeit mit Personalmangel. Um den Andrang der Gäste stemmen zu können, erklärten die Betreiber, die Besucherzahlen ab sofort zu begrenzen. Einige Medien, darunter die Badische Zeitung, das Portal Blick sowie die Deutsche Presseagentur (dpa), verbreiteten die Meldung, der Park würde die Gästezahl auf 30.000 Personen am Tag beschränken. Auch BW24 übernahm diese Angabe. Da in diversen Medienberichten die Beschränkung auf eine bestimmte Besucherzahl dementiert wurde, hat BW24 noch einmal direkt beim Europa-Park nachgehakt.

Diana Reichle, Leiterin der Unternehmenskommunikation, erklärte daraufhin: „Die erwähnte Begrenzung auf 30.000 Besucher können wir nicht bestätigen. Mit der variablen Deckelung, die nicht auf einen Personalmangel zurückzuführen ist, kanalisieren wir Besucherströme, um den Gästen ein optimales Erlebnis zu garantieren.“ Bei der ersten Meldung handle es sich demnach um eine Fehlinformation.

Europa-Park passt Gästezahlen täglich Personalstand an

Tatsächlich gestaltet sich die Situation im Europa-Park folgendermaßen: Nach den Vorgaben des Landes Baden-Württemberg dürfen theoretisch bis zu 50.000 Personen auf das Gelände. Da es derzeit vor allem in der Gastronomie wenig Personal gibt und die Menschen an Ständen mit Essen und Getränken zu lange anstehen müssten, lässt der Park an manchen Tagen aber keine 50.000 Menschen hinein.

Eine Obergrenze bei 30.000 Besuchern wird laut Betreibern jedoch nicht gezogen. Sprich: Der Park passt die Gästezahlen täglich dem Personalstand an. Tickets sollten zuvor online gebucht werden. Wer Glück hat, erhält bei freien Kapazitäten auch bei Spontanbesuchen noch Zutritt.

Europa-Park: Suche nach Mitarbeitern führt den Freizeitpark immer weiter Richtung Osten

„Es ist zu wenig Personal da und das merken dann auch die Gäste, wenn Restaurants oder Essensstände nicht geöffnet sind“, so eine Sprecherin gegenüber der Badischen Zeitung. Innerhalb der Branche sieht sich der Europa-Park dennoch personell gut aufgestellt. Im April 2022 hatte das Unternehmen 150 offene Stellen gemeldet. Für die Ferienmonate wurde damals ein Bedarf an 500 weiteren Arbeitskräften genannt.

Die Suche nach Mitarbeitern aus Gastronomie und Hotellerie führte den Freizeitpark nach eigenen Angaben immer weiter Richtung Osten - bis nach Kirgistan. Mit Agenturen in Bulgarien und Ungarn arbeite das Unternehmen seit Jahren zusammen, ein weiteres Büro gibt es in der Slowakei. Derzeit rekrutiert der Europa-Park auch im Norden Deutschlands und in ganz Frankreich Personal.

Besucher stehen im Europapark vor dem Eingang
Im Europapark wir die Besucherzahl aktuell gedeckelt. © Petra Schneider-Schmelzer via www.imago-images.de

Mit fast 5.000 Mitarbeitern, rund 5,8 Millionen Besuchern jährlich (2019), über 100 Attraktionen, sechs Themenhotels und der Wasserwelt Rulantica ist der Europa-Park ein Besuchermagnet und bedeutend für die regionale Wirtschaft. Entsprechend erweitert der Park sein Angebot stetig. Derzeit arbeiten die Betreiber unter anderem an einer riesigen Ferienanlage im Elsass, rund fünf Kilometer vom Park entfernt.

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