Lichterfest nach spontaner Idee

Bunt leuchtende Traktoren verjagen Corona-Blues mit Weihnachtsstimmung

Beleuchtete Traktoren in Kieselbronn
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Die beleuchteten Rasenmäher-Bulldogs, Unimogs und Traktoren sorgten bei der Fahrt durch Kieselbronn für große Freude.
  • David Frey
    VonDavid Frey
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Große Freude in Kieselbronn im Enzkreis: Leuchtende Traktoren bringen bei einer Fahrt durch den Ort Weihnachtsstimmung in die Herzen der Einwohner.

Kieselbronn - Heiko Faber kommt bei der Erinnerung an den 4. Advent ins Schwärmen. Dem Bürgermeister (parteilos) von Kieselbronn (Enzkreis) werden die Bilder des Sonntagabends (19. Dezember) so schnell nicht aus dem Kopf gehen, als viele weihnachtlich geschmückte und bunt leuchtende Traktoren in einer Kolonne durch die Gemeinde fuhren. „Die Leute hatten eine Riesenfreude. Vor allem die Kinder waren begeistert und trugen ein Lachen im Gesicht“, so Faber gegenüber BW24.

Der ganzen Aktion in dem 3.000-Seelen-Dorf ging eine Idee voraus, die der Bürgermeister fast zeitgleich mit dem Feuerwehrkommandanten Matthias Poppe hatte. Die beiden wurden am 7. Dezember auf einen Beitrag des WDR aufmerksam, in dem ein ähnliches Event im Ahrtal durchgezogen wurde, um die Menschen zeitweise aus dem Blues zu befreien, den die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg mit sich bringt. Nach einem kurzen Whatsapp-Austausch waren Faber und Poppe überzeugt, dass so etwas doch auch in Kieselbronn möglich sein müsse.

Umgerüstete Traktoren, Bulldogs, Unimogs und Mofas verbreiten Weihnachtsstimmung in Kieselbronn

Am 9. Dezember ging die richtige Planung los: Heiko Faber kümmerte sich um alle benötigten Genehmigungen und Matthias Poppe übernahm die Koordination. „Er hat wirklich die meiste Arbeit abgeliefert und diese auch absolut hervorragend, weshalb ihm das größte Lob gebührt“, so der Bürgermeister über seinen Feuerwehrkommandanten.

Gut anderthalb Wochen später wurden die per Gemeindeblatt informierten Einwohner dann Zeugen eines wahren Weihnachtsspektakels. Die Bulldog-Freunde Kieselbronn sowie der Pforzheimer Vespa-Club fuhren mit ihren umgerüsteten Traktoren, Bulldogs, Unimogs und Mofas durch die Straßen. Die Fahrzeuge hatten bunte und blinkende Lichterketten umhängen, an einem Traktor war ein großer Stern befestigt, ein anderer transportierte einen Weihnachtsbaum. Auf Schildern war unter anderem zu lesen: „Wir wünschen Euch ein frohes Fest!“

Die Fahrer und Beifahrer schmissen sich fast alle in Weihnachtskostüme. Auch Bürgermeister Heiko Faber ließ sich nicht lumpen und winkte als Weihnachtsmann verkleidet in einem Schlitten sitzend, der auf der Ladefläche eines Unimogs befestigt war, den mehreren Hundert Zuschauern zu, die entlang der Strecke verteilt standen.

Bürgermeister Heiko Faber zur Aktion in Kieselbronn: „Haben ein gigantisches Feedback bekommen“

„Trotz der Corona-Pandemie mit all ihrer negativen Energie konnten wir so wenigstens ein bisschen für weihnachtliche Atmosphäre und Stimmung sorgen“, sagt Faber im Gespräch mit BW24. In ganz Baden-Württemberg wurde die Vorfreude auf das Fest coronabedingt stark getrübt. Unter anderem wurde der Weihnachtsmarkt in Stuttgart zwei Tage vor Eröffnung abgesagt - genau wie jeder andere große Vorweihnachtsspaß.

Die Bulldog-Freunde Kieselbronn und der Pforzheimer Vespa-Club stellten einen Großteil der Fahrzeuge.

Bürgermeister Heiko Faber schließt nicht aus, dass ein derartiges Event im kommenden Jahr wiederholt werden könnte. „Dann hoffentlich ohne Corona und vermutlich auch mit längerer Planung und Rahmenprogramm. Wir haben aber angesichts der Tatsache, dass wir das Ganze in kürzester Zeit auf die Beine gestellt haben, ein gigantisches Feedback bekommen. Alle Teilnehmenden hatten eine Riesenfreude.“ Eine Idee, die für eine mögliche Wiederholung 2022 bereits aufkam: Die Fahrt mit entsprechender Weihnachtsmusik zu untermalen.

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