BKA und Interpol eingeschaltet

Von Impfgegner verschlepptes Kind in Panama gefunden - Mutter und Sohn wieder vereint

Vater mit Sohn auf der Aussichtsplattform des Frankfurter Flughafens.
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Ein Impfgegner soll seinen 10-jährigen Sohn nach Panama verschleppt haben, damit der Junge nicht geimpft wird (Symbolbild).
  • Julian Baumann
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Nach einer Entführung wurde der Vater eines 10-jährigen Jungen in Panama festgenommen. Der Sohn wurde vor Ort in die Obhut seiner Mutter übergeben.

Update vom 7. Februar, 16:20 Uhr: Ein seit dem 2. Januar vermisster 10-Jähriger aus Mühlacker (Enzkreis) ist wohlbehalten wieder bei seiner Mutter und seinem Stiefvater untergekommen. Die Mutter des Kindes hatte vermutet, dass ihr Ex-Mann den gemeinsamen Sohn nach Panama verschleppt habe, um eine Corona-Impfung des Jungen zu vermeiden. Laut Angaben der Staatsanwaltschaft Pforzheim wurde der 50-jährige Vater tatsächlich in Panama, in der Stadt Pedasi, auf Grundlage eines internationalen Strafbefehls verhaftet, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). In die Ermittlungen waren neben der Polizei Pforzheim auch das Bundeskriminalamt und Interpol involviert.

Die Mutter des Kindes sei am vergangenen Wochenende ebenfalls in Panama gewesen, heißt es weiter. Dort wurde der Junge in ihre Obhut gegeben. Zum Zustand des 10-Jährigen seien bislang keine Angaben gemacht worden, berichtet die dpa. Auch, dass der Vater des Jungen Impfgegner sei und eine Impfung seines Sohnes vermeiden wollte, kommentierten die Ermittler bislang nicht. Der 50-Jährige muss sich nun aufgrund von Entziehung Minderjähriger verantworten.

Erstmeldung vom 20. Januar 2022: Mühlacker - Im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg gelten die Impfungen als sicherste Schutzmaßnahme. Diese Meinung wird allerdings nicht von der ganzen Bevölkerung in Baden-Württemberg geteilt. Seit dem Start der Corona-Impfungen in Stuttgart und Baden-Württemberg regt sich Widerstand gegen die Impfung und vor allem gegen eine eventuelle Einführung der Impfpflicht.

Weil ein Vater nicht wollte, dass sein Sohn gegen das Coronavirus geimpft wird, verschleppte er den Jungen in das mittelamerikanische Land Panama. Das vermutet zumindest die Mutter des Kindes. Seit dem 2. Januar fehlt von Raphael, so der Name des Jungen, jede Spur, berichtet die Bild. Raphaels Mutter, die in Mühlacker (Enzkreis) lebt, sucht seitdem verzweifelt nach ihrem Sohn und soll sogar vom Flughafen Stuttgart aus nach Panama geflogen sein.

Enzkreis: Junge aus Mühlacker verschwindet spurlos - Mutter vermutet Entführung

Laut Angaben der Bild war der 10-jährige Raphael über die Weihnachtsfeiertage bei seinem Vater in Bergisch Gladbach (Nordrhein-Westfalen). Am 2. Januar sollte er dann eigentlich per Zug am Kölner Hauptbahnhof ankommen, wo seine Mutter bereits auf ihn wartete. Der Zehnjährige kam aber nicht am Bahnhof an und bis heute fehlt von Raphael jede Spur. Mutter Melanie vermutet, dass ihr Ex-Mann den Jungen nach Panama verschleppt habe, da er nicht wollte, dass Raphael geimpft werde.

Raphael selbst habe gesagt, er sei nicht gegen eine Impfung. Der Vater habe eine Impfung des Jungen aber entschieden abgelehnt. „Wer geimpft ist, wird von ihm übel beschimpft“, erklärte Ex-Frau Melanie. „Per Anwalt hatte er sich in Raphaels Schule dagegen ausgesprochen, dass er an Corona-Tests teilnimmt.“ Die Vermutung, dass Raphael von seinem Vater nach Panama entführt wurde, kommt nicht von ungefähr. „Der Vater hat meinen Stiefsohn von der Schule abgemeldet“, sagte Melanies neuer Ehemann gegenüber Bild. Zunächst sei ein Fax mit einer ausländischen Nummer bei der Schule angekommen, dann habe man Hinweise erhalten, dass der Ex-Mann nach Panama gereist sei.

Suche nach Raphael aus Mühlacker: Bundeskriminalamt und Interpol eingeschaltet

Für jede Mutter ist es ein Horrorszenario, nicht zu wissen, wo sich ihr Kind aufhält. „Jede Sekunde, die Raphael weg ist, schmerzt furchtbar“, sagte auch Melanie. Um ihren Sohn zu finden, setzte Melanie laut Bild-Informationen eine Belohnung von 10.000 Euro aus. Die Behörden schließen eine Entführung nach Panama durch den Vater zwar nicht aus, können ein solches Szenario aber auch nicht bestätigen. „Der Aufenthaltsort des Beschuldigten ist uns aktuell nicht bekannt“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Pforzheim am Dienstag (18. Januar) der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Wir suchen nach wie vor mit Hochdruck nach ihm.“

Auch, dass der leibliche Vater von Raphael ein Impfgegner ist und den Jungen entführt habe, damit er nicht geimpft wird, können die Behörden nicht eindeutig bestätigen. „Die Motivlage ist Gegenstand der Ermittlungen. Wir haben keinen Kontakt zum Beschuldigten“, sagte der Staatsanwalt. Nach Angaben der Pforzheimer Polizei ist in den vermuteten Entführungsfall inzwischen neben dem Bundeskriminalamt auch Interpol eingeschaltet.

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