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Test zeigt: So behindertengerecht ist der Europa-Park

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Von: Sina Alonso Garcia

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Der Europa-Park ist immer einen Ausflug wert. Doch lohnt sich der Besuch auch für Menschen mit Behinderung? Eine Gruppe der KBF hat es getestet.

Rust - Ein Ausflug in den Europa-Park ist für viele Menschen ein besonderes Highlight. Hier kann sich jeder für einen Tag noch einmal so fühlen wie ein Kind und die Sorgen hinter sich lassen. Auch Menschen mit Behinderung sind willkommen. Doch wie barrierefrei ist der Park? Das hat kürzlich eine Gruppe der Körperbehindertenförderung (KBF) aus Mössingen getestet. Diese bestand überwiegend aus Rollstuhlfahrern und ihren Betreuern.

„Gäste, die dauerhaft auf den Rollstuhl angewiesen sind sowie Blinde erhalten gegen Vorlage eines entsprechenden Nachweises - etwa Schwerbehindertenausweis mit dem Vermerk aG/BI - einen kostenfreien Eintritt“, erklärt Thorsten Marohn, Parkleiter und Beauftragter für Barrierefreiheit, gegenüber dem Schwarzwälder Boten, der beim Test mit dabei war. Für alle anderen Menschen mit Schwerbehindertenausweis gelte ein Sondertarif. „Zudem gilt für alle Menschen, die im Behindertenausweis das Kennzeichen B tragen und somit nachweisen können, dass sie auf eine Begleitperson angewiesen sind, für die zweite Person ebenfalls der Sondertarif“, so Marohn.

Europa-Park: So verlief der Tag für die KBF-Gruppe

Im Laufe des Parkbesuchs testete ein Teil der Gruppe der KBF zunächst den „EP-Express“. Dieser schnitt gut ab, denn: „An allen Stationen gibt es einen rollstuhlgerechten Zugang (per Aufzug oder Rampe) und jeder Zug hat ein eigenes Rollstuhl-Abteil.“ Danach ging es für die Gruppe zu einer kleinen Achterbahn. Laut den Teilnehmern sei diese kurz angehalten worden, damit sie ein- und aussteigen konnten. Bei der neuen Floßfahrt sei der Betrieb sogar für mehrere Minuten pausiert worden, während die anderen Gäste warteten. Die Attraktion wurde wegen Rassismus-Vorwürfen umgebaut. Für Marohn ist die Rücksichtnahme eine absolut Selbstverständlichkeit, wie er gegenüber dem Schwarzwälder Boten betonte: „Hier geht es um eine gesellschaftliche Verpflichtung der Teilhabe.“ Man wolle jedem Besucher einen unvergesslichen Tag im Europa-Park ermöglichen. „Und aus den bisherigen Erfahrungen haben wir keine Stillstandzeit von fünf Minuten.“

KategorienSaison 2022/2023
Gäste mit Behinderung (Schwerbehindertenausweis erforderlich)ab 47 Euro
Begleitung erforderlich (Schwerbehindertenausweis mit dem Eindruck B erforderlich)ab 47 Euro
Blinde (Schwerbehindertenausweis mit dem Eindruck Bl erforderlich.)rlich )freier Eintritt
Rollstuhlfahrer (Schwerbehindertenausweis mit dem Eindruck aG erforderlich.freier Eintritt

Quelle: Europa-Park

Während die Behinderung der Gruppenteilnehmer an den meisten Fahrgeschäften kein Thema gewesen sei, gebe es auch Ausnahmen: Bei einer der größeren Achterbahnen sei der Zutritt nur denjenigen gestattet gewesen, die alleine ein paar Schritte gehen können. Grund seien bestimmte Nutzungsbedingungen. Welche Attraktionen für wen freigegeben sind, erfahren Besucher an den Informationsständen im Park.

Europa-Park: KBF-Gruppe vergibt für Barrierefreiheit die Note 2

In dem Testbericht positiv hervorgehoben wird, dass Besuchern mit Behinderung ein längeres Anstehen erspart wird. Wer seinen Behindertenausweis vorzeigt, erhält jeweils gemeinsam mit einer Begleitperson Zutritt über den Ausgang der Attraktion. Je nach dem Schweregrad der Behinderung ist es auch möglich, die Fahrt mit bis zu vier Begleitpersonen zu machen. Hierfür erhält man gegen einen entsprechenden Nachweis eine Greencard.

Wie Marohn betont, wolle der Europa-Park den Service für behinderte Menschen kontinuierlich verbessern. Dafür stehe man auch in engem Kontakt mit Behindertenverbänden und veranstalte Begehungen, um gemeinsam neue Konzepte zu entwickeln. Das Fazit der KBF-Gruppe: Sie würden dem Europa-Park für seine Barrierefreiheit die Note 2 geben. Die Leiterin der Gruppe, Swenja Nafz, lobt das Informationsmaterial, das einem einen sehr guten Überblick verschaffe. Abgesehen von kleinen Ausnahmen habe es zudem keine Diskussionen an den Fahrgeschäften gegeben. Ein Minuspunkt: Nicht immer sind Fahrgeschäfte, die für Rollstuhlfahrer freigegeben sind, auch wirklich barrierefrei. Kritisch sieht Nafz zudem, dass Begleitpersonen trotz Reduzierung einen immer noch recht hohen Eintrittspreis bezahlen müssen.

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