Fellnasen in Not

Esslingen: Polizei rettet vier unterernährte Hunde aus viel zu kleinen Käfigen

Ein Hund hinter einem Käfiggitter im Tierheim in Mainz.
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Vor wenigen Tagen rettete die Polizei in Esslingen vier unterernährte Hunde aus viel zu kleinen Käfigen (Symbolbild).
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Hunde sind nicht nur in Deutschland die beliebtesten Haustiere. Vor wenigen Tagen rettete die Polizei in Esslingen vier unterernährte Hunde aus viel zu kleinen Käfigen - Besitzerin muss mit Anzeige rechnen.

Esslingen - Der Hund gilt allgemein als bester Freund des Menschen. Viele Besitzer sehen ihre Vierbeiner nicht nur als täglichen Begleiter, sondern sogar als festes Familienmitglied an. Wer einen Hund hält, muss sich jedoch auch entsprechend um ihn kümmern. Damit zählt neben der Futterversorgung auch das regelmäßige Gassigehen. Das war im Übrigen auch während der Ausgangssperre aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg nach 20 Uhr erlaubt. Die meisten Hundebesitzer halten ihren Vierbeiner in der eigenen Wohnung, wo das Tier auch nicht selten mal neben Frauchen oder Herrchen im Bett schlafen darf.

Für eine Hundehaltung im Freien gibt es allerdings sehr eindeutige Regeln. Eine abweichende Haltung verstößt gegen die Tierschutzverordnung. Vor wenigen Tagen mussten Beamte der Polizei Esslingen vier Hunde aus zwei viel zu kleinen Käfigen in Esslingen befreien, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Besitzerin droht nun eine Strafe.

Esslingen: Zeuge hört Gebell aus einer Holzhütte - Polizei entdeckt unzumutbare Zustände

Da Hunde im Gegensatz zu anderen beliebten Haustieren wie beispielsweise Katzen, am täglichen Leben teilnehmen, kommen auch die Beamten der Polizei immer wieder in Berührung mit den Fellnasen und müssen sie aus einer misslichen Lage befreien. Im vergangenen Jahr ließen Besitzer ihre zwei Hunde bei großer Hitze im Auto auf dem Parkplatz des Europaparks zurück. Die Polizei Offenburg handelte sofort und alarmierte die Feuerwehr, die die Scheibe des Autos einschlug und die Tiere befreite.

Ein weiterer Hund hatte allerdings in einer ähnlichen Situation weniger Glück. Unbekannte schlossen die Heckklappe eines fremden Autos in Stuttgart, der wehrlose Hund starb an einem Hitzschlag.

Im vergangenen Jahr lebte ein Hund gerade erst seit kurzem bei seiner neuen Familie in der Landeshauptstadt Stuttgart und verirrte sich in der Schwaben-Metropole. Er suchte in einem Polizeiauto nach Hilfe.

Am Sonntag musste die Polizei Esslingen ebenfalls Hunden zu Hilfe kommen. Laut dem Polizeibericht meldete ein Zeuge gegen 10.45 Uhr Gebell aus einer Hütte auf einem Gartengrundstück. Die alarmierte Polizeistreife verschaffte sich Zutritt zu der Hütte und entdeckte vier unterernährte Hunde, die in zwei deutlich zu kleine Käfige gesperrt waren. Dabei handelte es sich um zwei Huskys und zwei französische Bulldoggen. Die Hundehaltung im Freien unterliegt klaren Regeln. „[Die Hütte] muss so bemessen sein, dass der Hund sich darin verhaltensgerecht bewegen und hinlegen kann“, heißt es in der Tierschutz-Hundeverordnung des Landes Baden-Württemberg.

Nach Hunde-Rettung in Esslingen: Tiere wurden aufgepäppelt und an Tierheim übergeben

Laut der Meldung der Polizei Esslingen wurden die vier Hunde nach ihrer Befreiung an die Tierrettung Aichwald übergeben. Dort wurden die unterernährten Tiere zunächst mit Wasser und Futter versorgt. Anschließend gelangten die zwei Huskys und die zwei Bulldogen in das Tierheim in Esslingen. Der Arbeitsbereich Gewerbe und Umwelt habe die Ermittlungen übernommen und das zuständige Veterinäramt unterrichtet, heißt es in der Meldung weiter. Die Besitzerin der Hunde muss aufgrund eines Verstoßes gegen die Tierschutzverordnung mit einer Strafanzeige rechnen.

Da die vier Hunde in Esslingen nicht nur auf deutlich zu kleinem Raum gehalten wurden, sondern laut des Polizeiberichtes auch unterversorgt waren, verstieß die Besitzerin gegen zwei Punkte der Tierschutz-Hundeverordnung des Landes Baden-Württemberg. „Die Betreuungsperson hat den Hund unter Berücksichtigung des der Rasse entsprechendem Bedarfs regelmäßig zu pflegen und für seine Gesundheit Sorge zu tragen“, heißt es dort.

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