Betreiber hofft dennoch auf Inbetriebnahme

Kraftwerk nahe Baden-Württemberg löst bei Testlauf Erdbeben aus

Ein Riss im Asphalt einer Straße ist am 24.03.2014 in Landau (Rheinland-Pfalz) vor der Einfahrt zum Geothermiekraftwerk zu sehen.
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Immer wieder gibt es Probleme mit Erdwärmekraftwerken.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Ein Erdwärmekraftwerk nahe Baden-Württemberg hat ein Erdbeben ausgelöst. Es ist nicht das erste Mal.

Reichstett - Eigentlich hätte 2020 nördlich von Straßburg ein großes Geothermalkraftwerk in Betrieb gehen sollen. Doch bereits während der Testläufe im November 2019 kam es zu mehreren leichten Erdbeben. Damals hatte man die Anlage abgeschaltet. Erneute Testläufe in dem Kraftwerk führten nun abermals zu Erdbeben, wie die Badische Zeitung berichtete - mit einer Stärke von bis zu 3,1 auf der Richterskala.

Die Erde in und um Straßburg hat wieder gebebt. Die französische Tageszeitung LeParisien schreibt, es sei bereits das zehnte Erdbeben innerhalb von zwei Wochen - deren Stärke jeweils zwischen 1,1 und 3,1 lag. Bislang seien jedoch keine Schäden verursacht worden. Das Erdbeben gilt als „induziertes“, also von Menschen verursachtes Erdbeben.

Betreiber des Kraftwerks wollen trotz Erdbeben weitermachen

Auslöser für die vielen Erdbeben sei ein von der Firma Fonroche Energie betriebenes Erdwärmekraftwerk in Reichstett nördlich von Straßburg gewesen. Wie bereits im Vorjahr hat die Firma das Kraftwerk nach den Vorfällen vorläufig stillgelegt.

Laut der Badischen Zeitung hoffen die Betreiber trotzdem, die Anlage nächsten Jahres in Betrieb nehmen zu können. Nach der ersten Reihe von Beben im November 2019 war die Arbeit von Fonroche Energie eingestellt worden. Im Oktober 2020 wurden jedoch erneute Tests freigegeben.

Geothermie - Technologie mit Risiken?

Manche Geothermie-Kraftwerke gelten mittlerweile als Vorzeigeprojekte und liefern zuverlässig Wärme und Strom. Andere sorgen für negative Schlagzeilen. Für überregionales Aufsehen sorgten beispielsweise 2007 Vorfälle bei Erdwärmebohrungen in Staufen im Breisgau. Dort hob sich in Folge der Bohrungen die gesamte Altstadt, über 270 Gebäude wurden teilweise schwer beschädigt und es entstand ein Sachschaden in zweistelliger Millionenhöhe (die ARD berichtete).

In Deutschland hat die Geothermie ein Imageproblem. Bisher spielt die umweltfreundliche Energiequelle bei uns kaum eine Rolle. Die Nutzung sei nicht überall wirtschaftlich genug, die Technik noch zu unausgereift, bemängeln Kritiker.

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