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E-Auto-Fahrer erhalten Bonus, um hohe Stromkosten zu kompensieren

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Von: Julian Baumann

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Zur Kompensation der hohen Stromkosten können E-Auto-Fahrer die Einsparung des CO2-Ausstoßes zu Geld machen. Mindestens 275 Euro im Jahr sind möglich.

Stuttgart - Immer mehr E-Autos von Herstellern wie Mercedes-Benz*, Tesla oder Porsche* sind auch auf den Straßen der Landeshauptstadt Stuttgart* zu entdecken. Der Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz will ab 2030 sogar ausschließlich batteriebetriebene Modelle bauen. Der Fokus der Hersteller auf die E-Mobilität ist auch dem immer größer werdenden Druck der Politik auf eine emissionsfreie Produktion geschuldet. Um Autofahrer von einem Umstieg vom Verbrenner auf ein E-Auto zu überzeugen, wird ein Neukauf mit einer Prämie gefordert (BW24* berichtete). Zudem können sich E-Autofahrer seit diesem Jahr auf eine jährliche Prämie freuen*.

Um von einem herkömmlichen Auto mit Verbrenner-Antrieb auf ein E-Auto umzusteigen, gibt es also lukrative Gründe. Allerdings sind aktuell nicht nur die Benzinpreise in Deutschland sehr hoch, auch die Strompreise steigen immer weiter an. E-Auto-Fahrern in Deutschland droht deshalb eine Kostenfalle*. Um die hohen Strompreise zu kompensieren, können E-Auto-Fahrer aber die CO2-Einsparung in bares Geld umwandeln, berichtet die Stuttgarter Zeitung.

E-Autos und steigende Strompreise: KfZ-Innung Stuttgart verweist auf Trostpflaster

Durch das Coronavirus in Baden-Württemberg* und die weltweite Krise steigen Preise für Rohstoffe und Güter seit einigen Monaten exponentiell an. Aufgrund der hohen Stromkosten konnten Billiganbieter ihre Preise nicht mehr aufrechterhalten. Stromanbieter kündigten den Kunden ohne Vorankündigung die Verträge*. Die gestiegenen Kosten machen demnach auch das E-Autofahren teurer, die KfZ-Innung in Stuttgart verweist aber auf ein Trostpflaster über die Treibhausgas-Minderungsquote. Demnach können Besitzer eines batteriebetriebenen Modells in diesem Jahr mindestens 275 Euro erhalten.

Ein E-Auto von VW lädt in Stuttgart an einer Ladesäule des Energieversorgers EnBW.
Um die hohen Strompreise zu kompensieren, erhalten E-Auto-Fahrer einen Bonus ausgezahlt. © Max Kovalenko/Imago

Batteriebetriebene Modelle sollen im Vergleich zu den Verbrennern die CO2-Emissionen deutlich sinken. Unternehmen, die herkömmlichen Kraftstoff in den Verkehr bringen, müssen laut dem Bundes-Immissionsschutzgesetz Treibhausgasemissionen verringern, berichtet die Stuttgarter Zeitung. Dazu können sie beispielsweise Zertifikate von E-Autofahrern kaufen, die durch den elektrischen Antrieb CO2 einsparen. Weil einzelne Autofahrer kaum mit solchen Zertifikaten handeln können, bieten sich Unternehmen wie die KfZ-Innung als Sammelstelle an. „Bis Ende März sollen unsere Betriebe die Abwicklung der Quotenvergütung eigenständig übernehmen und mit eigenen Dienstleistungen verknüpfen“, sagte der Innungsgeschäftsführer Christian Reher.

E-Auto-Bonus: Trostpflaster gilt nur für rein batteriebetriebene Modelle

Bei der Mercedes-Benz AG und anderen großen Autobauern laufen nicht nur immer mehr E-Autos vom Band, auch die Zulassungen für batteriebetriebene Fahrzeuge in den Städten steigt immer weiter an. Laut einer Erhebung der KfZ-Innung Stuttgart waren im Jahr 2021 32.500 E-Autos in der Landeshauptstadt zugelassen. Sollten sich alle E-Autofahrer zu einer Umwandlung der eingesparten CO2-Emissionen in Geld anmelden, würden demnach rund 9 Millionen Euro in die Region fließen, berichtet die Stuttgarter Zeitung.

Eine Anmeldung für den Bonus im Jahr 2022 ist noch bis Februar 2023 möglich. Plug-in-Hybrid-Fahrer profitieren von dem Trostpflaster allerdings nicht. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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