1. bw24
  2. Baden-Württemberg

EnBW-Manager genervt: Typisch deutsches Problem verhindert E-Auto-Durchbruch

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Valentin Betz

Kommentare

Schnellladepark für E-Autos
EnBW betreibt nach eigenen Angaben mit bundesweit mehr als 650 eigenen Standorten das größte öffentliche Schnellladenetz Deutschlands. © Bernd Thissen/dpa

Deutschland will mehr E-Autos auf den Straßen. Damit das funktioniert, braucht es genügend Schnellladestationen. Bei deren Ausbau stört einen EnBW-Manager ein klassisches Problem.

Stuttgart - Nicht nur in Baden-Württemberg gehört der E-Mobilität die Zukunft, in ganz Deutschland wird sie auf E-Autos ausgerichtet. Die Schlagzeilen werden dabei von den Fahrzeugherstellern und deren neuesten Modellen beherrscht - noch ein wenig mehr Leistung, wieder ein paar Kilometer Reichweite mehr.

In der Debatte um E-Mobilität gerät schnell in den Hintergrund, mit welchem „Treibstoff“ sich die Fahrzeuge bewegen und wo dieser verfügbar ist. Das führte zuletzt zu einem vernichtenden Urteil: Das Ladenetz für E-Autos in Deutschland ist ein Trauerspiel. Die Verantwortung für dessen Ausbau lastet auf mehreren Schultern. Die Basis dafür schaffen Bund und Länder, mit der Umsetzung sind Unternehmen wie beispielsweise die EnBW in Stuttgart betraut. Ein Manager des Energiekonzerns erklärte gegenüber Teslamag, was ihn beim Ausbau der Schnellladeinfrastruktur besonders stört.

Anmerkung der Redaktion

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 28.12.2021 veröffentlicht. Da er für unsere Leser noch immer Relevanz besitzt, haben wir ihn erneut auf Facebook gepostet.

Schnellladestationen von EnBW: Konzern treibt Ausbau für E-Mobilität massiv voran

Wie Teslamag berichtet, will die EnBW mit Investitionen von 100 Millionen Euro jährlich bis Ende 2025 2.500 Standorte für Schnellladestationen aufbauen. Bei der Umsetzung dieses ambitionierten Ziels stehen dem Konzern allerdings weniger die eigenen Ansprüche, als vielmehr die deutsche Bürokratie im Weg.

Das Geschäft mit den Ladestationen verwaltet im Energiekonzern die Tochter EnBW mobility+. Deren Chief Sales & Operations Officer Timo Sillober ist insbesondere vom Aufwand genervt, der für die Errichtung von Schnellladestationen in Deutschland erforderlich ist. „Damit der Ausbau zügig vorangeht, brauchen wir einfachere und schnellere Genehmigungsverfahren, keine überbordende Regulierung“, erklärte er gegenüber Teslamag. Den EnBW-Manager dürfte freuen, dass zumindest die Politik in Baden-Württemberg seiner Meinung zu sein scheint. Gerade erst forderte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) mehr Tempo bei den Ladesäulen.

EnBW fordert bei Schnellladestationen für E-Autos mehr Pragmatismus - und Flächen der Kommunen

EnBW-Manager Timo Sillober wünscht sich aber nicht nur einfachere Genehmigungen für Schnellladestationen. Denn auch die nützen nichts, wenn keine Standorte dafür zur Verfügung stehen. Kommunen müssten daher mehr Flächen für Ladeparks im urbanen Bereich bereitstellen. „Wir müssen hier also deutlich pragmatischer werden“, so Sillober zum Teslamag.

Baden-Württemberg gibt dem Energiekonzern im Übrigen eher weniger Anlass zur Sorge. Die EnBW setzt hierzulande viele Versuche und Tests um. Beispielsweise prüfte die Verteilnetztochter Netze BW, ob das Stromnetz eine flächendeckende E-Mobilität überhaupt tragen kann. Eine Kleinstadt in Baden-Württemberg testete daraufhin, ob E-Autos das Stromnetz überlasten. Zu einem Kollaps kam es daraufhin nicht. Timo Sillober stellte im Gespräch mit Teslamag erneut klar: „Mit einem intelligenten Lademanagement funktioniert das auch gut bei einer größeren Zahl an E-Autos.“

Auch interessant

Kommentare