Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs

Gemeinde sperrt überfüllten Badesee - Besucher drängen trotzdem aufs Gelände

  • Lisa Schönhaar
    vonLisa Schönhaar
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Um das Coronavirus in Baden-Württemberg erfolgreich einzudämmen, gelten nach wie vor Hygienauflagen. An überfüllten Badeseen sind diese kaum einzuhalten - ein See im Kreis Esslingen legte deshalb eine Obergrenze fest. Einige Badegäste wollten sich daraufhin illegal Zutritt verschaffen.

  • Seit der Lockerung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg steigen die Infektionszahlen wieder an.
  • Bereits vor zwei Wochen kam es zu einem extremen Ansturm auf Badeseen im Land - Corona-Regeln konnten nicht mehr eingehalten werden.
  • Am vergangenen Wochenende sperrte Neckartailfingen im Kreis Esslingen einen Badesee, woraufhin einige Badegäste illegal auf das Gelände drängten.

Neckartailfingen - Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg war der Alltag der Bürger für viele Wochen stark eingeschränkt. Da sich Covid-19 seit einiger Zeit vergleichsweise langsam verbreitet und die Maßnahmen zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus Wirkung zeigen, hat die Landesregierung bereits mehrfach Lockerungen beschlossen - darunter auch die Öffnung von Schwimmbädern. Obwohl Badeseen offiziell nie geschlossen waren, kam es an einem Wochenende Mitte Juli zu einem extremen Ansturm auf Badeseen im Land - Verantwortliche großer Seen in Baden-Württemberg waren angesichts der sommerlichen Temperaturen am vergangenen Wochenende deshalb in großer Sorge.

Seit dem 1. Juli ist trotz Coronavirus in Baden-Württemberg nahezu alles wieder erlaubt. Schulen sind geöffnet, Bäder und Saunen dürfen wieder Gäste empfangen - allerdings nach wie vor unter bestimmten Hygieneauflagen, um die Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg kontrollieren zu können. Seitdem kam es bereits mehrfach zu Neuinfektionen, viele davon auch an Schulen im Land - wie etwa in der Landeshauptstadt Stuttgart, wo mehrere Schulen und Kitas von einem Corona-Ausbruch betroffen waren. An einen Badesee in Baden-Württemberg stürmten bis zu 10.000 Menschen an einem einzigen Tag - und sorgten am Breitenauer See nahe Obersulm für Chaos.

Trotz Coronavirus in Baden-Württemberg und Besucherobergrenze an Aileswasensee drängten Menschen auf das Gelände

Coronavirus in Deutschland: Am Badesee vergessen viele die Corona-Regeln. Nun greifen Behörden durch (Symbolfoto).

Um einen Corona-Ausbruch zu vermeiden, hatte Neckartailfingen im Kreis Esslingen bereits vor vergangenem Wochenende eine Obergrenze für Besucher des Aileswasensees festgelegt. Zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg durften sich nicht mehr als 1.000 Badegäste am See aufhalten. Einige Personen versuchten jedoch trotzdem, auf das Gelände zu kommen - und verschafften sich illegal Zutritt. Größere Menschenansammlungen stellen noch immer eine hohe Infektionsgefahr dar und könnten einer der Gründe sein, weshalb die Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg aktuell wieder ansteigen.

Einem Bericht der Polizei zufolge mussten die Beamten am Samstag drei Mal eingreifen, um das Ordnungspersonal am Aileswasensee in Neckartailfingen im Kreis Esslingen zu unterstützen. Der Sicherheitsdienst war personell verstärkt worden, um die Obergrenze für Besucher zu kontrollieren und durchzusetzen. Trotz Coronavirus in Baden-Württemberg war die Besuchsobergrenze bereits gegen 10 Uhr erreicht - ein Mann aus Stuttgart wollte dies jedoch nicht akzeptieren und geriet laut Polizeibericht gegen 12 Uhr in einen Streit mit dem Ordnungspersonal am Badesee. Der 46-Jährige soll laut geschrieen und gemeinsam mit einem weiteren Mann versucht haben, umstehende Personen gegen die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes aufzuhetzen. Die Polizei sprach letztlich einen Platzverweis gegen die Männer aus.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Polizei muss am Aileswasensee mehrfach gegen Personen einschreiten

Gegen 14 Uhr versuchten drei weitere Männer, über den Zaun um den Aileswasensee in Neckartailfingen im Kreis Esslingen zu klettern und illegal auf das Gelände zu gelangen. Das Ordnungspersonal zog die Polizei hinzu, bis zu deren Eintreffen soll es laut Bericht zu einem Gerangel gekommen sein. Es wurden Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs gegen die drei Männer eingeleitet, die sich über das Verbot zur Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg hinwegsetzen wollten. Um 18:30 Uhr musste die Polizei ein drittes Mal einschreiten: Drei weitere Männer reagierten verständnislos auf den Einlass-Stopp und weigerten sich, zu gehen. Erst als die Polizei sie dazu aufforderte, verließen sie das Gelände.

Bei vielen Menschen scheint der Respekt vor der Infektionsgefahr verloren gegangen zu sein, die vom Coronavirus in Baden-Württemberg nach wie vor ausgeht. Das lassen Bilder vom Breitenauer See bei Obersulm vermuten, der am Sonntag vor zwei Wochen überrannt wurde: Menschenmassen strömten an den See und ignorierten überwiegend wichtige Hygieneregeln wie den Mindestabstand von 1,5 Meter. Die Polizei schätzt, dass sich allein am Breitenauer See trotz Coronavirus etwa 10.000 Menschen aufgehalten haben, dicht aneinandergedrängt. Der See wurde daraufhin bis Ende Oktober komplett gesperrt.

Um die trotz Coronavirus in Baden-Württemberg überfüllten Badeseen zu meiden, weichen derzeit offenbar viele Menschen im Land auf eine andere Möglichkeit zur Abkühlung aus - etwa an Flüsse oder Seen mit nicht ausgeschriebenen Badestellen. Das kann jedoch lebensgefährlich sein: Aufgrund von Krankheitserregern, Untiefen und Strudeln werden die Gewässer unter Umständen schnell zur Todesfalle.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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