Fachkräfte fehlen

Erziehermangel hat drastische Auswirkungen auf Kitas: Reduzierte Öffnungszeiten, viel weniger Plätze

Ein Erzieher in einer Kita liest einer Gruppe von Kindern vor.
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Der Bedarf an Erziehern übersteigt in vielen Kommunen die Zahl der Bewerber.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Der Fachkräftemangel in Kitas sorgt in der Region Stuttgart für prekäre Zustände. Teilweise wird der Betrieb von Ganztags- auf Halbtagsbetreuung umgestellt.

Stuttgart - In Baden-Württemberg* herrscht aktuell ein dramatischer Mangel an Erziehern. Unlängst warnte eine Studie, dass den Kitas im Land Zehntausende Fachkräfte fehlen* (BW24* berichtete). Auch in der Region Stuttgart macht sich dieser Umstand deutlich bemerkbar. An kürzeren Öffnungszeiten führt oft kein Weg vorbei.

Da die katholische Kirche in Ludwigsburg* nicht genügend Erzieher gefunden hat, mussten dort die Öffnungszeiten in der Kita reduziert werden: Statt eines Ganztagsangebots von 7 bis 17 Uhr wird es nach den Ferien nur noch ein Halbtagsangebot von 8 bis 14 Uhr geben, berichtet die Stuttgarter Zeitung. Doch auch andere Gemeinden stehen offenbar zunehmend unter Druck.

Erzieher-Mangel in Kitas: Gemeinden in Raum Stuttgart am Limit

Händeringend sucht auch die Landeshauptstadt Stuttgart* nach Kita-Personal. 280 Erzieher-Stellen sind hier aktuell ausgeschrieben. Laut Berichten der Stuttgarter Zeitung wird bald auch hier die Betreuungszeit reduziert, wenn es nicht anders machbar ist. Ebenso ergeht es der Stadt Böblingen*, die mit 17 unbesetzten Stellen ebenfalls am Limit ist.

Die Gründe für den Personalmangel im Erzieher-Bereich sind vielfältig. Durch höhere Geburtenraten und Ganztagsjobs ist der Bedarf an Betreuungsangeboten gestiegen, während das Berufsfeld für junge Menschen oft nicht in der Liste der attraktivsten Jobs steht. Um potenzielle Bewerber anzusprechen, lassen sich die Kommunen einiges einfallen. So suchte kürzlich eine Gemeinde im Ostalbkreis mit einer kuriosen Stellenanzeige nach Erziehern*.

Erzieher-Mangel: Analyse hat berechnet, wie viel Personal fehlt - Ergebnisse schockieren

Wie eine Analyse der Bertelsmann-Stiftung kürzlich berechnete, müsste Baden-Württemberg seine bestehenden Ausbildungskapazitäten bis zum Jahr 2030 fast verdoppeln, um den Personalbedarf kindgerecht zu erfüllen. Das zu schaffen, scheint angesichts der Hochrechnungen der Stiftung utopisch. So werden laut der Studie in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2030 rund 36.000 Menschen in den Kita-Beruf eintreten. Um ausreichend Plätze für Kita-Kinder zu sichern, werden aber mehr als 33.000 weitere Erzieher benötigt, so die Analyse. *BW24 ist ein Angebot von Ippen.Media.

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