Ärger über Wartezeiten

E-Autos: Fahrer fordern drastische Strafen für Ladesäulen-Blockierer

Die Zahl der Ladesäulen-Anträge für E-Autos in Deutschland steigt. Stromanbieter warnen jetzt vor Netzauslastungen.
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Die Ladesäuleninfrastruktur in Deutschland ist ein Problem. Laut einer ADAC-Umfrage regen sich Fahrer von E-Autos aber auch darüber auf, dass viele Stationen länger blockiert werden, als sie müssten.
  • Valentin Betz
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Der Erfolg von E-Autos hängt auch an den Ladesäulen. Doch die machen noch viele Probleme. Laut ADAC hat das auch mit den E-Auto-Fahrern selbst zu tun.

Stuttgart - Wenn es um den Durchbruch der E-Mobilität geht, stehen schnell Reichweiten und sparsame Batterien im Zentrum. Dem E-Auto-Boom in Deutschland fehlt aber eine andere, wichtige Voraussetzung: Auch der Akku mit der größten Reichweite will irgendwann geladen werden. Ein gut ausgebautes Netzwerk an Ladestationen ist daher für die E-Mobilität unabdingbar.

Der Ausbau wird inzwischen zumindest stark vorangetrieben, auch Unternehmen abseits der Automobilbranche haben die Bedeutung der Ladestationen erkannt. Lidl bietet zum Beispiel auf vielen Parkplätzen seiner Discounter Lademöglichkeiten an. Da beginnen aber bereits die Probleme. Manch einer nutzt das Angebot, ohne selbst Kunde zu sein. Inzwischen geht Lidl gegen die Ladeschnorrer vor.

Die Gemeinschaft der E-Auto-Fahrer ist aber nicht nur wegen solcher Schnorrer gespalten. Eine ADAC-Umfrage hat ergeben, dass sich Fahrer von E-Fahrzeugen besonders über eine bestimmte Sorte Autofahrer aufregen. Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) fordern sie sogar, dass deren Verhalten radikal bestraft wird.

Ladesäulen für E-Autos: Das größte Problem sind die anderen Fahrer

Denn an deutschen Ladesäulen wird nicht nur geschnorrt, sondern auch fleißig blockiert. Erst kürzlich ärgerte sich eine Lidl-Kundin über einen Tesla, der die dortige Ladestation stundenlang belegte - da war die Batterie des E-Autos natürlich längst vollständig geladen. Die Mehrheit der 400 Fahrer von E-Autos, welche vom ADAC befragt wurden, regen sich über dieses Verhalten auf.

73 Prozent der Befragten sprechen sich sogar dafür aus, E-Auto-Fahrer zu bestrafen, die Ladestationen zu lange in Anspruch nehmen. Sie fordern eine „Blockiergebühr“, um so ein Verhalten zu sanktionieren.

Umfrage zu E-Autos: Teslafahrer sind zufriedener mit eigener Ladeinfrastruktur

In der Befragung des ADAC ging es nur um das öffentliche Ladenetz außerhalb von Städten. Zusätzlich zu den 400 Fahrern von E-Autos einer beliebigen Marke wurden 100 Teslafahrer befragt. Diese können bekanntlich auf das eigene Netzwerk aus Tesla-Superchargern zurückgreifen. Von den Fahrern eines vollelektrischen Teslas wurde das eigene Netz laut ADAC in fast allen Kategorien besser bewertet.

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