Verbraucher sollen entlastet werden

Energieministerin Walker für schnelle Abschaffung der Stromumlage

Ein Strommast mit Stromleitungen.
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Die Strom- und Gaspreise steigen immer weiter an. Die Politik ist daher auf der Suche nach Möglichkeiten, den Verbraucher zu entlasten (Symbolfoto).

Die Preise für Strom und Gas steigen immer weiter. Die Politik sucht nach Maßnahmen, um die Verbraucher zu entlasten. Energieministerin Thekla Walker schaltet sich ein.

Stuttgart (dpa/lsw) - Die baden-württembergische Energieministerin Thekla Walker unterstützt Überlegungen, die EEG-Umlage früher zu streichen. Die kurzfristige Abschaffung sei unerlässlich, sagte die Grünen-Politikerin in Stuttgart. Mit dem Senken der Umlage Anfang Januar von 6,5 auf 3,72 Cent pro Kilowattstunde hätten Preissteigerungen beim Strom zumindest etwas abgefangen werden können.

Wegen der hohen Energiepreise erwägt die Ampel-Koalition eine frühere Abschaffung der Umlage für die Stromkunden. Eigentlich wollten SPD, Grüne und FDP die Finanzierung der EEG-Umlage erst zum 1. Januar 2023 reformieren. Dann soll die milliardenschwere Umlage zur Förderung von Ökostrom nicht mehr über die Stromrechnung der Verbraucher, sondern aus dem Bundeshaushalt gezahlt werden. Pro Jahr würde das einen Durchschnittshaushalt laut Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) um 300 Euro entlasten.

Wegen der steigenden Preise für Gas und Strom forderte Walker die Bundesregierung auf, Bürger mit wenig Geld finanziell zu unterstützen. Denkbar seien beispielsweise eine Erhöhung des Wohngeldes oder die zeitweise Aussetzung von Strom- und Gassperren, sagte sie nach Angaben einer Sprecherin. Das Land selbst werde die Energieberatung für einkommensschwache Haushalte weiter stärken. «Kompetente Ansprechpartner finden sich schon jetzt sowohl bei den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale als auch bei den Energie- und Klimaschutzagenturen.»

Der derzeitige Anstieg der Preise bei Strom und Gas resultiere maßgeblich aus der weltweiten Konjunkturerholung und der entsprechend starken weltweiten Energienachfrage. Teilweise trügen aber auch spekulative Beschaffungsstrategien der Energieversorger dazu bei. «Wir müssen uns gemeinsam mit der Bundesregierung sehr genau anschauen, wie wir Verbraucherinnen und Verbraucher in Zukunft vor Spekulationen auf dem Energiemarkt schützen können», sagte Walker.

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