Verdi will Signal senden

Erzieherinnen wollen weiter streiken - Kitas bleiben in Baden-Württemberg geschlossen

Warnstreik in Awo-Kita
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In weiteren Gemeinden in Baden-Württemberg bleiben die Kitas aufgrund des Warnstreiks erneut geschlossen.

Eltern und Kinder könnten am Dienstagmorgen in einigen Orten erneut vor verschlossenen Türen stehen. Wegen weiterer Warnstreiks sind in mehreren Gemeinden die Kitas weiterhin geschlossen.

Stuttgart (dpa/lsw) - Viele Eltern im Südwesten müssen sich am Dienstag erneut darauf einstellen, eine Ersatz-Betreuung für ihren Nachwuchs finden zu müssen. Nachdem am Montag wegen Warnstreiks von Erzieherinnen in einigen Gemeinden Kitas geschlossen blieben, sind zum Internationalen Frauentag nach Angaben der Gewerkschaft Verdi weitere Aktionen im Land geplant. Kundgebungen sollen unter anderem in Tübingen, Karlsruhe, Stuttgart und Singen stattfinden. Gestreikt werden soll aber auch in Heilbronn, Crailsheim und Freiburg.

Vielerorts sollen demnach Demonstrationen mit Frauen-Organisationen und feministischen Gruppen stattfinden. Verdi teilte mit, man wolle ein Signal senden, dass es in den Tarifverhandlungen um die Aufwertung von typischen «Frauenberufen» gehe: Rund 90 Prozent der Beschäftigten im Erziehungs- und Sozialdienst seien weiblich.

Rund 50.000 Kita-Beschäftigte in Baden-Württemberg betroffen

Verdi fordert für die bundesweit rund 330 000 betroffenen Beschäftigten bessere Arbeitsbedingungen, Maßnahmen gegen Fachkräftemangel und eine höhere Eingruppierung vieler Mitarbeiter. In Baden-Württemberg sind nach Angaben der Arbeitgeber rund 50 000 Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst betroffen.

Bei den Arbeitgebern stieß der Warnstreik auf Kritik. «Dass die Gewerkschaften Verdi und Beamtenbund nach nur einer Verhandlungsrunde zum Streik aufrufen, entspricht nicht dem tatsächlichen Verhandlungsstand», sagte die Präsidentin und Verhandlungsführerin der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, Karin Welge. Weiter verhandelt werden soll am 21. und 22. März sowie Mitte Mai.

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